der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Team: Aschenputtel
Challenge: Orte – Wald (für‘s Team)
Wörter: 629
Fandom: Harry Potter
Pairing: Oliver Wood, Katie Bell, Charlie Weasley
Warnungen: AU
A/N: Inspiriert von jedem “Coming Home to the Small Town”-Film ever. ...Und nachdem es wochenlang nicht so wollte wie ich, poste ich jetzt einfach. Punkte und so.



„Sie kommen aus der Stadt, hu?”

Oliver zuckte mit den Achseln. „Eigentlich...” Eigentlich war er keine zehn Kilometer von hier geboren worden. Aber eigentlich war er nicht hier, um sich zu unterhalten. „Ja. Bin grade in das alte Haus oben im Wald gezogen.”

Die Kassiererin grinste vielsagend und stellte die Eier vorsichtig auf den Rest seiner Einkäufe in die Papiertüte. „Wir kriegen ne Menge Stadt-Leute hier. Die meisten halten es nicht lange aus.“

Ihm blieb nicht viel als ein weiteres Achselzucken und ein höfliches Grinsen.

Sie zog eine Augenbraue hoch und dann lächelte sie auf einmal sehr viel breiter und freundlicher. „Aber, hey, vielleicht sind Sie ja die Ausnahme! – Ich bin Katie.“

„Oliver.“

Sie musterte ihn von Kopf bis Fuß und er unterdrückte den Drang, sich unter dem Blick zu winden, sie war mindestens fünf Jahre jünger als er. „Und mich erst.“ Mit einem anzüglichen Grinsen schob sie ihm die Papiertüte über den Tresen zu. „He, wenn du es mit dem Kleinstadtleben ernst meinst, ein paar von uns treffen sich heut abend im Eberkopf...“

Und noch ein Achselzucken. „Ich weiß nicht, ich hab noch ne ganze Menge Kartons auszupacken...“ Er sagte nicht, dass er überhaupt nur hier war, damit er keine Leute sehen musste, während er trank. Oder ihn niemand sah, während er trank, vielleicht, er versuchte nicht so viel darüber nachzudenken.

Katie verdrehte die Augen als könnte sie deutlich hören, was er nicht sagte. „Hey, überleg‘s dir, wir sind öfter da.“

„Ja. Mal sehen. – Danke.“ Er winkte über die Schulter zurück.

„He, Oliver, falls du vorhast, der Dorfsonderling zu werden: Der Job ist schon vergeben!“



Natürlich ging er nicht in die Kneipe. Stattdessen verbrachte er den Abend mit der Flasche Whiskey, die ihm seine Teamkollegen zum Abschied geschenkt hatten, starrte in den Wald. Keine Ahnung, wie sein Großvater es hier so lange ausgehalten hatte. Oder wie er seiner Mutter je einen Vorwurf daraus hatte machen können, dass sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit geflüchtet war.

„Scheiß Wald.“

Scheiß Whiskey, scheiß Schulter, scheiß…

„Na, sag doch so was nicht.“

Oliver zuckte zusammen und die Whiskeyflasche rutschte ihm aus der Hand. Hastig bückte er sich, um sie wieder aufzuheben, bevor noch mehr des Alkohols zwischen die Bretter der Veranda fließen konnte. Erst dann drehte er sich zu dem Mann um, der ihn so schräg von der Seite angequatscht hatte. „Du schuldest mir ne Viertelflasche.“ Er lallte ein bisschen.

Der Mann, ein kräftiger, rothaariger Kerl in einer olivgrünen Fleecejacke, grinste unbekümmert. „Ich glaub, du hattest eh schon genug.“

„Und ich glaub, du hast keine Ahnung wovon du sprichst und solltest dich dringend von meinem Grundstück verpissen.“

Der Mann verdrehte die Augen. „Hat der Enkel vom alten Douglas also tatsächlich an nen Stadt-Schnösel verkauft?“

Eigentlich war Oliver scheißegal, was die Leute im Dorf von ihm dachten. Eigentlich. Aber die Kombi aus Schmerzmittel und Alkohol bekam ihm nicht gut und irgendwas an dem breiten sommersprossigen Gesicht des anderen Mannes nervte ihn ziemlich. „Entweder das, oder er hat sich gedacht, dass er mal ne Woche in Ruhe in nem scheiß Wald sitzen und trinken kann.“

Der Mann zog die Brauen zusammen. „Du bist Oliver?“

„Ich bin der Stadt-Schnösel. Also, wenn du dich jetzt freundlichst verpissen könntest...“ Bevor der Mann darauf reagieren konnte, hatte Oliver sich schon umgedreht und war durch die Veranda-Tür in die Küche gestapft. So viel zum Thema abgeschiedene Hütte, in der man Menschen aus dem Weg gehen konnte.

Scheiß Wald.


Als er am nächsten Morgen (Nachmittag, aber wer wollte den kleinlich sein) mit einer Kaffeetasse in der Hand und höllischen Kopfschmerzen wieder auf die Veranda trat, stand auf dem Tisch eine Flasche Whiskey. Eine Flasche Whiskey, die zu bloß einem Viertel gefüllt war.

Trotz der hämmernden Kopfschmerzen musste Oliver grinsen.

Okay, vielleicht waren Teile dieses Walds nicht ganz so scheiße.

Date: 2017-09-24 08:07 pm (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Und jetzt müssen sie sich nur noch zusammen treffen, um die Whiskey-Flasche zu leeren! :D Ich hab immer noch kein Charlie/Oliver geschrieben...

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