[identity profile] rolly-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Konvergenz
Team: Schneewittchen
Challenge: Romantik/Intimität: In jedem Universum [fürs Team]
Fandom: Teen Wolf
Charaktere/Pairings: Scott/Stiles
Wörter: 1.983
Warnungen: keine
Sprache: Deutsch
Summary/Inhalt: Scott liebt Stiles, in jedem Universum. (ja, das ist ne bescheuerte Zusammenfassung, aber... ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich das zusammenfassen soll. Es ist... leicht experimentell im Stil?)
A/N: Ja, also, ich will nichts für mich beanspruchen, was nicht mir gehört, also: die Struktur der Story wurde von Robert Coover's "The Babysitter" inspiriert. Die Kurzgeschichte ist seeehr anders und über was komplett anderes als meine, aber, naja, inspiriert wurde ich trotzdem davon lol
Achja! Das hier spielt post-Season 6, aber ich ignoriere die Stydia-Romanze und tu so, als wär das alles rein freundschaftlich gewesen und weil Lydia eine Banshee ist.
(es hat länger gedauert als 2 Stunden, aber nur weil ich noch recherchiert hab, ehrlich! Und die meiste Recherche hab ich nicht mal benutzt >_>)


Die Sonne scheint und in der Ferne zwitschern die Vögel und ihre Klassen- und Schulkameraden verlassen in Strömen die Schule, eine Kakophonie aus asynchronen Schritten und Stimmengewirr. Scott kann Lydia, Malia, Liam und seine Freunde spüren, wohlwissend dass sie alle sicher und unversehrt sind, und Roscoe in seiner rostigen blauen Schönheit steht vor ihm, so wie sein bester Freund. Alles an seinem Platz, alles richtig. Und doch fühlt Scott eine tief verwurzelte Beklemmtheit, wenn er Stiles ansieht.
“Ich brauch’ dich”, sagt Stiles und schaut Scott an, als liege so viel mehr Gewicht in dieser Äußerung als Worte auszudrücken vermögen.
“Ich brauch’ dich auch”, erwidert Scott. Er hofft, in seiner Erwiderung liegt genauso viel Gewicht wie in der von Stiles.
“Ich werd’ dich vermissen.” Stiles drückt seine Lippen zusammen und Scott weiß ganz genau, dass Stiles das Gleiche denkt wie er. Wie schön es wäre, wenn sie etwas mehr Zeit zusammen hätten.

***

Für einen kurzen Moment herrscht Stille, nur unterbrochen durch das Klimpern der Schlüssel, mit denen Stiles - bewusst oder unbewusst - herumspielt. Für einen kurzen Moment ist Scott überwältigt von all den Gefühlen, die ihn ohne Vorwarnung überschwemmen. Aber das hat Stiles schon immer gekonnt. Ihn mit Gefühlen zu überrumpeln. Nur hat Scott vorher nie gemerkt, dass er Stiles liebt. Hat es immer als brüderliche Liebe abgetan, als tiefe Freundschaft, die eben entsteht, wenn man mit jemandem aufwächst, der einen so ergänzt wie Stiles es bei Scott tut. Für einen kurzen Moment spielt Scott mit dem Gedanken es einfach auszusprechen, den Mund zu öffnen, “Ich liebe dich” zu sagen. Er schaut auf, sieht Stiles im selben Moment aufschauen, sodass sich ihre Blicke sofort finden, und will es sagen.
“Ne, ehrlich, ich brauch’ dich, aber… ich hab meinen Führerschein in Der Jagd verloren, also musst du fahren”, sagt Stiles plötzlich mit vollkommen ernster Miene.
Scott prustet noch bevor Stiles zu Ende gesprochen hat. “Dein Vater ist der Sheriff, ich bin mir sicher er wird ein Auge zudrücken.”

***

Für einen kurzen Moment herrscht Stille, nur unterbrochen durch das Klimpern der Schlüssel, mit denen Stiles - bewusst oder unbewusst - herumspielt. Die Gefühle, die Scott so plötzlich überrumpeln sind so überwältigend, dass nach allem, was ihnen vor nicht allzu langer Zeit widerfahren ist, Scott sich einfach von ihnen leiten lässt, mit dem Strom und nicht mehr dagegen schwimmt.
“Ich liebe dich”, sagt er und sieht Stiles an, versucht, exakt das, was er fühlt - nicht brüderliche Liebe, nicht freundschaftliche Liebe - in seinen Ausdruck zu legen, damit es keine Missverständnisse gibt.
Stiles sieht ihn an, erst komplett erstarrt, dann blinzelt er einmal, zweimal. “Du…” Er räuspert sich. “Du meinst”, Stiles klimpert wieder mit den Schlüsseln, “du liebst liebst mich? Also”, er runzelt die Stirn, “romantisch?”
Scott lächelt. Stiles hat es verstanden.
Und Stiles grinst ihn an.

***

Sie sehen sich erst ein Trimester später wieder als Scott nach Washington fliegt (Roscoe wäre auf der Strecke jämmerlich verreckt und es hätte wesentlich länger gedauert). Sie bestellen sich eine Familienpizza und Stiles packt zwei Stunden an Informationen über seine Ausbildung und was er so in Washington DC getrieben hat in die dreiviertel Stunde, die sie auf die Pizza warten. Danach braucht er erst einmal mindestens eine Minute, um höchst unelegant zu verhindern, dass der Käse ihm von seinem Pizzastück fällt, indem er es mit dem Mund auffängt.
Scott lacht und Stiles plustert sich empört auf. “Lach nicht! Ich kann doch den Käse nicht vergeuden, das ist das beste an der Pizza!”
Statt ihm zu antworten, wischt Scott ihm ein wenig abhanden gekommenen Käse von der Wange, was ihn seltsam verstummen lässt. Scott weiß nicht, was er mit dem Käse machen soll, also nimmt er ihn in den Mund.
Stiles räuspert sich und plötzlich herrscht verlegene Stille.
Das wäre eine gute Gelegenheit, denkt Scott, es Stiles endlich zu gestehen. Er hatte ein ganzes Trimester Zeit gehabt, Stiles zu vermissen und ihn mit jedem Tag noch mehr zu lieben als vorher. Und es ihm vorzuenthalten wäre einfach falsch.
“Hey, hast du schon von Lydias neuem Freund gehört?” fragt Stiles aus dem Nichts.
Scott lehnt sich zurück in die Couch. “Neuer Freund? Was ist mit Alex passiert?”
Stiles erzählt ihm die ganze Geschichte und Scott sagt kein Wort über seine Gefühle.

***

Sie sehen sich erst ein Trimester später wieder als Scott nach Washington fliegt (Roscoe wäre auf der Strecke jämmerlich verreckt und es hätte wesentlich länger gedauert). Nachdem Stiles mindestens eine Minute braucht, um den Käse seines Pizzastücks zu retten, muss Scott lachen und Stiles ist empört.
“Lach nicht! Ich kann doch den Käse nicht vergeuden, das ist das beste an der Pizza!”
Statt ihm zu antworten, lehnt Scott sich vor und legt sanft seine Finger an Stiles Kinn und leckt das Bisschen Käse ab, das sich auf Stiles’ Wange verirrt hat.
Stiles gibt ein Geräusch irgendwo zwischen Grunzen und Räuspern von sich und im nächsten Moment küssen sie sich. Stiles’ Hände sind in Scotts Haaren und Scott drückt Stiles in die Lehne der Couch. Er fährt mit der Zunge über Stiles’ Unterlippe und ein Seufzen entkommt Stiles, er spürt ein Ziehen in seinen Haaren, wo Stiles’ Hände sich leicht anspannen, und er rutscht näher auf Stiles’ Schoß, weil er immer noch das Gefühl hat, dass es nicht nah genug ist.
“Das ist definitiv viel besser, als ich’s mir vorgestellt hab - und ich hab’s mir verdammt gut vorgestellt”, meint Stiles, als Scott für einen Moment von seinen Lippen lässt um Stiles in eine feste Umarmung zu hüllen.
Scott küsst als Antwort seine Schläfe und wird mit einem glücklichen Lächeln belohnt.
Als sie sich an die Pizza erinnern, ist diese längst kalt geworden.

***

“Du bist in ihn verliebt”, ist das erste, was Lydia sagt, nachdem sie sich einen Platz in einem nicht nennenswerten Café in Massachusetts gesichert haben.
Für einen Moment starrt Scott sie bloß an wie ein Auto.
“Schau nicht so schockiert, natürlich würde mir das auffallen, so offensichtlich wie du dich verhältst.” Sie rollt elegant mit den Augen, so wie es wohl nur Lydia Martin kann. Er kann es ihr nicht mal übel nehmen, weil sie es so gut beherrscht.
Nur dass es auszusprechen komischerweise weh tut, tief im Innern. Er will es ja nicht mal, aber sein Herz schmerzt trotzdem. Er will auch diese enge in seiner Brust nicht mehr fühlen, aber sie ist trotzdem permanent da, wie ein Schatten, ein ewiger Begleiter.
Etwas in seinem Gesichtsausdruck muss Lydia aufgefallen sein, denn sie macht plötzlich ein langes Gesicht.
“Oh mein Gott, du bist nicht nur in ihn verliebt, du liebst ihn richtig. So sehr, dass du nicht atmen kannst, bis du bei ihm bist.” Lydia sieht plötzlich selbst so aus, als würde sie etwas furchtbar schmerzen, aber der schmerzhafte Ausdruck in ihren Augen bleibt flüchtig und sie ist wieder bei Scott. “Du musst es ihm sagen.”
Scott schaut runter auf seinen Schoß. Er hat es schon etliche Male versucht. Er weiß nicht, wie er es jetzt noch machen soll.
“Er hat ‘ne Freundin.”
Lydia sagt nichts, aber sie streckt ihre Hand über den Tisch und legt sie über Scotts Hand, in stillem Mitgefühl.

***

“Na ihr Turteltauben, könnt ihr für wenigstens zwei Minuten von einander lassen, um mir zu berichten, was ihr in letzter Zeit so getrieben habt? Die schmutzigen Details könnt ihr für euch behalten”, ist das erste, was Lydia sagt, nachdem Scott, Stiles und sie sich einen Platz in einem nicht nennenswerten Café in Massachusetts gesichert haben.
Scott lässt widerwillig von Stiles’ Taille ab und legt seine Hände ineinander verschränkt auf den Tisch.
Stiles rollt mit den Augen, auch wenn es nicht einmal halb so elegant aussieht, wie Lydia es beherrscht. “Wie du offensichtlich bemerkt hast, sind wir jetzt zusammen!” Stiles packt sich triumphierend eine von Scotts Händen und hält sie in seiner hoch. Danach macht keiner der beiden Anstalten, loszulassen.
“Ach, wirklich, Stiles? Und ich dachte, du hättest das in den fünfzig Messenger Nachrichten, die du mir in den letzten zwei Tagen geschickt hast, mal erwähnen können”, erwidert Lydia sarkastisch.
“Pff, Nachrichten sind eine Sache, Lydia, aber es von Angesicht zu Angesicht mitzuteilen ist was komplett anderes! Das ist besonders!”
Lydia sieht ihn nur weiterhin mit ihrem patentierten unbeeindruckten Gesichtsausdruck an, aber Scott lehnt sich zu Stiles und gibt ihm einen Kuss auf die Wange, was Stiles total ablenkt und den positiven Effekt hat, dass sie sich nicht weiter über dieses Thema streiten. Plus, Lydia wirft ihm ein dankbares Lächeln zu.
Auch wenn Scotts Liebeserklärung für Stiles vermutlich nicht unbedingt sehr passend kam und er deshalb mit seiner derzeitigen Freundin Schluss gemacht hat, findet Scott, dass es eine gute Wende der Geschehnisse war.

***

Diskomusik plärrt aus den Lautsprechern und die Meute hüpft und tanzt und bewegt sich rhythmisch zum Beat, der Scott durch den ganzen Körper fährt und er ist froh, hier zu sein, wünscht sich aber gleichzeitig auch, er könnte überall sonst sein, nur nicht hier.
Stiles hat seine Abschlussprüfung bestanden und als bester Freund ist es natürlich Scotts Aufgabe, mit ihm zu feiern. Stiles Freude über die Überraschung, dass Scott unangekündigt bei ihm aufgekreuzt ist, war zwar gewaltig und es war wohl die längste Umarmung, die Scott von Stiles jemals bekommen hatte (was viel sagte, da ihre Umarmungen immer irgendwie länger dauerten, als es vermutlich sozial akzeptiert war für zwei Kerle), aber jetzt hatte Scott Stiles im Gewirr der tanzenden Leute verloren, nur um ihn jetzt aus der Ferne beobachten zu können, wie er mit einem anderen Kerl tanzt. Dicht aneinandergepresst und die Berührungen, die Stiles dem anderen Kerl erlaubte, viel zu gierig und intim.
“Du knurrst!”, schreit ihm Lydia ins Ohr und Scott nimmt den Blick von Stiles und dem schleimigen Typen bei ihm. Er hat es gar nicht bemerkt, aber jetzt, wo Lydia ihn darauf aufmerksam gemacht hat, sieht Scott, wie der Typ neben ihm an der Bar ihn komisch ansieht, den Blick jedoch sofort abwendet, sobald Scott ihn bemerkt.
“Komm!” Lydia zieht ihn von der Bar weg, aus dem Raum und raus in die kleine, abgezäunte Fläche, die diese Disko zum Rauchen und Abkühlen bereitstellt.
“Du musst es ihm sagen, Scott.”
Scott sieht Lydia in die Augen. Er weiß, dass sie es gut meint, aber nach all der Zeit, fällt es ihm einfach so unglaublich schwer, es Stiles zu sagen. Es fällt ihm auch schwer, es Stiles nicht zu sagen. Es ist ein Paradox, das auf seltsame Art und Weise Sinn ergibt.
“Scott, du musst es ihm sagen, bevor es zu spät ist.” Lydia sieht aus, als hätte sie beinahe Tränen in den Augen, sie glänzen so verräterisch. Und dieses Mal weiß Scott, was sie meint, wen sie meint.
Scott schluckt den Kloß herunter, der sich plötzlich in seiner Kehle gebildet hat. “Okay”, verspricht er. Er weiß, wenigstens das ist er ihr schuldig.

***

“Scott?”
“Hm.”
Stiles verlagert sein Gewicht auf der Couch, sodass er noch mehr auf Scotts Arm lehnt. “Glaubst du an parallele Universen?”
“Vielleicht. Wär cool.”
“Manchmal denke ich - was ist, wenn wir in ‘nem anderen Universum gar nicht hier sind? Also, in Sacramento, du Tierarzt, ich beim FBI, zusammen und super glücklich und so?”
Scott schaut Stiles an, versucht zwischen den Zeilen zu lesen. “Stiles, bist du okay?”
Stiles schenkt ihm ein Lächeln - eins, das Scott versichert, dass es ihm gut geht. “Ja, ja, ich hab nur nachgedacht.”
“Tu dir nicht weh”, sagt Scott und erntet dafür einen leichten Hieb gegen den Arm.
“Ich meine… was, wenn wir uns lieben, aber es nie aussprechen?”
Scott denkt darüber nach. Eine Weile herrscht Stille, in der Scott sein Gesicht in Stiles’ Halsbeuge vergräbt und tief einatmet. Stiles riecht nach zu Hause, nach ihm und Stiles und nicht mehr nur nach sich selbst. Es ist Scotts Lieblingsgeruch.
“Wenn wir uns in den anderen Universen lieben, werden wir immer hier enden, wie auch immer hier in den anderen Universen aussieht.”
Stiles lacht - ein leuchtendes, schillderndes Lachen - und küsst Scott. “Ich liebe dich.”
“Ich liebe dich auch.” Und alle anderen Scotts in jedem Universum auch, da ist Scott sich sicher.

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