[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Rapunzel
Fandom: Youtuber /RPS
Pairing: Julien Bam/iBlali (Viktor)
Challenge: Orte: Badezimmer (für's Team, wenn wir wollen)
Anmerkung: Kein Plot. Könnte eventuell fortgesetzt werden.
Zwei betrunkene Typen in einem Badezimmer.

Von draußen dringt das Gelächter und Stimmengewirr der anderen.
Irgendwer johlt – es klingt entfernt nach Triumphgeheul von... Toni?
Julien versucht die Ohren zu spitzen und vergisst es gleich wieder.
Sein Handy vibriert in der Hosentasche und er bekommt es nur ansatzweise mit.

Wenn er zwischendurch die Augen öffnet, verschwimmen die weißen Badezimmerfliesen ineinander. Dann nimmt er die Lippen von Viktors und grinst dümmlich vor sich hin.

Der Junge unter ihm ist glorreich und schön und mindestens genauso hackedicht wie er selbst.
Julien fragt sich, wie man es schafft, mitten in der Nacht an eine Badewanne gelehnt mit dem Hintern auf einem Badezimmerteppich und mit keineahnungwieviel Promille noch so gut auszusehen.

„Bisschen zu viel Milch“, schmunzelt Julien und verlagert sein Gewicht. Er sitzt auf seinem Freund, hat ihn quasi zwischen den Beinen. Gefährlich, du Dummkopf, sehr gefährlich.

Die Badezimmerlüftung rauscht über ihnen und raubt ihm den letzten Nerv.

Viktor grinst breit;
„Fällt bestimmt auf, dass wir nicht da sind.“

Julien zuckt mit den Schultern;
„Hat noch keiner an die Tür geklopft, oder? Zur Not sagen wir, du musstest kotzen und ich musste dir die Haare halten.“

Es wackelt leicht unter ihm als Viktor gluckst;
„Sorry, aber wenn hier einer eher kotzt, dann ja wohl du. Weiß doch jeder, dass euch Asiaten die Enzyme fehlen.“

„Halt die Klappe.“

„Pff... mach mich!“

Um Gottes Willen. Er hat vergessen, wieviel flacher Viktors Witze werden, wenn er zu viel getrunken hat.

„Dein eingedeutschtes Englisch turnt ab“, grinst Julien und fährt mit der Hand durch Viktors Haare, betrachtet für einen Augenblick, wie die roten Strähnen zwischen seinen Fingern aussehen.
Nur noch ganz kurz, wispert ein Stimmchen in seinem Hinterkopf. Nur noch ganz kurz, denn das hier ist viel zu gut.
Denn das hier ist soweit jenseits von allem, was er je über sich gedacht hätte.

„Lass uns eine Affäre anfangen“, flüstert er Viktor ins Ohr. Da ist noch mehr Kichern, das aus seinem Bauch einfach hochblubbert, das er warm und weich gegen Viktors Ohr haucht, bis dieser mitkichert.
Er schließt die Augen, Wange an Wange, lässt sein Becken ein wenig vor- und zurückgleiten.

Weil er nun einmal gerade so ein Arschloch ist.

„Was soll'n das heißen?“, gibt Viktor zurück. Aber er hat seine Hände in Juliens Haaren, dort, wo kein Spray ist, wo sie weich sind.
„Für 'ne Affäre müssten wir beide anderweitig vergeben sein.“
„Klingt aber anrüchiger.“

„Ah.“
Viktor legt den Kopf zurück und grinst besoffen, dann hält er die Luft an.

Uuh, hallo, denkt Julien, und verstärkt seine Bewegungen.
Keine Ahnung, was er als nächstes machen würde. Er hat keinen Schimmer von schwulem Sex.
Da wird er erst ein Tutorial googeln müssen. Höhö.

„Ich nenn das Bindungsangst, du Klugscheißer“, sagt Viktor.
Touché.

„Und du solltest echt mal zu jemandem gehen, der dir professionell hilft. Auch wegen deiner Arbeitssucht, Ju, das ist echt nicht mehr-“

Julien verschließt ihm den Mund mit seinem eigenen. Billiger Trick und wie aus einem Scheiß Film, aber effektiv. In seinen Adern singt der Alkohol Fly me to the moon und es ist angenehm, so angenehm, weil es das alles hier, weil Viktors Hände an ihm, sein Mund, seine Zunge, so anders als alles andere, dass es für diesen Moment das ewige Nagen tief in Juliens Innerem stillegt. Das ewige Nagen der Angst vor Mittelmäßigkeit, davor, nicht gut genug zu sein, davor, sang- und klanglos zu verschwinden.

Hier zwischen den verschwimmenden weißen Fliesen kann er sein Herzklopfen herausküssen, kann sein Entzücken in die Luft werfen, fürchtet beinahe, Regenbogenfarben auf dem Weiß zu hinterlassen wie Rauchspuren.

Nur noch einmal, denkt er fieberhaft und beißt sanft in Viktors Unterlippe.

Nur noch einmal, nur noch einmal, nur noch einmal-

Irgendjemand pocht gegen die Badezimmertür. Es klingt wie Bao.
„Ich müsste mal“, ruft leise die Stimme.

„Hier is' besetzt!“, erwidert Julien herzlos und Viktor lacht an ihm so amüsiert, dass die Vibrationen...Dinge mit Juliens Unterleib tun.

„Komm schon“, flüstert Viktor und drückt ihn von sich.
„Bevor irgendwer aus meinem Fenster pinkeln muss.“


Und Julien lässt sich in die Höhe ziehen, kichert ein klein wenig.

Doch als die Tür aufgeht und Bao sich mit betrunken rotem Gesicht an ihnen vorbeischiebt, als sie wieder bei den anderen sind und Viktor eingerahmt wird von Toni und Nia, die ihm einen Playstation-Controller in die Hand drücken, ist der Moment verflogen.

Julien sieht eine kleine Weile zu. Dann tut er, als würde er Whatsapp-Nachrichten beantworten.
Dann steht er auf und sucht nach noch mehr Alkohol.

Gegen das Nagen in seinem Hinterkopf.

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