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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schneewittchen
Challenge: Angst - Verlorener Schlüssel
Fandom: Original - Our Own World
Charaktere: Nathalie, (Sabine)
Wörter: ~500


Zum x-ten Mal durchsuchte Nathalie ihren Rucksack. Und zum x-ten Mal mit demselben Ergebnis. Er war nicht da. Ihr verdammter Schlüssel war nicht da!
Okay, es war nicht direkt ihr Schlüssel, aber das machte die Sache nur noch schlimmer! Sie konnte ihren neuen Nebenjob sowas von vergessen, wenn er wirklich weg war. Wieder stellte sie ihre Tasche auf den Kopf und schob ihre Hand sogar in den Riss, den sie bei der Gelegenheit an einer Innennaht gefunden hatte. Da war kein Schlüssel, das hätte sie ganz sicher bemerkt, aber trotzdem.
Bis auf Krümel der letzten vier Jahre, ein paar Papierfetzen und einigen Münzen die zu klein waren, um die Mühe wert zu sein, fand sie aber nichts. Mit dem Gefühl, sich dringend die Hände waschen zu müssen, zog sie ihre Hand wieder zurück und war sich nicht sicher, ob sie heulen oder… heulen sollte. Sie musste den Coffeshop doch morgen aufschließen! Sie wäre die erste Stunde ganz alleine, konnte also nicht einmal auf einen Kollegen hoffen, der seinen Schlüssel dabei hatte. Der Laden würde also geschlossen bleiben, die Kunden würden zur Konkurrenz gehen und sich über sie beschweren und ihr Chef würde sie rausschmeißen! Ganz sicher! Und dann konnte sie ihren Urlaub vergessen!
Am Ende mussten dann auch noch die Schlösser ausgetauscht werden und sie blieb auf den Kosten sitzen! Afrika konnte sie dann erst Recht vergessen! “Scheiße…” In Gedanken ging sie den ganzen Tag nochmal durch. Als sie vor vier Stunden Feierabend gemacht hatte, war der Schlüssel definitiv noch dagewesen. Danach Bibliothek, wo sie ein paar Bücher ausgeliehen hatte… den Schlüssel hatte sie da ganz sicher nicht in der Hand gehabt. Zum Fahrrad, das aufschließen… aber der Fahrraschlüssel war an einem anderen Bund, sie hatte nicht riskieren wollen, dass da etwas durcheinandergeriet. War der Schlüssel noch dagewesen, als sie in die Wohnung gegangen war? Sie war sich nicht sicher… das war ein dermaßen automatisierter Ablauf, sie dachte da gar nicht weiter drüber nach. Was hatte sie da genau gemacht?
“Nathalie?” Sabines Stimme drang nur gedämpft durch ihre Zimmertür.
“Hier!”
Die Tür ging auf und ihre Mitbewohnerin stand in der Tür, einen Schlüssel in der Hand, der an einem Bärchenanhänger baumelte. “Ist das deiner?”
“JA!” Ehe sie sich beherrschen konnte, schnappte sie ihn Sabine aus der Hand. “Wo war er?” Sie klang nur ein kleines bisschen, als wäre sie mit den Nerven am Ende.
“Auf dem Küchentisch.”
Küchen…tisch. “Ich bin so blöd…”
“Keine Ahnung was los ist, aber ich stimme einfach mal zu. Ich muss wieder los, bis später.”
Mit einem leisen Klicken zog Sabine die Tür wieder ins Schloss und Nathalie schlug sich mit der Hand gegen die Stirn. Mit der, in der sie den Schlüssel hielt, aber das waren gerade nur Details. Sie hatten das blöde Ding auf den Tisch gelegt, damit sie es morgen auf keinen Fall vergaß. So viel also dazu…
Schnell verschwand der Schlüssel in ihrer Tasche, wo er gefälligst bis zum nächsten Tag blieb.

Date: 2017-09-26 07:20 pm (UTC)
From: [identity profile] leiyahime.livejournal.com
OMG Nathalie!!! Ich versteh sie soo gut!!! So ne Aktion könnte von mir sein!! Gut, dass die Sache relativ schnell geklärt war und das Mistding nihct wirklich abhanden gekommen war.
Toll geshrieben, ich hab echt mitihr mitgefiebert!

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