Romantik - Joker - fürs Team
Aug. 30th, 2017 10:16 pmTeam: Aschenputtel
Challenge: Romantik – Joker "Beziehung zu dritt" von der Sommerchallenge 2014 – fürs Team
Fandom: Monsta X
Titel: Mittwoch
Inhalt: Wonho, Kihyun und Minhyuk führen einer Dreierbeziehung und haben viele Gefühle für einandenr.
Anmerkung: für die gleiche Post-Monsta-X-Konzert-Traurigkeit-Wichtelaktion wie
ayawinners umwerfende Story. ICH WEINE IMMER NOCH, HÖRST DU.
Mittwoch
Es ist keine große Sache, eigentlich. Dann haben sie es eben noch nicht zueinander gesagt, zumindest nicht so, dass die anderen es auch hören konnten oder ohne Witzchen zu reißen.
Es stört ihn nicht. Es sind bloß Wörter und er kann sich auf ganz andere Weise holen, was er braucht, von daher ist es nicht wichtig.
Überhaupt kein bisschen wichtig.
Trotzdem seufzt Kihyun und wälzt sich zum fünften Mal im Bett herum und starrt erst an die Decke, dann auf seinen Nachttisch und schließlich steht er auf und tapst in Shirt und Shorts bis zur Zimmertür. Jooheon regt sich erst beim leisen Quietschen der Klinke, doch er vergräbt nur den Kopf ein bisschen tiefer zwischen seinen Winnieh-Pooh-Plüschis und murmelt irgendetwas, was Kihyun nicht mehr hört, weil er schon längst wie ein Panther den Flur entlang schleicht.
Die anderen schlafen wahrscheinlich längst und Kihyun sollte sich selbst vorspielen, dass er nur aufgestanden ist, um sich ein Glas kühles, erfrischendes Wasser zu holen. Aber er kennt die Achterbahn in seinem Kopf mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er heute Nacht kein Auge zumachen wird und weil er nicht vorhat, morgen wie ein Zombie herumzustolpern, wählt er lieber den kurzen Weg über den Flur und klopft an die gegenüberliegende Zimmertür.
Er wird es natürlich nicht ansprechen. Weil es nicht wichtig ist. Er will nur sehen, ob die anderen wach sind, und ob er sie in den Arm nehmen kann, ob sie ihn wie so oft zum Einschlafen überreden können, weil ihre Wärme ihn liebevoll betäubt.
Die Wörter hat er dafür noch nie gebraucht und warum er sich jetzt so sehr darauf versteift, weiß er nicht.
Es dauert ein Weilchen, bis die Tür geöffnet wird. Wonho steht dahinter im Halbdunkel seiner Nachttischlampe und sein verschlafenes Schmollen wird sofort von einem breiten Grinsen abgelöst.
„Ach, du bist‘s“, sagt er. „Da hätte ich mich ja gar nicht anziehen müssen.“
Er trägt nichts bis auf eine Tweety-Boxershorts.
Kihyun schnaubt, doch bevor er irgendetwas sagen kann, hat Wonho ihn schon ins Zimmer gezogen und ihn in den Arm genommen.
„Gott, bist du schön“, murmelt er und schmiegt sich so fest es geht an ihn. Die Wärme seines Bettes klebt noch an ihm und jagt Kihyun Schauer über den Rücken. Er hat gar nicht gemerkt, wie kalt ihm eigentlich ist, doch jetzt kann er an nichts anderes mehr denken und er tritt einen Schritt zurück, bis er gegen die Wand stößt und Wonho sich abfangen muss.
Er zögert diesmal nicht mehr, sondern küsst ihn einfach.
Er darf das, denkt Kihyun. Er darf das machen, er darf sich halten lassen, er darf Wonhos Schultern anfassen und sich die Lippen lecken und sein Bein zwischen Wonhos Oberschenkel schieben und ihn ärgern.
„Das… wow.“ Wonho klingt heiser und sein Blick rutscht von Kihyuns Augen weg zu seinem Mund und ein bisschen tiefer. „Hast du das gesehen?“, fragt er über die Schulter und endlich kann Kihyun den Kopf drehen und Minhyuk ein Lächeln zuwerfen. Er versucht, es nicht zu entschuldigend aussehen zu lassen, doch da er immer noch Wonhos Hände auf seiner Hüfte spürt, kann er sich nicht so recht konzentrieren. Vielleicht grinst er auch einfach nur total dämlich.
Minhyuk liegt in seinem Bett, halbnackt – vielleicht auch mehr als das, die Bettdecke versperrt Kihyun den Blick – und schaut sie völlig verträumt an. Sein Haar sieht aus, als hätte Wonhos Hand sich erst vor kurzem daraus gelöst und selbst im gedimmten Licht der kleinen Lampe kann Kihyun sehen, wie rot sein Mund ist.
„Ich hab natürlich die Augen zugemacht“, sagt Minhyuk. „Wie sich das gehört.“
Wonho seufzt. „Dabei hab ich mir solche Mühe gegeben!“
„Hab ich nichts von gemerkt“, murmelt Kihyun und dann lacht er, schlägt die Hände vors Gesicht und hechtet zu Minhyuk hinüber, der sich das Kissen vors Gesicht presst und völlig schamlos gackert. Kihyun schlüpft zu ihm unter die Decke und wird von Wärme und falsch herum angezogenen Shorts begrüßt. Er hat die beiden definitiv bei etwas unterbrochen, aber es ist ihm egal.
Sie haben ihn dazu eingeladen.
Minhyuk lässt das Kissen los und kuschelt sich an ihn wie eine übergroße, nach Aufmerksamkeit hungernde Katze.
„Hast du gut gemacht“, sagt er. „Er soll sich ruhig mehr anstrengen.“
„Hey!“
„Ist doch wahr! Kihyun hat immer noch alle Klamotten an, du lässt wirklich nach!“
„Ich seh dich auch noch nicht an ihm rumfummeln?“
Minhyuk runzelt die Stirn, als sei ihm diese Idee noch gar nicht in den Sinn gekommen. Dann küsst er Kihyun, während Wonho sie auslacht und sich dann auf sie wirft, was sich so schmerzhaft anfühlt, wie eine Lawine aus Zuckerwatte.
Sie giggeln und Kihyun erfüllt seine Pflicht, und zischt sie zur Ruhe. Sie sollten es nicht darauf ankommen lassen, dass jetzt irgendwer die Tür aufreißen und sie in ihrem Knäuel aus Armen und Beinen finden würde, das weiß er, doch er ist nicht mit Herzblut bei der Sache. Er hat Minhyuk und Wonho vermisst, was lächerlich ist, weil sie sich zuletzt vor zwei Stunden im Wohnzimmer gesehen haben.
„Konntest du nicht schlafen?“, fragt Wonho nach einer Weile und legt den Kopf auf Kihyuns Brust ab, sodass er nach oben schielen muss, um ihn anzusehen.
„Hm“, macht Kihyun und schließt die Arme um ihn. Es ist nicht wichtig, sagt er sich. Er ist hier und sie heißen ihn willkommen, überhäufen ihn mit Gefühlen, die er erst viel zu spät wirklich verstanden hat.
Warum ihm das nicht reicht, warum er unbedingt diese drei bekloppten Wörter hören muss, weiß er nicht, und er versucht, nicht danach zu fragen.
Warum ist er so unsicher?
„Ich krieg Kopfschmerzen, wenn ich dir weiter beim Denken zugucken muss“, flüstert Minhyuk da. „Sag schon, was los ist.“
„Bist du sauer, weil wir ohne dich rumgemacht haben?“ Wonho sieht tatsächlich geknickt aus und beißt sich sogar auf die Lippe. „Es war meine Schuld, wirklich. Minhyuk ist einfach so hübsch.“
Der einfach so Hübsche kichert ein bisschen in Kihyuns Ohr hinein. „Er hat vorgeschlagen, dich zu holen, aber ich war mir nicht sicher, ob du schon schläfst, und dann… war ich irgendwie schon halb nackt.“
Minhyuk blinzelt, als könne er irgendwen davon überzeugen, dass er an dieser Entwicklung völlig unschuldig war und Kihyun küsst ihn, damit er die Klappe hält und sich nicht noch mehr um Kopf und Kragen redet.
„Ich bin nicht sauer“, sagt er schließlich. Wonho über ihm seufzt erleichtert. „Ich… habe euch nur vermisst.“
„Wir dich auch. Immer.“
„Es ist nur...“ Kihyun klappt den Mund wieder zu, dreht den Kopf weg und tut so, als würde er gar nicht merken, dass Wonho ihn immer noch mit seinem Gewicht in die Matratze drückt. Er kommt sich so schrecklich gierig vor und schämt sich, weil er nicht zufrieden sein kann mit ihren Händen und Augen, die nur auf ihm ruhen, so als sei er das hellste Licht in ihrer Welt.
Er braucht so etwas wie Profanes wie Bestätigung, aber er kann niemals danach fragen. Stattdessen tanzt er nachts durch die Schatten im Flur und bringt Unruhe in ein gemütliches Gleichgewicht.
„Sag schon“, murmelt Minhyuk. Kihyun schaut ihn nicht an, doch ihm wird plötzlich heiß und als Wonhos Fingerspitze über seine Schläfe streichelt, zuckt er zusammen.
„Es ist nichts!“, bringt er hervor. „Es ist total albern!“ Am liebsten würde er Wonho an den Schultern packen und ihn von sich schieben, damit er weglaufen kann, doch das bringt er nicht übers Herz. „Wirklich, es ist….“
„Was ist total albern?“
„Dass ich… ich l-… ich...“ Er ballt die Fäuste unter der Bettdecke, berührt aus Versehen Minhyuks Bauch und weiß dann nicht mehr wohin mit sich, denn Wonho liegt immer noch auf ihm . „Ich liebe euch!“
Ein geschrienes Geständnis. Kihyuns Atem geht schwer und sein Herz klopft so laut, dass er das Gefühl hat, die Matratze würde rhythmisch vibrieren. Hoffentlich hat er die anderen nicht geweckt, verflucht, er sollte besser sofort aufstehen und in sein Zimmer gehen und so tun, als hätte er seit elf Uhr nichts anderes gemacht als zu schlafen und sich nicht bis auf die Knochen blamiert, weil er ein anhänglicher, nervtötender, gieriger, dummer Trottel ist, der nichts abwarten kann.
Er hat sich in Rage gedacht. Er starrt angestrengt nach rechts, damit er Wonho nicht ins Gesicht schauen muss, doch dann schiebt sich plötzlich ein Ellbogen unter seinen Nacken und Minhyuk zwingt seinen Kopf herum, bis er in seine großen, dunklen Augen schauen muss.
„Das ist doch nicht albern“, sagt er. Er grinst und man könnte es für unehrlich halten, doch Kihyun kennt ihn besser. „Das ist wundervoll. Ich liebe dich auch.“
„Und ich euch erst!“, erklärt Wonho und dann setzt er sich endlich auf, zieht Kihyun samt Decke und Minhyuk in die Höhe und drückt sie fest an sich. Kihyun beißt sich auf die Zunge um nicht zu heulen und vergräbt seine Nase in Wonhos Haar. „Oh man, bin ich froh, dass du das gesagt hast, ich liebe dich, ich liebe euch, ihr seid meine allerliebsten...“
„Du Kitschtante“, sagt Minhyuk, doch er schluchzt und greift über Wonhos Rücken hinweg nach Kihyuns Hand und hält sie so fest, dass seine Finger knacksen.
Oh Gott, denkt Kihyun, oh Gott, wie schön, und es tut ihm fast ein bisschen leid, dass Minhyuk weint und Wonho so laut lacht, dass wahrscheinlich ganz Seoul sie hören kann.
Es dauert eine ganze Weile, bis sich Minhyuk wieder beruhigt hat und dann dauert es noch einmal länger, bis sie Wonho davon überzeugen können, sie loszulassen und ehe sie Minhyuk glaubhaft versichern können, dass sie ihn auch dann lieben, wenn er sich mit rotem, verquollenem Gesicht von Wonhos Schulter löst und Rotz und Wasser heult.
Sie machen in dieser Nacht natürlich kein Auge zu, weil ständig einer anfängt zu glucksen und sie sich streicheln, küssen, und ermahnen, endlich zur Ruhe zu kommen, aber Kihyun ist so überdreht, dass er sein Kissen nach Minhyuk wirft und dann landen sie wie immer mit ihren Mündern dort, wo es nicht ganz ungefährlich ist, doch sie halten sich nicht auf.
Irgendwann schlafen sie vor lauter Erschöpfung ein. Kaum eine Stunde später steht Shownu im Zimmer, um sie zu wecken, doch sofern er Kihyun - verborgen unter allen Decken und hinter Minhyuks hastig hindrapiertem Leib - überhaupt sieht, kommentiert er es nicht.
Es wäre ihm egal, stellt Kihyun überrascht fest, als die Tür wieder zufällt und Wonho völlig entsetzt in sein Kopfkissen schreit.
Er liebt sie und sie lieben ihn.
Das ist alles, was auf einmal zählt.
Challenge: Romantik – Joker "Beziehung zu dritt" von der Sommerchallenge 2014 – fürs Team
Fandom: Monsta X
Titel: Mittwoch
Inhalt: Wonho, Kihyun und Minhyuk führen einer Dreierbeziehung und haben viele Gefühle für einandenr.
Anmerkung: für die gleiche Post-Monsta-X-Konzert-Traurigkeit-Wichtelaktion wie
Mittwoch
Es ist keine große Sache, eigentlich. Dann haben sie es eben noch nicht zueinander gesagt, zumindest nicht so, dass die anderen es auch hören konnten oder ohne Witzchen zu reißen.
Es stört ihn nicht. Es sind bloß Wörter und er kann sich auf ganz andere Weise holen, was er braucht, von daher ist es nicht wichtig.
Überhaupt kein bisschen wichtig.
Trotzdem seufzt Kihyun und wälzt sich zum fünften Mal im Bett herum und starrt erst an die Decke, dann auf seinen Nachttisch und schließlich steht er auf und tapst in Shirt und Shorts bis zur Zimmertür. Jooheon regt sich erst beim leisen Quietschen der Klinke, doch er vergräbt nur den Kopf ein bisschen tiefer zwischen seinen Winnieh-Pooh-Plüschis und murmelt irgendetwas, was Kihyun nicht mehr hört, weil er schon längst wie ein Panther den Flur entlang schleicht.
Die anderen schlafen wahrscheinlich längst und Kihyun sollte sich selbst vorspielen, dass er nur aufgestanden ist, um sich ein Glas kühles, erfrischendes Wasser zu holen. Aber er kennt die Achterbahn in seinem Kopf mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er heute Nacht kein Auge zumachen wird und weil er nicht vorhat, morgen wie ein Zombie herumzustolpern, wählt er lieber den kurzen Weg über den Flur und klopft an die gegenüberliegende Zimmertür.
Er wird es natürlich nicht ansprechen. Weil es nicht wichtig ist. Er will nur sehen, ob die anderen wach sind, und ob er sie in den Arm nehmen kann, ob sie ihn wie so oft zum Einschlafen überreden können, weil ihre Wärme ihn liebevoll betäubt.
Die Wörter hat er dafür noch nie gebraucht und warum er sich jetzt so sehr darauf versteift, weiß er nicht.
Es dauert ein Weilchen, bis die Tür geöffnet wird. Wonho steht dahinter im Halbdunkel seiner Nachttischlampe und sein verschlafenes Schmollen wird sofort von einem breiten Grinsen abgelöst.
„Ach, du bist‘s“, sagt er. „Da hätte ich mich ja gar nicht anziehen müssen.“
Er trägt nichts bis auf eine Tweety-Boxershorts.
Kihyun schnaubt, doch bevor er irgendetwas sagen kann, hat Wonho ihn schon ins Zimmer gezogen und ihn in den Arm genommen.
„Gott, bist du schön“, murmelt er und schmiegt sich so fest es geht an ihn. Die Wärme seines Bettes klebt noch an ihm und jagt Kihyun Schauer über den Rücken. Er hat gar nicht gemerkt, wie kalt ihm eigentlich ist, doch jetzt kann er an nichts anderes mehr denken und er tritt einen Schritt zurück, bis er gegen die Wand stößt und Wonho sich abfangen muss.
Er zögert diesmal nicht mehr, sondern küsst ihn einfach.
Er darf das, denkt Kihyun. Er darf das machen, er darf sich halten lassen, er darf Wonhos Schultern anfassen und sich die Lippen lecken und sein Bein zwischen Wonhos Oberschenkel schieben und ihn ärgern.
„Das… wow.“ Wonho klingt heiser und sein Blick rutscht von Kihyuns Augen weg zu seinem Mund und ein bisschen tiefer. „Hast du das gesehen?“, fragt er über die Schulter und endlich kann Kihyun den Kopf drehen und Minhyuk ein Lächeln zuwerfen. Er versucht, es nicht zu entschuldigend aussehen zu lassen, doch da er immer noch Wonhos Hände auf seiner Hüfte spürt, kann er sich nicht so recht konzentrieren. Vielleicht grinst er auch einfach nur total dämlich.
Minhyuk liegt in seinem Bett, halbnackt – vielleicht auch mehr als das, die Bettdecke versperrt Kihyun den Blick – und schaut sie völlig verträumt an. Sein Haar sieht aus, als hätte Wonhos Hand sich erst vor kurzem daraus gelöst und selbst im gedimmten Licht der kleinen Lampe kann Kihyun sehen, wie rot sein Mund ist.
„Ich hab natürlich die Augen zugemacht“, sagt Minhyuk. „Wie sich das gehört.“
Wonho seufzt. „Dabei hab ich mir solche Mühe gegeben!“
„Hab ich nichts von gemerkt“, murmelt Kihyun und dann lacht er, schlägt die Hände vors Gesicht und hechtet zu Minhyuk hinüber, der sich das Kissen vors Gesicht presst und völlig schamlos gackert. Kihyun schlüpft zu ihm unter die Decke und wird von Wärme und falsch herum angezogenen Shorts begrüßt. Er hat die beiden definitiv bei etwas unterbrochen, aber es ist ihm egal.
Sie haben ihn dazu eingeladen.
Minhyuk lässt das Kissen los und kuschelt sich an ihn wie eine übergroße, nach Aufmerksamkeit hungernde Katze.
„Hast du gut gemacht“, sagt er. „Er soll sich ruhig mehr anstrengen.“
„Hey!“
„Ist doch wahr! Kihyun hat immer noch alle Klamotten an, du lässt wirklich nach!“
„Ich seh dich auch noch nicht an ihm rumfummeln?“
Minhyuk runzelt die Stirn, als sei ihm diese Idee noch gar nicht in den Sinn gekommen. Dann küsst er Kihyun, während Wonho sie auslacht und sich dann auf sie wirft, was sich so schmerzhaft anfühlt, wie eine Lawine aus Zuckerwatte.
Sie giggeln und Kihyun erfüllt seine Pflicht, und zischt sie zur Ruhe. Sie sollten es nicht darauf ankommen lassen, dass jetzt irgendwer die Tür aufreißen und sie in ihrem Knäuel aus Armen und Beinen finden würde, das weiß er, doch er ist nicht mit Herzblut bei der Sache. Er hat Minhyuk und Wonho vermisst, was lächerlich ist, weil sie sich zuletzt vor zwei Stunden im Wohnzimmer gesehen haben.
„Konntest du nicht schlafen?“, fragt Wonho nach einer Weile und legt den Kopf auf Kihyuns Brust ab, sodass er nach oben schielen muss, um ihn anzusehen.
„Hm“, macht Kihyun und schließt die Arme um ihn. Es ist nicht wichtig, sagt er sich. Er ist hier und sie heißen ihn willkommen, überhäufen ihn mit Gefühlen, die er erst viel zu spät wirklich verstanden hat.
Warum ihm das nicht reicht, warum er unbedingt diese drei bekloppten Wörter hören muss, weiß er nicht, und er versucht, nicht danach zu fragen.
Warum ist er so unsicher?
„Ich krieg Kopfschmerzen, wenn ich dir weiter beim Denken zugucken muss“, flüstert Minhyuk da. „Sag schon, was los ist.“
„Bist du sauer, weil wir ohne dich rumgemacht haben?“ Wonho sieht tatsächlich geknickt aus und beißt sich sogar auf die Lippe. „Es war meine Schuld, wirklich. Minhyuk ist einfach so hübsch.“
Der einfach so Hübsche kichert ein bisschen in Kihyuns Ohr hinein. „Er hat vorgeschlagen, dich zu holen, aber ich war mir nicht sicher, ob du schon schläfst, und dann… war ich irgendwie schon halb nackt.“
Minhyuk blinzelt, als könne er irgendwen davon überzeugen, dass er an dieser Entwicklung völlig unschuldig war und Kihyun küsst ihn, damit er die Klappe hält und sich nicht noch mehr um Kopf und Kragen redet.
„Ich bin nicht sauer“, sagt er schließlich. Wonho über ihm seufzt erleichtert. „Ich… habe euch nur vermisst.“
„Wir dich auch. Immer.“
„Es ist nur...“ Kihyun klappt den Mund wieder zu, dreht den Kopf weg und tut so, als würde er gar nicht merken, dass Wonho ihn immer noch mit seinem Gewicht in die Matratze drückt. Er kommt sich so schrecklich gierig vor und schämt sich, weil er nicht zufrieden sein kann mit ihren Händen und Augen, die nur auf ihm ruhen, so als sei er das hellste Licht in ihrer Welt.
Er braucht so etwas wie Profanes wie Bestätigung, aber er kann niemals danach fragen. Stattdessen tanzt er nachts durch die Schatten im Flur und bringt Unruhe in ein gemütliches Gleichgewicht.
„Sag schon“, murmelt Minhyuk. Kihyun schaut ihn nicht an, doch ihm wird plötzlich heiß und als Wonhos Fingerspitze über seine Schläfe streichelt, zuckt er zusammen.
„Es ist nichts!“, bringt er hervor. „Es ist total albern!“ Am liebsten würde er Wonho an den Schultern packen und ihn von sich schieben, damit er weglaufen kann, doch das bringt er nicht übers Herz. „Wirklich, es ist….“
„Was ist total albern?“
„Dass ich… ich l-… ich...“ Er ballt die Fäuste unter der Bettdecke, berührt aus Versehen Minhyuks Bauch und weiß dann nicht mehr wohin mit sich, denn Wonho liegt immer noch auf ihm . „Ich liebe euch!“
Ein geschrienes Geständnis. Kihyuns Atem geht schwer und sein Herz klopft so laut, dass er das Gefühl hat, die Matratze würde rhythmisch vibrieren. Hoffentlich hat er die anderen nicht geweckt, verflucht, er sollte besser sofort aufstehen und in sein Zimmer gehen und so tun, als hätte er seit elf Uhr nichts anderes gemacht als zu schlafen und sich nicht bis auf die Knochen blamiert, weil er ein anhänglicher, nervtötender, gieriger, dummer Trottel ist, der nichts abwarten kann.
Er hat sich in Rage gedacht. Er starrt angestrengt nach rechts, damit er Wonho nicht ins Gesicht schauen muss, doch dann schiebt sich plötzlich ein Ellbogen unter seinen Nacken und Minhyuk zwingt seinen Kopf herum, bis er in seine großen, dunklen Augen schauen muss.
„Das ist doch nicht albern“, sagt er. Er grinst und man könnte es für unehrlich halten, doch Kihyun kennt ihn besser. „Das ist wundervoll. Ich liebe dich auch.“
„Und ich euch erst!“, erklärt Wonho und dann setzt er sich endlich auf, zieht Kihyun samt Decke und Minhyuk in die Höhe und drückt sie fest an sich. Kihyun beißt sich auf die Zunge um nicht zu heulen und vergräbt seine Nase in Wonhos Haar. „Oh man, bin ich froh, dass du das gesagt hast, ich liebe dich, ich liebe euch, ihr seid meine allerliebsten...“
„Du Kitschtante“, sagt Minhyuk, doch er schluchzt und greift über Wonhos Rücken hinweg nach Kihyuns Hand und hält sie so fest, dass seine Finger knacksen.
Oh Gott, denkt Kihyun, oh Gott, wie schön, und es tut ihm fast ein bisschen leid, dass Minhyuk weint und Wonho so laut lacht, dass wahrscheinlich ganz Seoul sie hören kann.
Es dauert eine ganze Weile, bis sich Minhyuk wieder beruhigt hat und dann dauert es noch einmal länger, bis sie Wonho davon überzeugen können, sie loszulassen und ehe sie Minhyuk glaubhaft versichern können, dass sie ihn auch dann lieben, wenn er sich mit rotem, verquollenem Gesicht von Wonhos Schulter löst und Rotz und Wasser heult.
Sie machen in dieser Nacht natürlich kein Auge zu, weil ständig einer anfängt zu glucksen und sie sich streicheln, küssen, und ermahnen, endlich zur Ruhe zu kommen, aber Kihyun ist so überdreht, dass er sein Kissen nach Minhyuk wirft und dann landen sie wie immer mit ihren Mündern dort, wo es nicht ganz ungefährlich ist, doch sie halten sich nicht auf.
Irgendwann schlafen sie vor lauter Erschöpfung ein. Kaum eine Stunde später steht Shownu im Zimmer, um sie zu wecken, doch sofern er Kihyun - verborgen unter allen Decken und hinter Minhyuks hastig hindrapiertem Leib - überhaupt sieht, kommentiert er es nicht.
Es wäre ihm egal, stellt Kihyun überrascht fest, als die Tür wieder zufällt und Wonho völlig entsetzt in sein Kopfkissen schreit.
Er liebt sie und sie lieben ihn.
Das ist alles, was auf einmal zählt.
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Date: 2017-12-03 06:59 pm (UTC)