Angst – Narben (für’s Team)
Sep. 13th, 2016 10:18 pmTitel: Eine Frage
Team: Ravenclaw
Challenge: Angst – Narben (für’s Team)
Fandom: Original (Meine Nanowrimo 2010 Charaktere)
Sprache: Deutsch
Kommentar: *schreibt Prompts, aber nie die, die sie schreiben wollte* Evtl ist es zu vage, um es zu verstehen, äußert euch mal dazu! :D
„Wenn ich dich was frage, nur eine Frage, versprichst du mir dann, dass du mir die Wahrheit sagst?“
Eine Frage
Als es an der Tür klopfte, erwartete er, dass Paige mal wieder ihren Schlüssel vergessen oder inzwischen gar verloren hatte (wie die vielen Feuerzeuge, die sie inzwischen über die halbe Stadt verteilt haben musste). Er legte seine Waffe und das Tuch zum Reinigen auf dem kleinen Tisch ab. Arco hob den Kopf von seiner Decke und sah mit aufmerksam gespitzten Ohren herüber, als er zur Tür ging.
Sie hatte er sicher nicht erwartet.
Ihre blonden Haare, sonst zu einem strengen Pferdeschwanz zusammengefasst, hingen ihr in losen Strähnen ins Gesicht. Sie trug einen alten Pullover statt ihrer ordentlichen Blusen und ihre Augen waren rot.
Für einen Moment sahen sie einander nur an. Dann sagte sie: „Ich muss mit dir reden.“
Er machte eine vage Geste und trat beiseite, um sie einzulassen. Sie sah die Waffe auf dem Tisch liegen, sagte aber kein Wort, als sie sich auf das zerschlissene Sofa sinken ließ. Er spürte, wie sich die Muskeln in seinen Schultern in unangenehmer Erwartung anspannten.
Was sagte man zu einer Schwester, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hatte?
„Willst du einen Kaffee?“, fragte er, doch sie schüttelte nur den Kopf. Er ließ sich neben ihr auf das Sofa fallen und strich Arco über den Kopf, der leise winselte. Als er zu ihr herübersah, starrte sie auf ihren Schoß und ihre dünnen Finger krampften sich um den Saum ihres Pullovers.
„Was ist passiert?“, zwang er sich zu fragen, als klar wurde, dass sie so bald nicht sprechen würde. Ist Mutter gestorben, lag ihm auf der Zunge, aber das schluckte er herunter.
„Wenn ich dich was frage, nur eine Frage, versprichst du mir dann, dass du mir die Wahrheit sagst?“ Er sah sie überrascht an, aber sie redete schon weiter: „Niemand will mir irgendetwas sagen, entweder lügen sie mich an oder sie wissen wirklich nichts, aber das kann eigentlich gar nicht sein - ich fühle mich, als würde ich verrückt werden!“ Und nach einer kleinen Pause fügte sie fast tonlos hinzu: „Ich glaube, Mutter überlegt, mich einweisen zu lassen.“ Sie sah zu ihm auf. „Ich brauche jemanden, der mir glaubt.“
Die unangenehme Vorahnung war in seine Brust gewandert, wo sie ihm die Luft abschnürte. Er schluckte. Dies war der Moment, wo er sie hinauskomplimentieren oder seine Mutter anrufen sollte, um sie abholen zu lassen. (Hatte er überhaupt die aktuelle Nummer? Sie würde sie ihm ja bestimmt nicht geben.) Aber er sah sie an und wusste, dass er sie nicht wegschicken konnte.
„Frag.“
„Wie hast du die Narbe an deinem Hals bekommen?“
Und da ist es, dachte er. Er ließ sich nach hinten gegen die Rückenlehne fallen. Wäre es nicht einfacher gewesen, wenn sie Stimmen hören würde?
Bevor er sich überlegen konnte, was genau er ihr sagen konnte, ohne zu lügen, sah sie ihn plötzlich mit schreckgeweiteten Augen an. „Bist du einer von ihnen? Oh Gott, ich bin so dumm -“
„Nein!“, sagte er hastig aus. „Nein, bin ich nicht.“ Sie war bis zum Ende der Couch gerutscht. „Würde ich sonst das brauchen?“, fragte er und machte eine Geste in Richtung Tisch.
Sie rutschte wieder etwas näher. „Ich bin nicht verrückt, oder?“ Ihre Unterlippe begann zu zittern.
„Nein.“ Er legte vorsichtig seine Arme um zu und sie krallte sich in seinem Shirt fest und begann zu schluchzen. „Nein, bist du nicht“, murmelte er.
Und er dachte noch: Zwei Verrückte in der Familie, Mutter wird begeistert sein.
Team: Ravenclaw
Challenge: Angst – Narben (für’s Team)
Fandom: Original (Meine Nanowrimo 2010 Charaktere)
Sprache: Deutsch
Kommentar: *schreibt Prompts, aber nie die, die sie schreiben wollte* Evtl ist es zu vage, um es zu verstehen, äußert euch mal dazu! :D
„Wenn ich dich was frage, nur eine Frage, versprichst du mir dann, dass du mir die Wahrheit sagst?“
Eine Frage
Als es an der Tür klopfte, erwartete er, dass Paige mal wieder ihren Schlüssel vergessen oder inzwischen gar verloren hatte (wie die vielen Feuerzeuge, die sie inzwischen über die halbe Stadt verteilt haben musste). Er legte seine Waffe und das Tuch zum Reinigen auf dem kleinen Tisch ab. Arco hob den Kopf von seiner Decke und sah mit aufmerksam gespitzten Ohren herüber, als er zur Tür ging.
Sie hatte er sicher nicht erwartet.
Ihre blonden Haare, sonst zu einem strengen Pferdeschwanz zusammengefasst, hingen ihr in losen Strähnen ins Gesicht. Sie trug einen alten Pullover statt ihrer ordentlichen Blusen und ihre Augen waren rot.
Für einen Moment sahen sie einander nur an. Dann sagte sie: „Ich muss mit dir reden.“
Er machte eine vage Geste und trat beiseite, um sie einzulassen. Sie sah die Waffe auf dem Tisch liegen, sagte aber kein Wort, als sie sich auf das zerschlissene Sofa sinken ließ. Er spürte, wie sich die Muskeln in seinen Schultern in unangenehmer Erwartung anspannten.
Was sagte man zu einer Schwester, die man seit Jahren nicht mehr gesehen hatte?
„Willst du einen Kaffee?“, fragte er, doch sie schüttelte nur den Kopf. Er ließ sich neben ihr auf das Sofa fallen und strich Arco über den Kopf, der leise winselte. Als er zu ihr herübersah, starrte sie auf ihren Schoß und ihre dünnen Finger krampften sich um den Saum ihres Pullovers.
„Was ist passiert?“, zwang er sich zu fragen, als klar wurde, dass sie so bald nicht sprechen würde. Ist Mutter gestorben, lag ihm auf der Zunge, aber das schluckte er herunter.
„Wenn ich dich was frage, nur eine Frage, versprichst du mir dann, dass du mir die Wahrheit sagst?“ Er sah sie überrascht an, aber sie redete schon weiter: „Niemand will mir irgendetwas sagen, entweder lügen sie mich an oder sie wissen wirklich nichts, aber das kann eigentlich gar nicht sein - ich fühle mich, als würde ich verrückt werden!“ Und nach einer kleinen Pause fügte sie fast tonlos hinzu: „Ich glaube, Mutter überlegt, mich einweisen zu lassen.“ Sie sah zu ihm auf. „Ich brauche jemanden, der mir glaubt.“
Die unangenehme Vorahnung war in seine Brust gewandert, wo sie ihm die Luft abschnürte. Er schluckte. Dies war der Moment, wo er sie hinauskomplimentieren oder seine Mutter anrufen sollte, um sie abholen zu lassen. (Hatte er überhaupt die aktuelle Nummer? Sie würde sie ihm ja bestimmt nicht geben.) Aber er sah sie an und wusste, dass er sie nicht wegschicken konnte.
„Frag.“
„Wie hast du die Narbe an deinem Hals bekommen?“
Und da ist es, dachte er. Er ließ sich nach hinten gegen die Rückenlehne fallen. Wäre es nicht einfacher gewesen, wenn sie Stimmen hören würde?
Bevor er sich überlegen konnte, was genau er ihr sagen konnte, ohne zu lügen, sah sie ihn plötzlich mit schreckgeweiteten Augen an. „Bist du einer von ihnen? Oh Gott, ich bin so dumm -“
„Nein!“, sagte er hastig aus. „Nein, bin ich nicht.“ Sie war bis zum Ende der Couch gerutscht. „Würde ich sonst das brauchen?“, fragte er und machte eine Geste in Richtung Tisch.
Sie rutschte wieder etwas näher. „Ich bin nicht verrückt, oder?“ Ihre Unterlippe begann zu zittern.
„Nein.“ Er legte vorsichtig seine Arme um zu und sie krallte sich in seinem Shirt fest und begann zu schluchzen. „Nein, bist du nicht“, murmelte er.
Und er dachte noch: Zwei Verrückte in der Familie, Mutter wird begeistert sein.
no subject
Date: 2016-09-15 09:00 pm (UTC)no subject
Date: 2016-09-16 10:54 am (UTC)Mein Nano-Roman von 2010 drehte sich tatsächlich um Vampirjäger. XD