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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schneewittchen
Challenge: h/c - Fieberschübe
Fandom: Original - Our Own World
Charaktere: Liang, eine hilfreiche Kommilitonin, Oliver, Sabine
Wörter: 1345


>Es hatte eigentlich ganz harmlos angefangen. Ehrlich. Okay, er hatte den Bus und nicht das Fahrrad genommen, um zur Uni zu fahren, aber das war nichts, was er ernst genommen hatte. Manchmal war man nunmal erkältet. Gehörte dazu, gerade zum nasskalten Herbst.
Als aber plötzlich alle um Liang herum aufstanden und nach draußen drängten, wurde ihm klar, dass er nach dem Beginn der Vorlesung nichts mehr mitbekommen hatte. War er eingeschlafen? Oder hatte er einfach abgeschaltet? Er konnte es nicht einmal sagen. Müde fuhr er sich mit einer Hand über das Gesicht und irgendwie fühlte es sich etwas warm an. Was nicht an der Raumtemperatur liegen konnte, die meisten zogen ihre Jacken hier nicht einmal aus, wenn es kalt draußen war. Den Saal zu heizen schien unmöglich zu sein. Ihm selbst war jedenfalls wirklich kalt.
“Hey… alles okay?” Die Stimme kam von ganz weit weg und erst jetzt wurde ihm klar, dass er die ganze Reihe blockierte. Okay, es ging auch noch in die andere Richtung raus, aber trotzdem.
“Sorry”, murmelte er und stand auf, um die Kommilitonin durchzulassen.
Die aber rührte sich nicht. “Alles gut. Aber du solltest besser nach Hause fahren…?” Ihre Stimme verschwand ein wenig fragend, als wäre sie sich nicht sicher, ob sie die Sache überhaupt etwas anging. Liang aber nickte nur. “Ist wohl besser.” Er sah sie an. Sie hatte mit ihm angefangen, soweit er wusste. Zumindest hatte der Anblick ihrer bunten Hijabs sein Studium sehr konstant begleitet. Heute war das Tuch rot, mit einem goldenen Muster am Rand. Wirklich gesprochen hatten sie nie miteinander. Was eher daran lag, dass er der unsoziale war.
“Triffst du dich heute wieder mit deinem Freund?”
Äh? Verständnislos sah er sie an und es schien rüberzukommen, dass er gerade nicht mitkam. “Ich sehe euch immer in der Mensa. Und ich denke nicht, dass du alleine nach Hause fahren solltest. Sonst kippst du noch um.”
“Es geht schon.” Aber Liang merkte selbst, dass seine Beine gerade nicht so wollten wie er und setzte sich lieber wieder hin.” Irgendwo im Hintergrund murmelte etwas, was er aber nicht mehr so recht mitbekam. Wie er es hasste, wenn er krank war… schlimmer war nur, wenn andere dabei waren, wenns ihm schlecht ging. So wie jetzt.
“Gib mir dein Handy.”
“Hä?”
“Ich ruf ihn für dich an. Und dann warten wir draußen, bis er da ist.” Wieder sah Liang auf und merkte jetzt, dass… wie auch immer sie hieß, nicht alleine war. Bei ihr war noch eine junge Frau, die etwas überfordert wirkte. Sie war ihm noch nie aufgefallen, aber das musste nichts heißen. Immerhin trug sie keine schillernden Hijabs spazieren. “Die nächste Vorlesung geht gleich los.”
Achja… da war ja was gewesen. Matt nickte Liang und kramte sein Handy aus der Jackentasche. In letzter Sekunde erinnerte er sich noch daran, dass er es besser entsperren sollte und Olivers Nummer heraussuchen. Dann hielt er es seiner Kommilitonin hin, die einen kurzen Blick auf das Display warf, und dann nochmal ihn ansah. “Sorry aber… wie heißt du nochmal?” Sie wirkte dabei ehrlich verlegen, was Liang nicht so recht verstehen konnte. Es zwar praktisch unmöglich, jeden mit Namen zu kennen. Auch wenn sie beide eher herausstachen. “Liang”, murmelte er daher, ohne groß darüber nachdenken. Sie nickte kurz, tippte zweimal auf das Handy und dann hörte er schon das Freizeichen. Lautsprecher also.
Es dauerte ein wenig, bis Olivers gut gelaunte Stimme sich meldete. “Hey. Schon Sehnsucht?”
“Hier ist Fatima.” Bei den Namen klingelte sogar etwas. “Ich bin mit Liang in einer Vorlesung.” Sie sprach seinen Namen dabei so katastrophal falsch aus, dass Liang sich ärgerte, ihr nicht einfach seinen deutschen Namen gesagt zu haben. Er sollte es langsam wirklich besser wissen.
“Und… warum rufst du an?” Liang hörte selbst durch den leichten Nebel, der wieder über alles zu fallen drohte, wie sehr Oliver sich bemühte, ruhig zu bleiben.
“Weil es ihm nicht besonders gut geht… ich würde mich besser fühlen, wenn du ihn abholst, und nach Hause bringst.”
“Okay. Bin sofort da. Ihr seid im H1, oder?”
“Genau. Wir sitzen dann im Foyer. Hier wirds gleich wieder voll.”
“Alles klar. Gib mir fünf Minuten.”
“Kriegst auch zehn. Bis gleich.”
“Danke”, hörte Liang Oliver noch sagen, dann hatte Fatima die Verbindung schon unterbrochen und hielt ihm das Handy wieder hin. Mit einem gemurmelten Dank nahm Liang es entgegen und kam langsam auch auf die Idee, dass er zusammenpacken könnte. Aber mehr als seinen Collegeblock und einen Kugelschreiber hatte er ohnehin nicht rausgeholt. Die waren schnell wieder im Rucksack verstaut, den Fatima sich schnappte, bevor er ihn hochheben konnte, und ihrer Freundin in die Hand drückte. “Komm, ich helfe dir. Nicht, dass du hier noch umkippst.”
Irgendwie wurde das hier immer schlimmer. Als jemand viel zu nahe dran fragte, ob sie Hilfe brauchten, beschloss er aber, dass es wirklich besser wäre, schnell hier rauszukommen.
Ohne dass Fatima ihn gestützt hätte, wäre er auch nicht sehr weit gekommen. Oder nur sehr langsam. Im Ernst, warum ging es ihm so schnell so dermaßen beschissen? Das war doch nicht normal!
Erleichtert ließ er sich nach einer Ewigkeit wieder auf die Bank fallen und hörte, wie Fatimas Freundin irgendetwas sagte, aber er konnte sich nicht mehr genug konzentrieren um herauszufiltern, was es war. Irgendwas mit Arzt war da. Keine schlechte Idee… aber er wollte erstmal lieber nur ins Bett. Außerdem hatte er Sabine. Die noch keine Ärztin war, aber schon recht nah dran. Und wenn die sagte, er sollte zu nem richtigen Arzt gehen, konnte er es ja immer noch machen.

Dann ergriff plötzlich jemand seine Hände. “Liang? Scheiße… du siehst scheiße aus.” Olivers Hände waren ganz kalt. Oder war er so warm? Liang wusste es nicht.
“Du warst auch schon mal charmanter…” Er war so froh, dass Oliver da war.
“Ich bin immer charmant.” Oliver strich ihm kurz durch die Haare und wandte sich an Fatima. “Danke, dass ihr euch um ihn gekümmert habt. Ich übernehme ab hier.”
“Kein Problem. Und ihr solltet überlegen, zum Arzt zu gehen…”
“Seine Mitbewohnerin studiert Medizin. Sie müsste daheim sein.”
“Okay. Ihr kommt jetzt klar?”, fragte Fatima nochmal nach und Oliver versichert ihr, dass er alles im Griff hatte. Liang wollte inzwischen nur noch nach Hause.
“Sabine ist doch daheim, oder?”, hakte Oliver nach, als sie zur Bushaltestelle gingen. Wobei Liang sich mehr auf seinen Freund stützen musste, als ihm lieb war. “Müsste eigentlich. Nathalie hat Uni…” Und dann nutzte Sabine gerne die ruhige Wohnung um zu lernen. “Sie wird lernen. Also Sabine.”
“Hoffentlich. Du bist richtig heiß… und damit meine ich nicht dein Aussehen.”
Liang war momentan ohnehin nicht in der Stimmung, auf mehrdeutige Aussagen zu achten. “Heute früh wars noch okay… war nur ne Erkältung.”
“Verschätzt du dich öfter so?”
Liang zuckte mit den Schultern. “Eigentlich nicht. Denke ich… werd selten krank.” Jedenfalls so. “Heute früh ging wirklich noch.” Wie er es hasste, krank zu sein…

Irgendwann hatten Olivers Finger ihren Weg in seine Haare gefunden und der Rest verschwamm irgendwie. Anscheinend war er aber noch gut genug auf den Beinen, dass sie es nach Hause schafften, denn irgendwann lag er in seinem Bett und Sabine murmelte etwas über zu ehrgeizige Asiaten.
“Schmeiß mich nicht mit halb China in einen Topf…”
“Okay, dann bist du eben ein idiotischer Kerl. Die nächsten Tage bewegst du dich nur im Notfall aus dem Bett, ist das klar? Und wenn das Fieber bis übermorgen nicht runter ist, schleppe ich dich eigenhändig zum Arzt.”
“Du hast eine furchtbare Art, mit Patienten umzugehen”, war Olivers Meinung, der immer noch (oder wieder?) Liangs Hand hielt.
“Er ist ja auch nicht mein Patient, sondern einer meiner besten Freunde.” Sie stand wieder auf und meinte: “Ich mache euch Tee.” Nach einem kurzen Zögern fragte sie: “Du bleibst doch hier, oder?”
Bevor Liang fragen konnte, wen sie nun meinte, Oliver oder ihn, antwortete Oliver: “Erstmal ja. Wo ich am Referat arbeite, ist ja egal.” Liang sah noch, wie Sabine lächelte und kurz nickte, bevor sie sie alleine ließ.
Erst dann murmelte er: “Erwarte aber nicht, dass ich ne gute Gesellschaft bin.”
“Ich erwarte, dass du schläfst.”
“Sollte ich hinkriegen.”

Date: 2017-08-27 09:02 pm (UTC)
From: [identity profile] leiyahime.livejournal.com
Aww!!!! Ich mag Fatima!
Und ich mag Olivers flirtende Art, auch wenn er sehr Besorgt um Liang ist. Und Sabine hat recht... mit seinen besten Freunden kann man so umgehen! Egal ob man nu Medizin studiert oder nicht!
Wie immer schönes Kapitel!!! Freu mich immer auf mehr zu diesen Schnuffis!!!

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