Team: Rapunzel
Challenge: Angst: verloren gehen (für das Team)
Fandom: Youtuber
Personen/Pairing: Julien Bam
Wörter: ~560
Kommentar: Ich kann keine 120-Minuten-One Shots mehr schreiben... Auch das hier ist eine Fortsetzung, und zwar zum letzten Post: https://120-minuten.livejournal.com/1222704.html
Er ist verloren gegangen.
Anders kann er das nicht beschreiben.
Verloren in seinem Kopf und auch an die Welt. Alles, was Julien bemerkt, ist, dass er ohne Schuhe im Dunkeln die Straße entlang läuft und sein Handy nicht wirklich aufhören will zu vibrieren.
Er möchte sich innerlich – nur der Vollständigkeit halber – eine Liste machen mit Menschen, die ihn gerade pausenlos anschreiben und vermutlich anrufen.
Angefangen bei Viktor, der garantiert gerade Stress bei Juliens Team macht.
Und dann wird Julien zu müde, um weiter darüber nachzudenken.
Seine Gedanken bleiben bei Viktor hängen.
Den er völlig überfallen hat.
Bei dem er seine Schuhe vergessen hat.
Den er sehr gern hat und der es eigentlich nicht verdient hat, als seine beschissene Gummipuppe herzuhalten, nur weil er nicht auf seine Arbeit klarkommt.
Scheiße, wohin soll er nur gehen?
Er landet in irgendeiner Seitenstraße und verläuft sich. Der Mond geht mit ihm mit und beleuchtet ihn neugierig, leckt mit fahlen Lichtzungen an seinem Schatten.
Die hellen Kegel der Straßenlaternen verjagen ihn und als Julien bemerkt, dass er in eine größere Straße eingebogen ist, in der sich Restaurants und Kneipen aneinander reihen, schauen ihn auch schon Passanten, die selbst halb oder ganz betrunken auf dem Weg nach Hause sind, mit verstohlenen Seitenblicken an.
Ein Penner, der ohne Schuhe durch die Gegend läuft und auf den Boden starrt. Dessen Socken bereits völlig eingematscht sind. Ja okay, er spürt inzwischen auch fast seine Füße nicht mehr, weil Septembernächte eben scheiße kalt sind.
Er holt sein Handy aus der Tasche und liest im blenden Displaylicht nach, wer ihn alles versucht hat, zu erreichen.
Jimmy.
Vince. Drei Mal.
Viktor.
So oft, dass sein Handy ihm nicht einmal mehr alle Nachrichten anzeigt.
Fuck.
Er muss nach Hause.
Er muss zurück in sein Haus. In sein Bett. In sein Büro.
In seinen Kopf.
Der Gedanke fühlt sich an, als würde ihm jemand einen unsichtbaren Baseballschläger in den Bauch rammen. Er knickt nach vorne ein und schöpft verzweifelt nach Luft. Doch als würde sein Mund plötzlich allen Sauerstoff filtern, ist es nicht genug, nicht genug, nicht genug.
Gott, wenn nur irgendwer hier wäre, der ihm helfen würde statt zu starren. Wenn ihm irgendwer Mund-zu-Mund-Beatmung gäbe.
Die Welt – ohnehin schwarz und eisig – kippt um und dann fühlt Julien kalten Matsch und Asphalt an seiner Wange.
Irgendetwas Nasses läuft ihm über die Wange und er schaut erstaunt hoch in den schwarzen gähnenden Himmel, sucht nach den Regenwolken.
Es regnet aber nicht.
Fuck. Fuck, fuck, fuck.
Er versucht, sich hochzustemmen. Seine Finger greifen in feuchte Erde, werden klamm und steif und kalt und er spürt, wie er sich beim Versuch, sich die Tränen wegzuwischen, komplett einsaut.
Irgendwer bleibt stehen und guckt ihn komisch an.
„Brauchen Sie Hilfe?“, hört er eine weibliche Stimme fragen.
Und dann ist da das erstaunte Luftanhalten von Mädchen. Er erkennt das selbst in seinen Träumen, weil es ihm inzwischen jeden Tag folgt.
„Das ist Julien Bam“, murmelt ein Mädchen, das sich halb in der Dunkelheit versteckt.
„Quatsch. Das ist irgendein Penner“, entgegnet ihre Freundin, ebenso unsichtbar, und zieht sie weg.
„Komm, der stinkt doch.“
Und Julien rappelt sich auf, während er im Dreck halb ausrutscht und er läuft, läuft, läuft, zieht die Nase hoch, kneift die Augen zusammen und weiß nicht, wie er seinen fucking Kopf abschrauben kann.
Er kann nicht nach Hause.
Er kann einfach nicht.
Challenge: Angst: verloren gehen (für das Team)
Fandom: Youtuber
Personen/Pairing: Julien Bam
Wörter: ~560
Kommentar: Ich kann keine 120-Minuten-One Shots mehr schreiben... Auch das hier ist eine Fortsetzung, und zwar zum letzten Post: https://120-minuten.livejournal.com/1222704.html
Er ist verloren gegangen.
Anders kann er das nicht beschreiben.
Verloren in seinem Kopf und auch an die Welt. Alles, was Julien bemerkt, ist, dass er ohne Schuhe im Dunkeln die Straße entlang läuft und sein Handy nicht wirklich aufhören will zu vibrieren.
Er möchte sich innerlich – nur der Vollständigkeit halber – eine Liste machen mit Menschen, die ihn gerade pausenlos anschreiben und vermutlich anrufen.
Angefangen bei Viktor, der garantiert gerade Stress bei Juliens Team macht.
Und dann wird Julien zu müde, um weiter darüber nachzudenken.
Seine Gedanken bleiben bei Viktor hängen.
Den er völlig überfallen hat.
Bei dem er seine Schuhe vergessen hat.
Den er sehr gern hat und der es eigentlich nicht verdient hat, als seine beschissene Gummipuppe herzuhalten, nur weil er nicht auf seine Arbeit klarkommt.
Scheiße, wohin soll er nur gehen?
Er landet in irgendeiner Seitenstraße und verläuft sich. Der Mond geht mit ihm mit und beleuchtet ihn neugierig, leckt mit fahlen Lichtzungen an seinem Schatten.
Die hellen Kegel der Straßenlaternen verjagen ihn und als Julien bemerkt, dass er in eine größere Straße eingebogen ist, in der sich Restaurants und Kneipen aneinander reihen, schauen ihn auch schon Passanten, die selbst halb oder ganz betrunken auf dem Weg nach Hause sind, mit verstohlenen Seitenblicken an.
Ein Penner, der ohne Schuhe durch die Gegend läuft und auf den Boden starrt. Dessen Socken bereits völlig eingematscht sind. Ja okay, er spürt inzwischen auch fast seine Füße nicht mehr, weil Septembernächte eben scheiße kalt sind.
Er holt sein Handy aus der Tasche und liest im blenden Displaylicht nach, wer ihn alles versucht hat, zu erreichen.
Jimmy.
Vince. Drei Mal.
Viktor.
So oft, dass sein Handy ihm nicht einmal mehr alle Nachrichten anzeigt.
Fuck.
Er muss nach Hause.
Er muss zurück in sein Haus. In sein Bett. In sein Büro.
In seinen Kopf.
Der Gedanke fühlt sich an, als würde ihm jemand einen unsichtbaren Baseballschläger in den Bauch rammen. Er knickt nach vorne ein und schöpft verzweifelt nach Luft. Doch als würde sein Mund plötzlich allen Sauerstoff filtern, ist es nicht genug, nicht genug, nicht genug.
Gott, wenn nur irgendwer hier wäre, der ihm helfen würde statt zu starren. Wenn ihm irgendwer Mund-zu-Mund-Beatmung gäbe.
Die Welt – ohnehin schwarz und eisig – kippt um und dann fühlt Julien kalten Matsch und Asphalt an seiner Wange.
Irgendetwas Nasses läuft ihm über die Wange und er schaut erstaunt hoch in den schwarzen gähnenden Himmel, sucht nach den Regenwolken.
Es regnet aber nicht.
Fuck. Fuck, fuck, fuck.
Er versucht, sich hochzustemmen. Seine Finger greifen in feuchte Erde, werden klamm und steif und kalt und er spürt, wie er sich beim Versuch, sich die Tränen wegzuwischen, komplett einsaut.
Irgendwer bleibt stehen und guckt ihn komisch an.
„Brauchen Sie Hilfe?“, hört er eine weibliche Stimme fragen.
Und dann ist da das erstaunte Luftanhalten von Mädchen. Er erkennt das selbst in seinen Träumen, weil es ihm inzwischen jeden Tag folgt.
„Das ist Julien Bam“, murmelt ein Mädchen, das sich halb in der Dunkelheit versteckt.
„Quatsch. Das ist irgendein Penner“, entgegnet ihre Freundin, ebenso unsichtbar, und zieht sie weg.
„Komm, der stinkt doch.“
Und Julien rappelt sich auf, während er im Dreck halb ausrutscht und er läuft, läuft, läuft, zieht die Nase hoch, kneift die Augen zusammen und weiß nicht, wie er seinen fucking Kopf abschrauben kann.
Er kann nicht nach Hause.
Er kann einfach nicht.