[identity profile] les-lenne.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Shinshi Doumei Cross
Pairing: Maguri/Maora
Rating: U
Challenge: #1 demonstrativ + #3 "Auch ein perfektes Chaos ist etwas Vollkommenes."
Summary: Es ist ein perfekter Tag. Trotzdem ist Maora kotzübel.
A/N: Für dieses Pair gibt es ja leider gar keine Fans in der deutschen Ecke. Egal.


Dein weißes Kleid





Die Sonne schien so hell, dass das Grün des Rasens dursichtig zu schimmern schien, und weil die lauen Temperaturen vom Ende dieses Frühjahrs so angenehm waren, saßen die meisten Schüler draußen auf dem Gras und ließen es sich schweigend gutgehen. Es war ein perfekter Tag für ein perfektes Date, und das wussten auch alle Schüler der Akademie; jeder schien heute einen Partner zu haben, mit dem er (oder sie) auf dem Bauch liegen und sich gegenseitig anhimmeln konnte.
An so einem Tag war Maora nicht zum Lachen zumute.
"Ich glaube, mir ist schlecht." Maora ging auf und ab, auf und ab, und nochmals auf und ab. Es entging ihm nicht, dass Haine seinen Schritten mit den Augen folgte.
Ushio, an der er gerade vorbeigeging, zog ihr Pockystäbchen in den Mund. "Vielleicht bist du ja schwanger."
"Sehr witzig." Maora stemmte die Hände in die Hüften und baute sich vor ihr auf. "Ein intelligenterer Witz ist dir aber nicht eingefallen, oder?" Der Stoff des Kleids, das Haine für ihn ausgesucht hatte, fühlte sich an wie die Microfaserhandtücher auf der Damentoilette. Irgendwie kam er sich bescheuert vor.
"Du siehst aus wie eine Braut, und warum solltest du jemanden wie Maguri heiraten, wenn du nicht schwanger bist?" Ushio schob sich ein weiteres Stäbchen bis zur Hälfte in den Mund und biss dann ab. Die Krümel spritzten Maora entgegen.
"Ushio", sagte Haine.
Ushio zuckte die Achseln und knabberte weiter.
Das Kleid berührte bei der nächsten Brise seine Kniekehlen und ihm kam eine Gänsehaut. Haine legte einen Arm um seine Schultern und drückte ihn an sich. "Ach, Maora! Du siehst heute so süß aus! Das Weiß mit dem Zitronengelb!"
"Wie eine Braut", nuschelte Ushio. Maora warf ihr einen blitzenden Seitenblick zu.
"Maora!" Haine nahm ihn bei den Händen. Maora blinzelte sie verwirrt an.
"Ja?"
"Du wirst heute ein Date haben! Ein Rendezvousz! Mit Maguri!"
Musste sie ihn daran so lauthals erinnern? Er war gerade dabei gewesen, es wieder zu verdrängen, dass er sich extra schick gemacht hatte und sich mit dem durchsichtigen, glänzenden Lipgloss mit Erdbeergeschmack auf einmal furchtbar dumm vorkam.
"Also hab bessere Laune. Du wolltest doch immer mit ihm ausgehen. Heute ist der perfekte Tag dafür!"
Das hatte er auch schon bemerkt. Aber ... irgendwie ging das alles viel zu schnell. Wie es dazu überhaupt erst hatte kommen können? Maguri hatte ihn abends, als sie beide noch im Zimmer des Koutei gesessen hatten um überfällige Arbeit für ihn zu erledigen, der gerade Haine fein zum Essen ausgeführt hatte, um ein Date gebeten. Sie waren beide furchtbar rot geworden, und Yoshitaka hatte ja gesagt.
Jetzt stand Maora im Umkleideraum der Mädchen und ein hauchdünnes, knielanges weißes Kleid, das, da musste er Ushio zustimmen, aussah wie ein Brautkleid, strich ihm um die Knie. Was ihn nicht nur furchtbar kitzelte, er kam sich auch schutzlos vor. Das wiederum führte dazu, dass er pikante Tagträume hatte. Maguri schob ihn gegen eine Wand und fuhr unter das Kleid, der Stoff wölbte sich auf und Maora presste die Beine zusammen, aber Maguri drückte sie wieder auseinander ...
"Maora, alles okay?" Haine schüttelte ihn, dass seine Nervösität, die sich ja in Übelkeit ausgedrückt hatte, ihn schlagartig wieder in Besitz nahm.
"Uh. Alles bestens." Er versuchte sich an einem Lächeln, aber Haines skeptischer Gesichtsausdruck machte ihm klar, dass das wohl nicht so ganz geklappt hatte, wie gedacht. "Wirklich, Haine, mir geht es gut. Ich verspreche dir, dass ich nicht in Ohnmacht fallen werde." Oder übergeben, fügte er in Gedanken hinzu.
Haine beobachtete ihn weiter skeptisch. "Du bist ganz blass. Sicher, dass wir nicht Atemübungen machen sollen?"
"Du machst Atemübungen?" Ushio war, wie sie es zu pflegen tat, lautlos aufgestanden und hing sich an Haine. "Das sieht bestimmt süß aus."
Haine sah auch jetzt süß aus, wie ihre Wangen rot aufglühten. Maora schüttelte den Kopf und drehte sich von den beiden turtelnden Mädchen weg (nun, nur eines turtelte). Er hatte heute ein Date mit Maguri! Maguri! Er sollte nur an ihn denken. Maguri ist süß, Maguri ist süß, ratterte er in seinem Kopf herunter. Das half tatsächlich, denn als er sich umdrehte fand er Haine immer noch süß. Aber nur wie eine gute Freundin ihre gute Freundin süß fand. Manchmal, wenn er sich Sorgen machte, dass Maguri es nicht ernst mit ihm meinte, dann wurde er schwach, wenn er Haine ansah. Andererseits sah Maguri Takanari manchmal immer noch so an ... dann war es fair, richtig? Oder vielleicht würde er heute Abend verheult zu Haine rennen, weil es nicht mehr fair war, weil Maguri ihn doch nur als Trostpreis und nicht als Hauptgewinn sah.
Mit Mühe atmete Maora ruhig ein, sodass sich seine Brust weit anhob und dann wieder absenkte, als er die Luft ausstieß. "Okay! Wieviel Uhr ist jetzt, Haine?"
Haine befreite sich mit einiger Mühe aus Ushios Klammergriff und sah auf ihre Armbanduhr. "Zwanzig nach zwei. In zehn Minuten geht's los!"
Maora sank ein Stein in den Magen, aber er ließ sich nichts davon anmerken und reckte eine geballte Faust in die Höhe. "Heute werde ich ein Date haben! Und es wird wundervoll werden!!"
"Chaka", murmelte Ushio, während sie Haine Schleifchen in die Haare band. Maora ignorierte die nicht vorhandene Begeisterung in ihrer Stimme und schlug sich mit der Faust auf die Brust.
"Maora!" Haine stolperte auf sie zu. "Jetzt hast du schon wieder die Schleifchen durcheinandergebracht."
Maora sah an sich herunter. Ja, da wo Haine das Kleid schön ausgefüllt hätte hingen bei ihm glatt die Schleifchen an seiner Brust herunter. Haine zupfte an ihnen, bis sie wieder ordentlich aussahen. Als sie fertig war, schob sie ihn vor den Spiegel. "Schau wie hübsch du bist!"
So schlecht sah es gar nicht aus. Das Möchtegernbrautkleid war tailliert geschnitten und dank des Petticoats kam sich Maora selbst ziemlich süß vor. Das Oberteil mit den Schleifchen und den weich fallenden Spitzen an den Puffärmeln ließ Maoras Schultern noch ein Stück schmaler wirken. Wenn er es nicht besser gewusst hätte, dann hätte er sich selbst für ein Mädchen gehalten. Eins, das sich am achtzehnten Geburtstag nur eines, nämlich eine Brustvergrößerung wünschen würde, aber ein Mädchen. Verlegen sah er auf seine Füße. Die Sandalen mit leichtem Absatz waren auch weiß. Ushio hatte sie mitgebracht. Haines Schuhe hätten ihm nicht gepasst. Ushio hatte das Wort "Treter" gebraucht, und Haine war beinahe in Tränen ausgebrochen. Als Mädchen Schuhgröße 42 zu haben war nicht einfach. Als Junge Schuhgröße 36/37 zu haben aber auch nicht.
Er rollte die Zehen ein. Das Band um seinen Hals, an dem ein Glöckchen hing, klingelte leise, als er sich umdrehte. Ushio hatte die Tür geöffnet und im Rahmen stand Maguri. Maora versuchte ihn anzulächeln, aber am liebsten hätte er sich umgedreht und wäre aus den riesigen Glasfestern gesprungen. Haine schien das zu bemerken und packte seinen Arm. "Da bist du ja, Maguri. Wir haben dir Maora richtig rausgeputzt. Sieht Maora nicht süß aus?" Haines Lächeln ließ keine Widerworte zu. Aber Maguris Antwort wirkte nicht gezwungen als er lächelnd den Raum betrat und Maoras Hand ergriff, und sagte: "Du siehst sogar sehr süß aus."
Maora war sich nicht ganz sicher, was in ihm dahinschmolz wie Butter in einer heißen Bratpfanne, nur dass die Knie als erstes nachgaben. Da Maguri ihn in dem Moment umarmte, als er dachte, er würde gleich umkippen, bemerkte niemand, dass er sich fühlte, als ob er auf zwei Wackelpuddingstöcken stehen würde.
Er atmete erleichtert aus, als Maguri ihn losließ. Seine Haut prickelte. Das erinnerte ihn daran, wie er sich letztes Jahr einen schlimmen Sonnenbrand geholt hatte, nur dass es in diesem Moment nicht wehtat. Sternchen sah er trotzdem, und sein Herz schien die Schleifchen mit heftigen Schlägen auseinanderreißen zu wollen.
"Viel Spa-haß!", rief Haine ihnen hinterher, als Maguri ihn aus dem Zimmer zog. Er hatte Schwierigkeiten, hinterher zu kommen, aber als sie um die erste Ecke waren, hielt Maguri an. Von dem Schwung, mit der er ihn herumrieß, wurde Maora so überrascht, dass er noch ein paar Zentimeter weiterschlitterte.
Maguri lachte und holte ihn zurück. Trotz der Überraschung des plötzlichen Halts bemerkte Maora, dass Maguri eine Hand in seinen Nacken gelegt hatte ... und die andere über seinen Po strich. Er hoffte nur, dass seine Ohren nicht zuckten. Er spürte nämlich, wie der hetzende Herzschlag sie pochen ließ. Oder vielleicht sah man es doch, denn Maguri küsste die Spitze seiner Ohrmuschel.
"Und jetzt verrate ich dir, wo wir heute hingehen."
Ihm fiel es schwer irgendeine Bewegung auszuführen, die über reines Atmen hinausging. Selbst das Schlucken war eine Herausforderung. Wenn jetzt irgendein dummer Maguri-Spruch fiel ... er hatte sich Hoffnungen gemacht, er hatte sich gefreut, er hatte die Nacht nicht richtig schlafen können, hatte sich hin- und hergewälzt. Wenn jetzt... "Wohin?"
"Ich hab gesagt, ich verrate es dir, nicht dass ich es dir einfach so sage!" Maguri schnippte einen Finger gegen seine Stirn.
"Dann zeig es mir halt."
Maguri zog eine Grimasse. "Wenn du mich so anguckst, dann sicher nicht."
"Wie gucke ich denn?" Seine Augen fingen an zu brennen. Nein, nicht mal richtig zu brennen, aber am liebsten hätte er gegähnt, um das Gefühl wegzuschieben. Das wäre aber noch peinlicher, als anzufangen loszuflennen. Mit einiger Mühe und Zähneknirschen gelang es ihm, sich zurückzuhalten.
"Wie drei Tage Regenwetter. Macht dich dieses Date so unglücklich? Dann sollten wir es vielleicht lieber lassen." Maguris Griff in seinem Nacken lockerte sich. Maora schüttelte schnell den Kopf.
"Sorry." Er setzte das beste Lächeln auf, das ihm in diesem Moment gelingen wollte. Maguri sah nicht vollends zufrieden aus, und kraulte ihn nachdenklich (was sich ziemlich schön anfühlte, und beinahe hätte Maora geschnurrt wie ein Kätzchen), aber er nickte. "Jetzt zeig mir schon, was für einen tollen Ort du dir für unser erstes richtiges Date ausgesucht hast."


Maguri bestand darauf, dass er die Augen geschlossen hielt, während er ihn dorthin führte. Zu diesem supertollen magischen Ort, wo ihr erstes richtiges Date stattfinden sollte. Egal, ob er die Arme verschränkt oder genervt gestöhnt und einen Schmollmund gemacht hatte, Maguri war stur geblieben. Jetzt war Maora furchtbar peinlich, wie seine Hände schwitzten, von der eine in einer von Maguris Händen lag, die ganz trocken schien. Vielleicht hatte er Glück und Maguri bemerkte das beim dem Tempo, das er an den Tag legte, gar nicht. Als Maguri endlich anhielt, ging Maora erst mal in die Knie und schnaufte heftig.
"Du hast die Augen aber noch zu, oder?"
"Ja, klar hab ich das!"
Es hört sich ganz so an, als ob eine schwere Tür geöffnet werden würde. Dann wurde Maora auch schon weitergezogen -- wohl durch die Tür, denn plötzlich klackten seine Absätze auf Steinboden und statt schwül zu sein wurde es kalt. Er hatte eine Idee, wo sie sich befanden. Während Maguri ihn einen Gang entlangzog rückte er diese Idee in seinem Kopf weit nach hinten zurück, aber sie kämpfte sich immer wieder nach vorne. So zum Beispiel, als seine freie Hand die Lehne einer Holzbank streifte, und er altes Papier roch. Das war viel zu kitschig. Das würde Maguri nie tun. Andererseits hatte er oft genug selbstbewusst etwas komplett zugekitschtes getan ...
Als sie endlich stehen blieben und Maguri seine Hand losließ, stand Maora stocksteif da. "Darf ich die Augen aufmachen?" Wollte er sie überhaupt noch aufmachen?
"Jetzt darfst du sie aufmachen, so weit du willst."
Maora versuchte es. Ein Spalt konnte nicht schaden. Dann riss er sie ganz auf. "KIRCHE!" hallte es von den altehrwürdigen Steinwänden. Er hatte sie tatsächlich in die Kirche der Akademie geführt. Sie standen vor dem Altar, auf den durch ein langes Seitenfenster Licht fiel. Der wirbelnde Staub sah aus wie leuchtende Schneeflocken, die sich auf die Bibel legten und auch wieder von ihr aufstiegen, wenn man in diese Richtung ausatmete.
"Ich dachte, für das, was ich dir heute sagen will, ist eine Kirche am geeignetsten. Dafür, dass ich so lange unsicher war und dir wehgetan habe, muss ich schließlich dann, wenn ich damit aufhören will, etwas richtig mächtiges bringen, oder?"
Maora starrte ihn an, die Augen noch immer weit aufgerissen. Er bemühte sich wirklich den Mund zu schließen, aber er ließ sich einfach nicht zuklappen.
"Yoshitaka -- Maora --", sagte Maguri und zwinkerte ihn dabei an, "ich muss dir heute etwas sagen, das nicht mehr länger warten kann. Weil, wenn ich es nicht jetzt sofort sage, dann renne ich aus dieser Kirche hier raus und sterbe vor Scham."
"Äh" war alles, was Maora herausbekam.
Maguri kniete sich vor ihm hin und nahm seine linke Hand. "Maora", sagte er. Seine Stimme war tiefer als sonst. Sie krabbelte an Maoras Beinen hoch und strich zwischen ihnen entlang, fuhr ihm durch alle Knochen, die Wirbelsäule hoch bis in die Schädeldecke, wo sie sich einen gemütlichen Platz suchte. Alle Lichter schalteten sich an.
"Ich liebe dich."


Was Maora nicht mitbekam, der danach auf den Boden gesunken war, Maguri geküsst hatte und sich nun von ihm auf den Boden drücken ließ, war, wie ein junges Mädchen leise "Strike!" sagte und ein anderes, Pocky-essendes "Na endlich".

Date: 2007-11-11 04:43 pm (UTC)
From: [identity profile] darkcloe.livejournal.com
*lufthol*...*_______________________* OMG, ist das süß! Ich liebe diese Art von Kitsch einfach <3

Ich habe noch nicht viele Bände von SDC gelesen, aber mir erschienen alle ziemlich IC, angefangen bei ihrer Art zu sprechen bis hin zu ihrem Verhalten.
Die Handlung selbst ist Zucker pur, wie Maora am Anfang so aufgeregt ist, wie sie dann in die Kirche gehen und Maguris Liebesgeständnis... unglaublich süß. Aber nicht irgendwie schmalzig oder abgelutscht, sondern einfach süß und angenehm kitschig. Diese Art Kitsch sollte es einfach öfter geben, hast du sehr toll hinbekommen x3

Date: 2007-11-11 05:10 pm (UTC)
From: [identity profile] darkcloe.livejournal.com
Haaa-puuuh u.u Thx XD Ja, es sollte defintiv mehr Zucker dieser Art geben *G*

Also besonders Haine fand ich sehr schön getroffen, ich konnt mir genau vorstellen, wie ihr Gesichtsausdruck bei den einzelnen Szenen im Manga aussehen würde *G* Gilt auch für die anderen, aber bei ihr war dieser Effekt sehr stark o.o

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios