Something like that ...
Feb. 15th, 2007 09:12 pmChallenge: „Blondinen bevorzugt“
Charaktere: Omi, Nagi
Timeline: Irgendwo kurz vor Glühen
Gelaber: Mal wieder spektakulär eine Challenge verfehlt ... ^^* Ich hatte gar nicht vor, was dazu zu schreiben, bis mich so um viertel nach sieben die Inspiration erschlug. Tschaaa ... das kam dabei heraus.
*mit einem verlegenen Zähneknirschen zu M schiel* Ich hab mir irgendwie deinen Nagi geborgt .... *nuschel*
Nagi möchte gar nicht hier sein.
Er hat auch keine Ahnung, was er hier soll.
Aber eigentlich ist es ihm die meiste Zeit über sowieso egal, wo er ist und was er macht, also kann er genau so gut hier in Omis Badezimmer an der Wand lehnen und auf apricotfarbene Kacheln starren.
Alles in diesem Bad ist apricot. Von den plüschigen Teppichen angefangen, bis hin zu den Handtüchern und dem Klopapier. Nur ist die gesamte Einrichtung so teuer und edel, dass es nicht peinlich wirkt, sondern nur ein bisschen zu blumig. Die Wasserhähne über den Marmorwaschbecken sind vergoldet, und unter einem von ihnen hängt der zukünftige Persia in entwürdigend vorgebeugter Position und lässt Wasser über seinen Kopf laufen.
Eigentlich ist es auch ohne das apricotfarbene Klopapier seltsam genug, dass Nagi hier ist. Er hat bis jetzt keinen Durchblick, wieso Omi auf die glorreiche Idee gekommen ist, ausgerechnet ihn unbedingt einstellen zu wollen.
Aber er stellt keine Fragen und es interessiert ihn auch nicht wirklich. Omi ist nicht wirklich präzise gewesen, als was er Nagi überhaupt einstellen möchte, und so hat er sich inzwischen damit abgefunden, einfach das zu tun, was Omi sagt.
Es ist nicht so, als ob er eine Menge anderer Dinge zu tun hätte.
Mit einem resoluten Geräusch wird neben ihm der Wasserhahn zugedreht und Omi richtet sich langsam auf. Seine Haare sind dunkel und triefend nass, und es dauert einen Moment, bis er sie soweit zurückgeschoben hat, dass man sein schmales, blasses Gesicht im Spiegel sehen kann. Wasser perlt über seine Wangen.
Er wirft Nagi im Spiegel ein scheues Lächeln zu, das dieser nicht erwidert.
„Möchtest du dich nicht setzen, Nagi-kun?“
Nagi schüttelt den Kopf.
Mal abgesehen davon, dass die Möglichkeiten hier begrenzt sind … er möchte sich nicht setzen.
„Es wird hier drin sehr schnell warm … wenn du möchtest, kannst du gerne das Fenster aufmachen“, redet Omi weiter, so entgegenkommend und aufmerksam, wie nur er das mit einem Schweigenden kann.
Nagi ist nicht zu warm. Ihm ist nie wirklich kalt und nie wirklich warm, aber vielleicht liegt das nur daran, dass er diesen Empfindungen nicht viel Aufmerksamkeit schenkt.
„Gibst du mir ein Handtuch, bitte?“
Omi sagt immer bitte.
Nagi hat bis heute nicht herausgefunden, ob ihn das nun amüsieren oder verärgern sollte. Aber eigentlich ist es ihm gleichgültig.
Omi ist eben so.
Mit einer vagen Handbewegung befördert er eins der apricotfarbenen, perfekt vortemperierten Handtücher von einem Stapel hinüber zu seinem Boss, der es entgegennimmt und sich um die Schultern legt.
„Danke, Nagi-kun.“
Dieses Mal sind die babyblauen Augen im Spiegel auf sein eigenes Gesicht gerichtet und das Lächeln verschwindet ganz plötzlich.
Omi grimassiert ein paar Mal, als kann er nicht wirklich glauben, dass er das ist, der ihm da entgegenblickt. Aber ganz gleich, was er mit seinen Gesichtsmuskeln anstellt, er sieht immer noch aus wie Omi.
Und Nagi fragt sich langsam wirklich, wieso Omi so viel Wert darauf legt, dass er dabei zusieht.
„Gibst du mir die Flasche, bitte? Die braune?“
Er streckt die Hand aus und Nagi lässt sie genau in die geöffneten Finger segeln. Omi atmete tief durch und strafft seine Schultern, so als macht er sich innerlich für etwas bereit, aber dann hält er inne und stoppt Flasche unentschlossen auf halber Höhe.
Mahagoni, verrät das Etikett, und die Dame darunter hat braune Locken und ein gewinnendes Lächeln.
Nagi sieht ihm wortlos dabei zu.
Er hat eine vage Vermutung, was das hier werden soll.
Das Badezimmer, diese ganze Aktion hier … das ist nur ein Puzzleteil von dem ganzen, großen Projekt, das Omi Tsukiyono irgendwann einmal über Nacht in Mamoru Takatori verwandeln soll.
Einen Mamoru Takatori, der nicht blond sein kann und keine kurze Hosen mehr tragen.
Das ist das große Projekt, in das Omi niemanden einweiht.
Auch nicht die anderen von Weiß. Besonders nicht die anderen von Weiß.
Sie wissen nicht einmal von der Tatsache, dass Nagi jetzt hier ist.
„Nagi-kun …“
Ihre Blicke kreuzen sich im Spiegel und sekundenlang lächelt Omi ihn auf diese liebenswerte, höfliche Weise an, die er benutzt, wenn er eine Besprechung hält. Nur seine Augen lachen nicht und Nagi versteht nicht, wieso Omi sich überhaupt die Mühe macht und ein Spiegelbild anlächelt.
„Was ist eigentlich der letzte Film, den du im Kino gesehen hast?“
Wenn sie nicht in einem Badezimmer stehen würden und Nagi ganz sicher wäre, dass sich niemand hinter nur eine Heizung befindet, hätte er sich umgedreht, nur um sicher zu gehen, dass Omi nicht wirklich ihn gemeint hat.
Er hat. So abwartend wie die blauen Augen auf ihn gerichtet sind, schließt das jeden Irrtum aus. Das macht es nicht weniger absurd.
„Ich gehe nicht ins Kino, Mamoru-san.“
Seine Stimme ist ein wenig rau, weil er sie so selten benutzt und die Worte schmecken ungewohnt in seinem Mund.
Ohne den Blick von Nagis Gesicht zu nehmen, hebt Omi die Flasche über seinen Kopf und drückt den Inhalt komplett darüber aus. Es ist eine dunkle, zähe Masse und der Geruch ist ekelhaft chemisch.
„Noch nie?“
„Nein.“
Es ist nicht ganz wahr. Er war einmal in einem Kino. Mit Schuldig.
Aber sie hatten den Auftrag schnell und unauffällig jemanden für Brad zu erledigen, und Nagi hat den Film nie zu Ende gesehen. Auch wenn er sicher ist, dass Schuldig ihm das Ende erzählt hat.
Mit gleichmäßigen Handbewegungen massiert Omi die dunkle, chemische Pampe in seine babyweichen Haare. Sein Blick ist auf Nagis Gesicht gerichtet, als kann er nicht einmal im Spiegel dabei zusehen, wie er das tut.
„Ich besuche nächstes Wochenende eine Filmpremiere“, plaudert er. „Ich war schon so lange nicht mehr im Kino …“
Er redet vages, höfliches Zeug über Filme und Veranstaltungen, das Nagi nicht wissen will und das keine Rolle spielt für irgendjemanden. Er stellt Fragen, auf die er keine Antwort erwartet und er lächelt. Seine Finger bewegen sich unablässig und seine Augen lösen sich keine Sekunde lang von Nagis Gesicht.
„Nagi-kun …?“
Er hält inne und beginnt seine Hände abzuspülen. Sein Kopf ist gesenkt und die braune Farbe ist dunkel auf dem hellen Marmor. Wie geronnenes Blut.
„Vielleicht möchtest du mich ja begleiten … zu dieser Filmpremiere.“
Erst als es danach ganz still ist und Nagi nur das Geräusch von fließendem Wasser hört, wird ihm klar, dass das eine Frage war.
„Als Bodyguard, meine ich“, redet Omi weiter. Er lächelt und lächelt und dunkle Farbe tropft über seinen Nacken und versickert in dem weichen Frotteestoff des Handtuchs. Seine Haare sehen beinah schwarz aus.
Und Nagi begreift, dass Omi ihm das alles nicht erzählt, weil das so ein spannendes Thema ist, sondern damit er vergisst, was seine Hände da machen. Und dass Nagi hier sein muss, damit es wenigstens einen Zeugen gibt, für den schleichenden Mord, den Mamoru Takatori an Omi Tsukiyono begehen wird.
Vielleicht ist er deswegen nicht überrascht, als er dabei zusieht, wie sein Gesicht im Spiegel plötzlich nickt.
Dieses Mal dreht Omi sich zu ihm um, als er lächelt.
^Fin^
Nachwort: Äh ja ... Maddle und ich hatten mal eine lange Diskussion darüber, ob Omi blond ist oder nicht. Auf jeden Fall ist mir nachträglich aufgefallen, dass er in Glühen wirklich nicht mehr blond ist. Und irgendwie finde ich diese ganze Omi verwandelt sich in Mamoru-Kiste so tragisch ... dazu wollte ich eh schon lange mal was schreiben. ^^*
no subject
Date: 2007-02-15 08:31 pm (UTC)Aber *-*. Sorry, ich hab grad den totalen Nagi und Schuldig machen die Großstadt unsicher Flash. Schlimme Sache.
Vortemperierte Handtücher. Exquisit.
no subject
Date: 2007-02-15 09:36 pm (UTC)ich meine - OmiNagi, also, irgendwie OmiNagi udn so viel Drama und so wah und so hach und so viel hmmm~
*zerflossen daplätschert*
Gosh...
Aber ich muss dir was ehrlich sagen: es hat mich so vom Erzählen und dem Aufbau, von irgendwie der Machart an Kaffee erinenrt. Vielelicht liegt das wirklich an dem Pairing und der PoV - sehr wahrscheinlich. =)
hach, gott, ich liiiebe die zwei, ich meine -luv *_*
Es- ... okay, ich schweige.
So wie ich rumfasel ohne Sinn weiß man, dass es mir gefällt XDD~
Nyx
no subject
Date: 2007-02-15 09:42 pm (UTC)Du hast mit Sicherheit vollkommen Recht, was die Machart angeht. *Asche auf ihr Haupt streu* Das ist die einzige Omi/Nagi, die ich kenne und ich kann nicht leugnen, dass sie mich unglaublich beeinflusst hat.
*sich jetzt wie ein Plagiator fühl* >.<
Ich bastel mir irgendwann meinen eigenen Stil für sie zurecht.
no subject
Date: 2008-03-21 04:01 pm (UTC)irgendwie erwisch ich immer nur die traurigen omi/nagi-sachen, auch wenns mehr oder minder in einem fast-date endet...