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Team: Hufflepuff
Challenge: Fantasy – Joker (Magische Unfälle, Sommerchallenge 2013) – fürs Team
Fandom: Nowhere Boys, Crossover mit SPOILER (kommt aber est später)
Titel: Eins
Inhalt: Die vier Jungs sind zu Weihnachten in Bremin und sehen sich plötzlich einer neuen Gefahr gegenüber.
Anmerkung: Eine Fortsetzung von hier, in dem Sinne, dass ich die gleichen "alle sind in der Uni oder tun sonstwas und wohnen zusammen"-Headcanons auch hierfür verbraten habe und anscheinend wird das hier doch länger als gedacht. Mist. Es wird ein Crossover mit einer anderen Urban Fantasy Show werden, aber ich will noch nicht spoilern. D8


Eins

Alles hatte mit dem beschissensten Weihnachtsfest angefangen, das Jake je erlebt hatte. Genau genommen hatte Felix es erlebt, denn er war am zweiten Feiertag bei Jake aufgetaucht, zitternd und heulend, und mit brennenden Fingern, miserabel verborgen in einer großen, kratzigen Pferdehaardecke, die er wie einen Muff um seine Arme trug.

"Ich krieg das Feuer nicht aus aus", hauchte er. "Ich steck noch alles in Brand…"

Er stand unter Schock und Jake wusste nicht, was er tun sollte, außer seiner Mutter zu sagen, dass er mit Felix um die Häuser ziehen würde - was die bescheuertste Lüge war, die ihm hätte einfallen können, immerhin waren sie im gottverdammtenBremin – und dann mitsamt Felix zu Sam zu marschieren, weil dessen Haus auf dem Weg lag und dann zu Andy, denn Andy kannte sich mit Wasser aus, er würde Felix bestimmt helfen können, wie Jake dachte.

Als sie beim Restaurant von Andys Eltern ankamen waren die Flammen bis zu Felix' Ellbogen hinauf gewandert und ließen ihn ununterbrochen schluchzen. Jake hatte ihn noch nie weinen gesehen (gehört schon, im Paralleluniversum) und er konnte sein eigenes Entsetzen aus Sams Gesicht herauslesen, der die Hähnchenkeule, die er von seinen Eltern mitgenommen hatte, sofort fallen ließ und seine Hand auf Felix' Schulter legte.

"Nicht!", fauchte Felix und zuckte zurück. "Ich tu dir weh!"

"So'n Schwachsinn", sagte Sam, doch er fasste Felix nicht mehr an, bis sie bei Andy ankamen, der vor Schreck zwei Töpfe fallen ließ und auf sie zustürzte.

Sie bugsierten Felix auf einen Stuhl im Hinterhof des Restaurants, weit weg von allen neugierigen Blicken und den Flüchen von Andys Oma, und dann zog Andy alle Register bis Felix aussah, als sei er ins Meer gefallen und vier Tage lang darin geblieben.

Das Feuer bekamen sie dennoch nur mühsam unter Kontrolle.

"Ich hasse Weihnachten", verkündete Sam am Ende. Er hatte Felix den Mund zugehalten, weil er jedes Mal zu schreien anfing, wenn Andy ihm mit einem Wasserzauber zu nahe kam und Jake wünschte sich, er hätte das nie sehen müssen. Der Hof stank nach verbranntem Pferdehaar und brackigem Wasser.

"Danke", sagte Felix. Er würde jeden Moment in Ohnmacht fallen, da war sich Jake ziemlich sicher. "Das machen wir nie wieder, okay?"

"Von mir aus", sagte Jake und beäugte Felix' Finger. Sie schienen völlig in Ordnung sein. "Sahen deine Fingernägel schon immer so aus?"

"Selbst ich bin nicht so goth, dass ich mit schwarzen Fingernägeln auf die Welt gekommen bin", sagte Felix. "Das ist Lack."

"Da isser ja wieder", sagte Sam und lachte, während er Felix vorsichtig in den Arm nahm. "Unser Sonnenscheinchen."

"Sehr lustig." Felix rümpfte die Nase, doch er lehnte sich dennoch Sams Brust entgegen und schloss einen Moment lang die Augen.

"Bin ich der Einzige, den interessiert, weswegen du plötzlich deine Elementarkraft nicht mehr unter Kontrolle hattest?", fragte Andy da und Jake musste zum ersten Mal seit zwei Wochen lachen, vor allem, als Felix die Augen aufschlug und Andy finster anstarrte.

"Aber klar. Ist mir total egal, warum ich fast verbrannt wär."

"Ich meine ja nur, dass ich finde, dass du uns eine Erklärung geben solltest und…"

"Alter", sagte Sam da und drückte Felix ein bisschen fester an sich. "Gib ihm ne Sekunde zum Atmen, okay?"

Andy lief rot an und Jake bewunderte einmal mehr, wie leicht Sam mit jedem Menschen auf der Welt umgehen konnte. "Tut mir Leid", sagte Andy und dann huschte sein Blick zu Felix' unversehrten Händen, seinem Tshirt, bei dem die Schulternähte förmlich geschmolzen waren, und den rauchenden, stinkenden Überresten der Pferdehaardecke. "Es hätte böse ausgehen können."

Felix sagte eine Weile lang nichts, doch dann wand er sich aus Sams Umarmung und schaute Andy lange ins Gesicht.

"Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich bin aufgewacht, weil ich einen Alptraum hatte und hätte fast meine Bettdecke angezündet."

Andy nickte. Wenn er einen Block gehabt hätte, hätte er sich bestimmt Notizen gemacht.

"Wie hat es sich angefühlt?"

"Warm?"

"Wow. Du bist die beste Hexe von uns allen und alles, was dir einfällt ist, warm?"

"Hat dir der Weihnachtsmann keine Geschenke gebracht, oder warum bist du so zickig?"

"Ich feiere nicht mal Weihnachten!", gab Andy zurück, doch bevor sie sich weiter ankeifen konnten, ging Jake dazwischen. Andys Laune war seit Wochen im Keller und Jake hatte ein bisschen gehofft, dass ihn der Besuch in Bremin aufheitern würde, doch das Gegenteil schien der Fall zu sein. Jake nahm sich vor, herauszufinden, was mit ihm los war, aber erst, wenn nicht mehr die Gefahr bestand, dass Felix verbrennen würde wie ein Reispapier im Teelichtladen.

"Was für einen Traum hattest du, Felix?"

Felix zögerte. Er schaute auf sein zerfetztes T-Shirt und dann auf den Boden. "Es war kein normaler Traum", sagte er schließlich.

"Hab ich mir gedacht", sagte Andy, doch Jake ignorierte ihn.

"Warum nicht?"

"Da… da war eine Stimme. Ich stand in irgendeiner Landschaft, eine Wüste oder sowas, mit Bergen am Horizont. Wie aus den Cowboyfilmen. Und vor mir war ein Riss."

"Im Boden? Ein Canyon?"

"Nein. Ein Riss in der Luft. Wie das Portal, das Andy verschluckt hat. Und die Stimme rief nach mir."

"Was hat sie gesagt?"

" 'Ich bring dich um, wenn du herkommst.' "

"Und dann?"

"Dann hab ich im Traum einen Feuerball auf meinen potentiellen Killer geschleudert, kam mir bescheuert vor und dann stand ich in Flammen."

Felix lachte auf, doch es klang bitter und halb erstickt und er verkrampfte die Hände in seiner Jeans. Jake nickte, als hätte er etwas verstanden. Für ihn klang das wie ein normaler, abgefahrener Traum, aber er wusste, dass sie Hexen waren und so etwas vielleicht etwas ernster nehmen sollten, als normale Menschen.

"Das ist ja sauunhöflich von der Stimme", sagte Sam.

Zumindest ein paar von ihnen sollten das ernster nehmen. Jake grinste Sam zu und gerade als er vorschlagen wollte, ins Restaurant zu gehen und sich auf den Schreck eine Cola zu gönnen, räusperte sich Andy umständlich.

"Ich habe das gleiche geträumt", murmelte er. "Eine Stimme in der Sonora-Wüste, die gedroht hat mich umzubringen. Ich lag in der Badewanne und wäre fast ertrunken."

Ein paar Sekunden lang sagte niemand etwas und Andy begann, die Fäuste zu ballen und überall hin zu schauen nur nicht in ihre Gesichter. Innerhalb eines Herzschlags fiel er in sich zusammen und sah plötzlich bleich und übermüdet aus.

"Alter", hauchte Sam. "Warum sagst du nichts?"

"Es schien nicht wichtig", erwiderte Andy, doch Jake konnte hören, dass er sich selbst kein Wort glaubte. "Es ist vorgestern passiert und ihr habt Weihnachten gefeiert und…"

"Seit wann kümmerst du dich um Weihnachten?" Felix meinte es wahrscheinlich nicht so scharf, wie seine Worte klangen, doch Jake warf ihm trotzdem einen entnervten Blick zu und stapfte zu Andy hinüber, um ihm die Hand auf die Schulter zu legen. Felix seufzte, sagte aber nichts mehr und schmiegte sich wieder an Sam, der kopfschüttelnd über Felix' Schulter streichelte.

"Du hättest uns schreiben können", flüsterte Jake. Er beugte den Kopf ein wenig nach unten, um Andy in die Augen schauen zu können. "Oder anrufen. Wir sind immer da."

"Ich weiß", sagte Andy. "Es war nur…"

"Ja?"

"Keine Ahnung." Andy ließ einen brunnentiefen Seufzer hören. "Tut mir Leid. Ich habe einen Fehler gemacht."

"Kann man wohl sagen", murmelte Felix. Jake verdrehte die Augen, zwinkerte Andy zu und schickte dann eine Bodenwelle zu Felix hinüber, sodass er kreischend vom Stuhl fiel. Sam ging ebenfalls zu Boden.

"Hey! Ich hab nichts gemacht!"

"Sorry", sagte Jake und bemühte sich, besonders laut zu lachen, während Felix sich wieder aufrappelte. Andy kicherte ebenfalls. "Sind wir jetzt alle wieder die Stöcke in unseren Ärschen los?"

"Was geht dich mein Arsch an", sagte Felix, doch dann wischte er sich die feuchten Strähnen aus der Stirn und fing ebenfalls an zu grinsen. "Sorry, Andy."

"Ist okay. Aber wir sollten uns um eine Lösung des Problems kümmern, denn das wir eins haben ist ja wohl offensichtlich."

Felix ließ sich von Sam auf die Füße ziehen und sie stellten sich alle vier verschwörerisch eng aneinander. "Offensichtlich. Immerhin wissen wir, dass es kein Ausrutscher war. Ich werde mal die Karten befragen."

"Was für Karten?"

"Er meint Google, Sam", sagte Jake. "Oder?"

"Natürlich mein ich Google."

Jake sah Felix eine Weile lang an: tropfnass, halb verbrannt, und genau so hager wie vor zwei Wochen, als er ihn noch in Sydney auf einer Parkbank gefunden und versucht hatte, ihm die Angst vor Weihnachten zu nehmen.

Doch seine Augen glitzerten plötzlich voll Feuereifer, weil es ein magisches Rätsel gab, dass er lösen konnte. Anscheinend brauchte es nur eine Todesdrohung, um Felix glücklich zu machen.

Jake sagte nichts, während sie da im Hof von Andy Eltern standen. Aber bekam auf einmal schreckliche Angst.

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