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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schneewittchen
Challenge: Farben - Blau - Bluterguss
Fandom: The Prince of Tennis
Charaktere: Familie Fuji
Wörter: 1438
Anmerkung: Ich hoffe, ich bin IC geblieben x_X

Teil 1, Teil 2

Mit dem ersten ehrlich empfundenen Lächeln des Tages streckte Fuji die Hand aus, in die Yûta ein weißes Gummibärchen fallen ließ.
Zu spät bemerkte er den viel zu deutlich sichtbaren Bluterguss um sein Handgelenk, dort wo Kawashima ihn festgehalten hatte. Merkwürdig, er hatte es bis jetzt gar nicht gespürt. Auch jetzt war die Verletzung irgendwie surreal. Als gehöre sie gar nicht zu ihm. Wider besseren Wissens hoffte er, dass seine Geschwister nichts bemerkten, aber schon legten sich Yûtas Finger um sein Handgelenk und hielten ihn so fest. Eine Geste, sie im ersten Moment an die Situation mit Kawashima erinnerte, aber doch ganz anders war. Yûta würde ihm niemals wehtun.
“Wer war das?” Es war Yumiko, die diese Frage stellte, ihre Stimme leise und düster. Fuji schwieg. Es brachte nichts, irgendetwas zu leugnen. Niemand würde glauben, dass es ein Unfall gewesen war.
“Aniki!” Yûta klang, als würde er am liebsten jemandem sehr wehtun. Trotzdem hielt er Fujis Gelenk weiterhin sehr vorsichtig fest, als hätte er Angst, ihm wehzutun.
Irgendwie schaffte Fuji es, ein nichtssagendes Lächeln auf sein Gesicht zu bringen. Natürlich würde es niemanden der Anwesenden täuschen, aber er wollte auch nicht darüber reden. “Es ist nichts weiter.”
“Blödsinn!”
“Shûsuke, wenn du Probleme hast…” Es war keine Frage. Yumiko war nicht dumm. Vermutlich konnte sie sich genau denken, was los war. Aber das bedeutete nicht, dass Fuji darüber reden würde. “Ich komme zurecht.” Zwar wusste er noch nicht, wie er mit der Sache genau umgehen sollte, aber gerade von seinem kleinen Bruder brauchte er keine Hilfe. Auch wenn der inzwischen eher aussah, als wäre er der Ältere.
Einen Augenblick lang wirkte es, wollte Yûta aufbrausen, aber Yumiko legte ihm eine Hand auf die Schulter. Leise sagte sie: “Wir sollten reingehen, es gibt gleich Abendessen.” Die Botschaft war klar. Besser, sie ließen ihren Vater nicht warten. Nach dem Streit, den er zweifelsohne mit Yûta gehabt hatte, würde er jeden kleinen Fehltritt noch deutlicher bemerken.
“Okay.” Ruckartig ließ Yûta Fujis Arm los und wandte sich ab. Knallend fiel die Verbindungstür zwischen Garage und Haus ins Schloss.
“Er wird nicht lockerlassen. Und ich auch nicht”, sagte Yumiko ruhig, aber ihre Anspannung war nicht gewichen, im Gegenteil. Fuji machte sich nicht mehr die Mühe, seine Fassade aufrechtzuhalten. Seine Schwester hatte er noch nie täuschen können.
“Ich bezweifle, dass es etwas gibt, was ihr tun könntet.” Vielleicht sollte er das Schulteam wirklich verlassen. Es war ohnehin langweilig. Aber sich von solchen Leuten vertreiben lassen? Schon der Gedanke hatte einen bitteren Beigeschmack. “Wir kommen zu spät zum Essen”, murmelte er und wusste selbst, dass er sich dadurch nur noch verdächtiger machte, als ohnehin schon. Aber zu seiner Erleichterung nickte Yumiko. “Du hast Recht. Sonst gibt es da drin gleich eine Katastrophe.”
“War es so schlimm?”, fragte Fuji, als er ihr ins Haus folgte.
“Du hast keine Ahnung…”

Beim Essen hatte Fuji nachgeholt, was er vorher versäumt hatte, nämlich den Blazer seiner Schuluniform wieder angezogen. Das letzte was er jetzt brauchen konnte war, dass seine Eltern den Bluterguss auch bemerkten. Es war schon ein Wunder gewesen, dass er Eiji entgangen war. Es war aber natürlich auch möglich, dass er da noch nicht so weit ausgeprägt gewesen war.
Erstmal herrschte zum Glück Schweigen am Tisch, was nur zum Teil daran lag, dass das Familienoberhaupt wenig davon hielt, beim Essen zu reden. Die Spannung war fast greifbar und als Fujis Mutter den Tisch abräumte, war die Schonfrist vorbei. Sein Vater fixierte Fuji aufmerksam. “Du warst schon wieder fast zu spät. Hast du dich wieder auf dem Tennisplatz herumgetrieben?” Das war so eindeutig keine Frage, dass Fuji es gar nicht erst für nötig hielt, darauf zu antworten. Stattdessen hielt er sein Gesicht regungslos und sah auf den Tisch, genau auf eine Stelle kurz vor den schlanken Händen seines Vaters. Einige Sekunden hing das Schweigen noch schwerer im Raum als ohnehin schon, dann schien seinem Vater klar zu werden, dass er keine Antwort bekommen würde. “Du weißt, was ich von dieser Spielerei halte. Es hält dich nur von den wichtigen Dingen des Lebens ab. Werd endlich erwachsen.”
“Es ist keine Spielerei.” Die Wut, die er seit der unangenehmen Szene mit Kawashima im Bauch hatte, drohte, sich Bahn zu brechen. Was das allerletzte war, was Fuji jetzt brauchen konnte.
“So? Du weißt genau, dass daraus niemals etwas werden wird.”
“Das muss es ja auch nicht”, mischte Yumiko sich ein, ob sie ihm einfach zur Hilfe kommen wollte, oder merkte, wie nah Fuji am Limit seiner Selbstbeherrshcung war, würde er wohl nie erfahren. “Es ist ein Hobby… jeder braucht einen Ausgleich. Du spielst ja schließlich auch Golf. Und das gar nicht schlecht.” Sie lächelte. “Das schafft man auch nicht, ohne ein wenig zu üben.”
Fuji und Yûta tauschten einen kurzen Blick. Was auch immer ihre Schwester vorhatte, es schien erstmal zu funktionieren.
“Du hast natürlich Recht. Aber es hält mich nicht von meinen Verpflichtungen ab.”
“Das gilt für Shûsuke und Yûta ebenso. Und du warst selbst so stolz, als Yûta Captain seines Teams wurde.”
“Da wusste ich noch nicht, dass seine Leistungen derart darunter leiden.”
“Das Thema lag mir nicht” murrte Yûta und sah aus, als hätte er noch mehr zu sagen, aber sein Vater kam ihm zuvor. “Dann hättest du mehr lernen sollen.”
“Er hat mich vorhin gebeten, es nochmal mit ihm durchzugehen”, sprang Yumiko ein, die die Eskalation ebenso kommen sah, wie Fuji selbst. Ein schneller Blick zu Yûta zeigte, dass der nichts dergleichen getan hatte, aber zu Fujis Erleichterung beeilte sein kleiner Bruder sich, zu nicken. Das schien erstmal alle zufriedenzustellen und bevor sein Vater wieder auf die Idee kommen konnte, wieder auf Fujis Hobby herumzuhacken, stand er unter dem Vorwand auf, seiner Mutter helfen zu wollen. Die hatte sich wie immer herausgehalten. Hinterher versuchte sie zwar immer, die Wogen etwas zu glätten, aber wirklich Hilfe, war von ihr nie zu erwarten. Fuji hatte sich daran gewöhnt. Auch jetzt schenkte sie ihm ein sanftes Lächeln. “Er will doch nur das beste für euch.”
Nur wusste er nicht, was das beste war. Dieser Mann tauchte regelmäßig zum Wochenende auf und glaubte, er wüsste alles über seine Kinder. Stattdessen tat er aber nur sein bestes, alles zu verderben, was gerade seinen Söhnen wichtig war. Fuji wusste nicht, ob es Absicht war oder nicht, aber es war, als legte er es darauf an, dass sie sich unzureichend fühlten. Das schlimme war, es begann zu funktionieren. Wenigstens bei Fuji selbst. Und er hasste dieses Gefühl.

Eine halbe Stunde später hatte er sich in sein Zimmer zurückgezogen und betrachtete eine seiner Kakteen. Sie hatte kleine Knospen ausgebildet, die bald blühen würden. Dafür, dass die Pflanze halbtot gewesen war, als er sie vor Eiji gerettet hatte, war das eine echte Leistung. Sein Handy zeigte schon eine Weile blinkend an, dass er eine Nachricht erhalten hatte, aber bisher hatte er keine Lust gehabt, sie sich anzusehen. Er wollte nur seine Ruhe. Er wollte rausgehen und Tennis spielen. Richtig spielen. Aber wenn er sich jetzt nach draußen schlich, würde er nur wieder Ärger riskieren und das so kurz nachdem Yumiko irgendwie das Wunder vollbracht hatte, dass Tennis momantan nicht mehr der Erzfeind war. Also blieb ihm nur, den Abend irgendwie rumzubringen.
Da er keine Lust hatte, etwas zu lesen oder sich wie sonst gerne in Fotografieforen herumzutreiben, setzte er sich schließlich an seine Hausaufgaben. Jedenfalls, bis es an der Tür klopfte und wenig später Yumiko im Zimmer stand. Ihr Blick ging direkt zu seinem verfärbten Handgelenk und Fuji ärgerte sich über den Hochsommer. Kaum eine Chance, das länger zu verstecken, ohne von der Hitze einzugehen. “Willst du mir jetzt sagen, wer das war?”, fragte Yumiko leise, nachdem sie die Tür hinter sich geschlossen hatte.
“Warum spielt es eine Rolle, wer es war? Es gibt immer Leute, die denken, etwas zu erreichen, indem sie anderen wehtun.” Und er war sich immer noch nicht sicher, ob er sie in der Meinung bestätigen sollte, oder nicht. Yumiko seufzte und ging zu ihm. Erst jetzt bemerkte er, dass sie eine Tube dabei hatte. “Lass mich mal sehen.” Als Fuji ihr die Hand hinhielt, hielt sie vorsichtig das Gelenk fest und strich über das Hämatom. “Tut es weh?”
“Ein wenig…” Er beobachtete, wie seine Schwester die kühle Salbe auf die betroffene Stelle verteilte und flüsterte schließlich: “Sie wollen, dass ich das Schulteam verlasse…” Ganz kurz nur hielt sie inne, sah ihn aber erst wieder an, als sie fertig war. “Und? Was wirst du tun?”
“Ich weiß es nicht. Ich will sie nicht gewinnen lassen aber… wirklich Sinn macht es dort auch nicht. Nicht so.”
Darauf schien auch Yumiko keinen Rat zu wissen, denn sie schwieg und nahm ihn nur in den Arm.

Date: 2017-08-26 08:34 pm (UTC)
From: [identity profile] leiyahime.livejournal.com
>.< Fuji!!!! Ich will ihn knuddeln!!!!Mein armes bby!!! Er ist aber auch in ner Scheiß Situation!!!

Ich mag es total wie die Geschwister zusammenhalten und wie Fuji nicht mit durchkommt, die Sache untern Tisch fallen zu lassen. Dummer Papa, dummer Kawashima oder wie er heißt....

Und wer hat geschrieben? Tezuka? Aber ich verstehe, dass Fuji zu down ist, um sich noch mehr Kontakt aufzuhalsen.

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