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[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schneewittchen
Challenge: Romantik/Intimität - Joker: Händchen halten (aus der Romantik/Intimität-Tabelle von 2016) (fürs Team)
Fandom: Original - Our Own World
Charaktere: Liang, Oliver (Sabine läuft durchs Bild)
Wörter: 1072
Anmerkung: Der Jahrmarkt von dem dort die Rede ist, findet in Münster im Frühling, Sommer und im Herbst statt. (Vorzugsweise dann, wenn ich in der Gegend bin und auf dem Platz, wo er stattfindet, gerne parken würde *brumm*) Für Kinder cool, später langweilig und eine Katastrophe, wenn man im Schloss, wo die Uniververwaltung und einige kleine Vorlesungsräume sind, eine Vorlesung oder eine Klausur hat. Das Feuerwerk ist in der Tat eine nette Sache, wenn mal das Wetter mitspielt. *g*


Es war natürlich fast unmöglich eine Stelle zu finden von der aus man halbwegs gut zusehen konnte und wo es nicht schon voll war. Oder zumindest keine betrunkenen Teenager (und anderen Leute). Schließlich gaben sie auf und suchten sich einfach nur etwas, wo die Schaulustigen nicht zu nervig wirkten. Olivers Hand lag dabei die ganze Zeit in Liangs, als wäre es das selbstverständlichste der Welt. Dabei hätte er es vor wenigen Wochen erst noch nicht getan. So in der Öffentlichkeit zeigen, dass er einen Mann liebte. Vielleicht war es jetzt eine Ausnahme, weil es dunkel war. Oder es ohnehin keinen interessierte, weil alle gespannt in den nur leicht bewölkten Himmel starrten. Immerhin war das Feuerwerk schon fünf Minuten überfällig. Was nichts Neues war. Das hier war immer noch eine Unistadt, manchmal nahm man es mit dem akademischen Viertel etwas zu genau. Irgendwo hinter ihnen lachten ein paar Mädchen auf. Schrill, falsch und unangenehm. Oder vielleicht auch einfach nur stockbetrunken. Das war manchmal schwer auseinanderzuhalten.
“Ich bereue es, auf dich gehört zu haben”, murmelte Liang und sah Oliver an, der nur ein wenig schuldbewusst wirkte. “Ist ja nur für höchstens ne Viertelstunde. Dann verziehen wir uns wieder.”
Womit sich das hier wahnsinnig gelohnt hätte. Dann stieg die erste Rakete auf und explodierte in einem bunten Sternenregen, der Olivers Gesicht erleuchtete. Es stand ihm. Auf eine rosarote-Brille-Art und Weise. Jedenfalls war er damit sehr viel spannender als das Feuerwerk, das man hier schließlich alle drei Monate sehen konnte. Fast. Wenn das Wetter gut war. Was die Sache wieder schwierig gestaltete. Nicht ohne Grund war das schlechte Wetter für die Einwohner schon fast sprichwörtlich*. Liang sah nun doch nach oben und verfolgte das Feuerwerk. Das betrunkene Johlen einiger anderer ignorierte er, die meisten in ihrer unmittelbaren Nähe waren zum Glück zivilisiert und beließen es bei einfachem Applaus. Ganz so übel wie befürchtet war es nicht.

Als es vorbei war, begannen die Leute sich zu zerstreuen. Nach allem was Liang aufschnappte, teilten sie sich auf zwischen Altstadt und Hafen, aber viel mehr gab es hier ja auch nicht. Die meisten würden in der Altstadt enden. War einfach näher. “Fahren wir wieder heim?”, fragte Liang, bevor Oliver auf dumme Ideen kommen konnte und vorschlug, noch irgendwo etwas trinken zu gehen. Sein Freund allerdings schien die Frage gar nicht gehört zu haben, er deutete irgendwo in die Menge und fragte: “Ist das nicht Sabine?”
Liang versuchte, der Geste zu folgen, aber viel erkennen konnte er nicht. Bis er die langen, vermutlich roten Haare entdeckte. “Möglich… Sie wollte jedenfalls mit Nathalie herkommen.” Es war nicht so, dass er seine Mitbewohnerinnen nicht mochte. Im Gegenteil. Aber im gefiel nicht, wie sehr sich das in eine Richtung entwickelte, auf die er keine Lust hatte. Eben die, sich noch irgendwo hinzusetzen. Sozial zu sein. Vielleicht hätte er Verenas Angebot annehmen sollen, und den Abend über bei ihr versauern. Aber er hatte auch gewusst, dass sie sich schon auf das Feuerwerk gefreut hatte. Der Jahrmarkt selber war für sie ebenso uninteressant, wie für ihn, was aber eher daran lag, dass man alles gesehen hatte, wenn man ein- oder zweimal dortgewesen war. Aber auf Feuerwerke stand sie. Das hatte er ihr nicht verderben wollen. Aber jetzt war er ja trotzdem hier.
“Ich dachte, Nathalie würde eher mit Nadine herkommen?”, fragte Oliver, anscheinend immer noch vollkommen ahnungslos. Liang schnaubte. “Nadine ist hier aufgewachsen. Für sie ist das alles kalter Kaffee.” Außerdem war noch keinem klar, was das zwischen Nathalie und Nadine wirklich war. Den beiden vermutlich auch nicht. Aber das würde er Oliver gegenüber nicht aussprechen. Er hatte keine Lust, die merkwürdigen Beziehungskisten seiner besten Freunde mit Dritten auszudiskutieren. Auch wenn er mit Oliver zusammen war, es gab einfach Grenzen.
“Okay. Ist auch nicht jedermanns Sache. Willst du wirklich nach Hause?”
Also hatte Oliver seine Frage doch wahrgenommen. Liang nickte nur. Das war das ärgerliche, wenn man noch nicht so lange zusammen war. Die kleinen Nuancen in der Stimmung des anderen waren noch nicht so offensichtlich. Zum Glück hatte Oliver aber schon mitbekommen, dass es Zeiten gab, wo Liang einfach keine Lust auf andere Menschen hatte. Jedenfalls nicht auf zu viele. “Dann los.” Er ließ seine Hand los und legte ihm den Arm mit einer Selbstverständlichkeit um die Hüfte, die Liang hier nicht erwartet hätte. Ein gutes Gefühl.
Als er zu Oliver aufsah, bemerkte er aber den verstohlenen Blick, mit dem dieser sich umsah. Als befürchte er irgendwelche Sprüche. Aber niemand nahm Notiz von ihnen.
Doch, da deutete ein junger Mann auf sie, aber Liang wartete die Reaktion seiner Freunde gar nicht erst ab, sondern schob Oliver in die andere Richtung, halbwegs in die Richtung, wo sie ihre Fahrräder abgestellt hatten. Dabei wurden sie von Sabine bemerkt, die ihnen gut gelaunt zuwinkte, sie aber in Ruhe ließ. Klar, sie hatte ja bemerkt wie mies gelaunt er noch am Nachmittag gewesen war, als er von der vollkommen katastrophalen Klausur heimgekommen war. Dann waren sie an der letzten Menschentraube vorbei und Liang konnte etwas aufatmen. Ihre Fahrräder standen zusammen mit einigen anderen an der Wand des Schlosses und sie waren nicht die einzigen, die dabei waren, die Drahtesel wieder einzusammeln. Nicht weit entfernt standen zwei Polizisten, von denen Liang sich nicht sicher war, ob sie auf Verkehrssünder auf zwei Rädern hofften oder ob sie eine Pause machten. Ihm konnte es auch egal sein, sie hatten beide nichts getrunken und die Lichter funktionierten. Auf das richtige Verhalten auf dem Rad konnte man auch gut achten, wenn man wusste, dass die Polizei in der Nähe war. (Außerdem war er der Meinung, dass jeder, der sich erwischen ließ, verdient hatte, was er bekam. Es war bekannt genug, wie streng hier kontrolliert wurde. Und vor allem, wo.)
“Sorry”, murmelte Liang, während er beobachtete, wie einer der Polizisten einen Teenager ansprach, der so dämlich war, ohne Licht an ihnen vorbeizuradeln. So musste er wenigstens nicht Oliver ansehen. Der fragte überrascht: “Wofür?”
“Falls ich dir den Abend verderbe. Wenn du lieber noch irgendwas machen willst, kann ich auch alleine heimfahren.” Sie mussten ja nicht immer zusammenkleben. Taten sie ohnehin nicht.
“Mach dir wegen so einem Quatsch doch keinen Kopf.” Oliver legte eine Hand in Liangs Nacken, worauf der ihn ansah. In der Dunkelheit war es schwierig, seinen Gesichtsausdruck zu erkennen, aber der Kuss, mit dem er ihn dann überrumpelte, sprach seine eigene Sprache. “Fahren wir nach Hause und tun uns dort irgendeine Amiversion eines guten Horrorfilms an.”


*Ist es wirklich *g* http://wiki.muenster.org/index.php/Glocken

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