Team: Slytherin
Challenge: Hurt/Comfort – „Bist du nicht müde?“ (für mich)
Fandom: Merlin (BBC)
Charaktere: Arthur, Merlin
Tags: Freundschaft; kann man aber auch als Pre-Slash sehen, wenn man will ;)
Anmerkung: Ich habe die Serie ehrlich gesagt noch nie so wirklich auf Deutsch gesehen, von daher bin ich mir nicht sicher, ob all die Begriffe und Anreden so richtig sind (bzw. wie sie eben in der deutsche Synchro übersetzt worden sind) ^^'
Es waren inzwischen zwölf Tage.
Zwölf Tage, seit Morgana aus Camelot geflohen war und ein Trümmerfeld zurückgelassen hatte. Zwölf Tage, seit die Menschen begonnen hatten, ihre Toten zu betrauern und ihre Häuser langsam wieder aufzubauen.
Und ganz augenscheinlich zwölf Tage, seit Merlin das letzte Mal so etwas ähnliches wie Ruhe gefunden hatte.
Selbstredend waren viele Männer und Frauen rund um die Uhr am Arbeiten, um die Stadt wieder so schnell wie möglich in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen, und gönnten sich nur kleine Atempausen zwischendurch. Auch Arthur selbst hatte kaum noch eine freie Minute und ertappte sich manchmal dabei, sich zu wünschen, er besäße die Fähigkeit, sich zwei zu teilen, um an mehreren Orten gleichzeitig sein zu können und so die Last auf seinen Schultern ein wenig zu erleichtern.
Nichtsdestotrotz sorgte er dafür, dass er ausgedehnte Ruhephasen einlegte. Gaius hatte ihm schon in jungen Jahren geraten, sich nicht zu viel aufzubürden, da das letzte, was Camelot brauchte, ein ausgelaugter und übermüdeter Prinz war, der kurz vor einem Zusammenbruch stand. Immerhin war er auch nur ein Mensch und seine Gesundheit sollte an erster Stelle stehen, damit er ein starker und weiser Herrscher zu sein vermochte.
Offenbar hatte Gaius aber vergessen, dieselbe Lektion auch Merlin zu erteilen.
Zunächst bemerkte es Arthur nicht, viel zu sehr damit beschäftigt, sich erst einmal einen Überblick über die chaotische Lage in der Stadt zu verschaffen und die Aufräumarbeiten zu organisieren. Er schaffte es gerade mal, sich abends in seine Gemächer zu schleppen, rasch sein Abendessen herunterzuschlucken und sofort in sein Bett zu fallen, zum Teil sogar in voller Montur samt Stiefeln.
Aber irgendwann, nachdem sich der Dunst ein wenig verflüchtigt hatte und Arthur hin und wieder Zeit fand, ein wenig durchzuatmen, registrierte er aus den Augenwinkeln, dass sein treuer und tollpatschiger Diener selbst dann noch auf den Beinen war, wenn alle anderen sich zur Entspannung zurückgezogen hatten.
In der einen Minute noch befand er sich in Arthurs Gemächern und tat das, was er selbst als 'aufräumen' bezeichnete, Arthur hingegen als 'einigermaßen besser überschaubareres Chaos' betrachtete, und im nächsten Augenblick war Merlin am Rand der Stadt und half einer Witwe und ihren zwei Kindern, den abgebrannten Schuppen an ihrem Haus wieder aufzubauen.
Er schien überall zur selben Zeit zu sein, stets mit einem verhärmten Gesichtsausdruck und tiefen Augenringen, als wäre es seine alleinige Mission, das Unrecht, das den Menschen angetan worden war, irgendwie wiedergutzumachen. Als wäre das Ganze nur seine Schuld und er müsse Buße tun für seine Sünden.
Und das war einfach so Merlin, selbst wenn er rein gar nichts mit Morgana und ihren Machenschaften zu tun hatte.
Und am Abend des zwölften Tages hatte Arthur schließlich mehr als genug.
„Hast du in letzter Zeit überhaupt geschlafen?“, fragte der Prinz, sein Tonfall vorwurfsvoll.
Merlin zuckte zusammen – ob nun aus Überraschung, dass Arthur in dem stillen Zimmer plötzlich seine Stimme erhoben hatte, oder aber weil ihm das Thema mehr als unangenehm war, konnte Arthur nicht einschätzen –, bevor er wieder geschäftig fortfuhr, die gefaltete Wäsche in den Schrank zu räumen, und irgendetwas vor sich hinmurmelte, das kein normales menschliches Wesen zu erfassen vermocht hätte.
„Merlin!“, presste Arthur ungeduldig.
Der Angesprochene hielt kurz inne und verdrehte seine Augen auf eine spektakuläre Art und Weise. „Natürlich habe ich geschlafen, Sire!“
Arthur knirschte mit den Zähnen. „Du machst aber nicht den Eindruck, als wäre es genug gewesen.“
Merlin wich seinem bohrenden Blick aus. „Mir geht es gut, Arthur.“
Arthur lachte bei diesen Worten spöttisch auf. „Dir geht es nicht gut, du Idiot! Normalerweise würde ich deinen Arbeitseifer ja begrüßen, aber es brächte mir nichts, wenn du in der nächsten Sekunde vor Erschöpfung tot umfallen würdest.“ Er schüttelte seufzend den Kopf. „Du siehst allmählich aus wie eine wandelnde Leiche, Merlin. Bist du nicht müde?“
Ausgelaugt? Mit deinen Kräften am Ende?
Merlin verengte seine Augen zu Schlitzen und für einen Moment erschien es, als wollte er tatsächlich widersprechen und eine hitzige Diskussion in Gang setzen, aber es war letztlich wohl ein unübersehbares Zeichen seiner absoluten Erschöpfung, dass sein Kampfgeist sofort erlosch und er hastig den Kopf senkte.
„Wenn Ihr darauf besteht, dann werde ich mich sofort zu Bett begeben“, sagte Merlin, seine Stimme eine Mischung aus Verärgerung und Müdigkeit.
„Oh ja, ich bestehe darauf!“, erklärte Arthur mit Nachdruck.
Merlin nickte bloß und wandte sich Richtung Tür, doch der Prinz ergriff ihm an Oberarm und deutete auf sein großes, unglaublich einladendes Bett. „Und dort wirst du schlafen!“
Merlin hatte offenbar noch genug Energie, um geschockt seine Augen zu weiten. „Was?“
„Du hast mich gehört.“ Arthur versuchte, seine Stimme fest und bestimmend wirken und sich gleichzeitig seinen beschleunigten Herzschlag nicht anmerken zu lassen. „Wenn ich dich nicht im Auge habe, wirst du wahrscheinlich nach einer Stunde wieder irgendwo herumstromern und am Ende in einer dunklen Gasse zusammenbrechen. Und es wäre absolut lästig für mich, einen neuen Diener anzulernen.“
Dass wahrscheinlich ein Großteil der Dienerschaft im Schloss keinerlei Ausbildung bedurft hätte, ließ er einfach außen vor, während er Merlin unsanft in Richtung Bett schubste.
„Arthur …“ Merlin klang nun ziemlich verunsichert und ein Teil von Arthur überlegte für eine Sekunde tatsächlich, ihn in eine Umarmung zu ziehen.
„Im Moment ist es noch eine höflich gemeinte Aufforderung, aber ich kann es gerne in einen Befehl umformulieren“, warnte Arthur. „Also los jetzt!“
Merlin zögerte immer noch, offenbar von der Situation vollkommen überwältigt. Es lagen ihm vermutlich unzählige Fragen auf der Zunge – War das alles nur ein Scherz? Hatte Arthur vielleicht verdorbene Pilze gegessen? War das Ganze nicht alles mehr als unangemessen? Und wo würde Arthur schlafen? –, doch letzten Endes siegte die Erschöpfung und er ergab sich seinem Schicksal.
Und als Arthur ihm noch hinterherrief: „Ich hoffe für dich, dass du mir heute Nacht nicht irgendwann die Decke wegziehst!“ und sich Merlins Wangen daraufhin leicht rötlich verfärbten, wusste Arthur, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Besonders, als Merlin sofort in einen tiefen Schlaf verfiel, sobald sein Kopf das weiche Kissen berührte.
Challenge: Hurt/Comfort – „Bist du nicht müde?“ (für mich)
Fandom: Merlin (BBC)
Charaktere: Arthur, Merlin
Tags: Freundschaft; kann man aber auch als Pre-Slash sehen, wenn man will ;)
Anmerkung: Ich habe die Serie ehrlich gesagt noch nie so wirklich auf Deutsch gesehen, von daher bin ich mir nicht sicher, ob all die Begriffe und Anreden so richtig sind (bzw. wie sie eben in der deutsche Synchro übersetzt worden sind) ^^'
Es waren inzwischen zwölf Tage.
Zwölf Tage, seit Morgana aus Camelot geflohen war und ein Trümmerfeld zurückgelassen hatte. Zwölf Tage, seit die Menschen begonnen hatten, ihre Toten zu betrauern und ihre Häuser langsam wieder aufzubauen.
Und ganz augenscheinlich zwölf Tage, seit Merlin das letzte Mal so etwas ähnliches wie Ruhe gefunden hatte.
Selbstredend waren viele Männer und Frauen rund um die Uhr am Arbeiten, um die Stadt wieder so schnell wie möglich in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen, und gönnten sich nur kleine Atempausen zwischendurch. Auch Arthur selbst hatte kaum noch eine freie Minute und ertappte sich manchmal dabei, sich zu wünschen, er besäße die Fähigkeit, sich zwei zu teilen, um an mehreren Orten gleichzeitig sein zu können und so die Last auf seinen Schultern ein wenig zu erleichtern.
Nichtsdestotrotz sorgte er dafür, dass er ausgedehnte Ruhephasen einlegte. Gaius hatte ihm schon in jungen Jahren geraten, sich nicht zu viel aufzubürden, da das letzte, was Camelot brauchte, ein ausgelaugter und übermüdeter Prinz war, der kurz vor einem Zusammenbruch stand. Immerhin war er auch nur ein Mensch und seine Gesundheit sollte an erster Stelle stehen, damit er ein starker und weiser Herrscher zu sein vermochte.
Offenbar hatte Gaius aber vergessen, dieselbe Lektion auch Merlin zu erteilen.
Zunächst bemerkte es Arthur nicht, viel zu sehr damit beschäftigt, sich erst einmal einen Überblick über die chaotische Lage in der Stadt zu verschaffen und die Aufräumarbeiten zu organisieren. Er schaffte es gerade mal, sich abends in seine Gemächer zu schleppen, rasch sein Abendessen herunterzuschlucken und sofort in sein Bett zu fallen, zum Teil sogar in voller Montur samt Stiefeln.
Aber irgendwann, nachdem sich der Dunst ein wenig verflüchtigt hatte und Arthur hin und wieder Zeit fand, ein wenig durchzuatmen, registrierte er aus den Augenwinkeln, dass sein treuer und tollpatschiger Diener selbst dann noch auf den Beinen war, wenn alle anderen sich zur Entspannung zurückgezogen hatten.
In der einen Minute noch befand er sich in Arthurs Gemächern und tat das, was er selbst als 'aufräumen' bezeichnete, Arthur hingegen als 'einigermaßen besser überschaubareres Chaos' betrachtete, und im nächsten Augenblick war Merlin am Rand der Stadt und half einer Witwe und ihren zwei Kindern, den abgebrannten Schuppen an ihrem Haus wieder aufzubauen.
Er schien überall zur selben Zeit zu sein, stets mit einem verhärmten Gesichtsausdruck und tiefen Augenringen, als wäre es seine alleinige Mission, das Unrecht, das den Menschen angetan worden war, irgendwie wiedergutzumachen. Als wäre das Ganze nur seine Schuld und er müsse Buße tun für seine Sünden.
Und das war einfach so Merlin, selbst wenn er rein gar nichts mit Morgana und ihren Machenschaften zu tun hatte.
Und am Abend des zwölften Tages hatte Arthur schließlich mehr als genug.
„Hast du in letzter Zeit überhaupt geschlafen?“, fragte der Prinz, sein Tonfall vorwurfsvoll.
Merlin zuckte zusammen – ob nun aus Überraschung, dass Arthur in dem stillen Zimmer plötzlich seine Stimme erhoben hatte, oder aber weil ihm das Thema mehr als unangenehm war, konnte Arthur nicht einschätzen –, bevor er wieder geschäftig fortfuhr, die gefaltete Wäsche in den Schrank zu räumen, und irgendetwas vor sich hinmurmelte, das kein normales menschliches Wesen zu erfassen vermocht hätte.
„Merlin!“, presste Arthur ungeduldig.
Der Angesprochene hielt kurz inne und verdrehte seine Augen auf eine spektakuläre Art und Weise. „Natürlich habe ich geschlafen, Sire!“
Arthur knirschte mit den Zähnen. „Du machst aber nicht den Eindruck, als wäre es genug gewesen.“
Merlin wich seinem bohrenden Blick aus. „Mir geht es gut, Arthur.“
Arthur lachte bei diesen Worten spöttisch auf. „Dir geht es nicht gut, du Idiot! Normalerweise würde ich deinen Arbeitseifer ja begrüßen, aber es brächte mir nichts, wenn du in der nächsten Sekunde vor Erschöpfung tot umfallen würdest.“ Er schüttelte seufzend den Kopf. „Du siehst allmählich aus wie eine wandelnde Leiche, Merlin. Bist du nicht müde?“
Ausgelaugt? Mit deinen Kräften am Ende?
Merlin verengte seine Augen zu Schlitzen und für einen Moment erschien es, als wollte er tatsächlich widersprechen und eine hitzige Diskussion in Gang setzen, aber es war letztlich wohl ein unübersehbares Zeichen seiner absoluten Erschöpfung, dass sein Kampfgeist sofort erlosch und er hastig den Kopf senkte.
„Wenn Ihr darauf besteht, dann werde ich mich sofort zu Bett begeben“, sagte Merlin, seine Stimme eine Mischung aus Verärgerung und Müdigkeit.
„Oh ja, ich bestehe darauf!“, erklärte Arthur mit Nachdruck.
Merlin nickte bloß und wandte sich Richtung Tür, doch der Prinz ergriff ihm an Oberarm und deutete auf sein großes, unglaublich einladendes Bett. „Und dort wirst du schlafen!“
Merlin hatte offenbar noch genug Energie, um geschockt seine Augen zu weiten. „Was?“
„Du hast mich gehört.“ Arthur versuchte, seine Stimme fest und bestimmend wirken und sich gleichzeitig seinen beschleunigten Herzschlag nicht anmerken zu lassen. „Wenn ich dich nicht im Auge habe, wirst du wahrscheinlich nach einer Stunde wieder irgendwo herumstromern und am Ende in einer dunklen Gasse zusammenbrechen. Und es wäre absolut lästig für mich, einen neuen Diener anzulernen.“
Dass wahrscheinlich ein Großteil der Dienerschaft im Schloss keinerlei Ausbildung bedurft hätte, ließ er einfach außen vor, während er Merlin unsanft in Richtung Bett schubste.
„Arthur …“ Merlin klang nun ziemlich verunsichert und ein Teil von Arthur überlegte für eine Sekunde tatsächlich, ihn in eine Umarmung zu ziehen.
„Im Moment ist es noch eine höflich gemeinte Aufforderung, aber ich kann es gerne in einen Befehl umformulieren“, warnte Arthur. „Also los jetzt!“
Merlin zögerte immer noch, offenbar von der Situation vollkommen überwältigt. Es lagen ihm vermutlich unzählige Fragen auf der Zunge – War das alles nur ein Scherz? Hatte Arthur vielleicht verdorbene Pilze gegessen? War das Ganze nicht alles mehr als unangemessen? Und wo würde Arthur schlafen? –, doch letzten Endes siegte die Erschöpfung und er ergab sich seinem Schicksal.
Und als Arthur ihm noch hinterherrief: „Ich hoffe für dich, dass du mir heute Nacht nicht irgendwann die Decke wegziehst!“ und sich Merlins Wangen daraufhin leicht rötlich verfärbten, wusste Arthur, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Besonders, als Merlin sofort in einen tiefen Schlaf verfiel, sobald sein Kopf das weiche Kissen berührte.