Fandom: NGE
Pairing: KenAsu + Touji (nicht wirklich XD)
Challenge: #1, #2, #3
Warnung: Ziemlich lang; rund 2000 Wörter
Dies hier ist so ziemlich das Bekloppteste, was ich je geschrieben habe. Und es ist so gar nicht NGE, sondern Crack und LSD und Magic Mushrooms. *hust* Und nein, ich habe eigentlich gar nichts gegen MacDonald´s, auch nicht gegen seine Mitarbeiter.
Blitzkrieg und "I love cock": Ehe sich jemand beschweren sollte; diese T-Shirt-Aufschriften existieren wirklich in Japan, auch auf Kinderklamotten, und wer mir das nicht glauben will, kann ja mal auf www.engrish.com gehen. XD
Zugegeben, sie hatte nicht gedacht, von diesem Kerl ein teures italienisches Restaurant ausgeführt zu werden. Wenn er mal Geld hatte, verschleuderte er es scheinbar eh gleich wieder für Modellpanzer, Feldflaschen und Nachtsichtgeräte- eine so sinnlose Sucht wie sie noch nie zuvor bei einem männlichen Wesen mitbekommen hatte.
Okay, sie saßen also bei MacDonald´s und rührten ihre pappigen Pommes in schlecht fabrizierten Ketchup herum.
Okay, sie hatten also diese grässliche Dudelei des eingeschalteten Senders, der nur Hardcore Metal spielte. Sehr romantisch.
Asuka war innerlich schon längst über Seufzer hinaus. Es waren langgezogene, entnervte Stöhner, die sie ins Tiefste ihres Bauches entließ. Dies hier war schlimmer als das Date mit dem Versager damals, den Hikari ihr aufgeschatzt hatte und den sie an der Achterbahn einfach hatte stehen lassen.
„So etwas macht man aber nicht.“, hatte Shinji gesagt, ganz in Lehrertonfall.
Und ob man sowas machen konnte.
Sie schlug ein Bein über das andere und lächelte den schmierigen, verpickelten Oberschüler spöttisch an, der aussah, als würde er hier genauso wenig sein wollen wie sie selbst, als er ihr den noch fehlenden Burger an den Tisch brachte und dabei halb über Kensukes Stuhl stolperte.
Er sah aus wie ein Nerd, der viel zu selten das Tageslicht sah und sich in für gewöhnlich in die Welt des Internets, der kostenpflichtigen Pornoseiten und World of Warcraft vergrub. Vielleicht sah er auch deswegen wie ein Nacktmull aus.
„Du nennst das hier nicht wirklich ein Date, oder?“, zischte sie Kensuke an, als der Kerl wieder wegschlurfte. Im selben Moment schossen drei kleine Kinder an ihrem Tisch vorbei, direkt in den abgetrennten Teil des Kinderparadieses, in dem eine Rutsche in ein Becken aus kunterbunten Plastikbällen führte. Es war der einzige noch freie Tisch gewesen.
Aida schaute schuldbewusst auf seine Chicken MacNuggets und lächelte verlegen.
„Ich weiß, es ist billig und blöd und so. Eigentlich hatte ich das ja auch ganz anders geplant, eigentlich wollte ich ja mit dir in diese nette Pizzeria gehen und...“
Er strich sich die gewellten Haare etwas zurück- eine Strähne stand danach ab wie der Finger Gottes, der gen Himmel zeigte- und rückte an seiner Brille herum, wie gewohnt wenn er nervös war.
„...ich wusste ja nicht, dass die wegen Rattenbefall schließen mussten.“, nuschelte er und schlürfte am Milchshake.
Aida Kensuke, das war Asukas schlechte Angewohnheit. Ein Laster, wie Alkohol oder Zigaretten. Er steckte sich nie das Hemd in die Hose, die Schnürsenkel seiner Schuhe waren irgendwie immer offen und in der Pause steckte er die Nase in Military Magazine. Er wusste, wie man sich ohne Kompass im Dschungel orientierte, konnte Feuer machen mit einer Handvoll Zweigen und sagte nachts im Schlaf der Reihe nach alle im zweiten Weltkrieg gebrauchte Flugzeugtypen auf. Er gehörte zu den Freaks, den Otakus und Brillenschlangen und Asuka haderte bei ihm stets, weil sie sich fragte, ob er, wenn sie sich im Plug Suit vor ihn stellen würde, wegen ihr oder wegen des Anzuges einen Ständer bekommen würde.
Eine schlechte Angewohnheit, die man nicht abstreifen konnte.
„Wenn es nur das wäre...“, murmelte sie verstimmt. Ihre Finger waren fettig und salzig von den Pommes.
„Auch das Metal stört mich nicht so sehr. Oder der Dreck hier. Oder die verstopften Toiletten. Auch nicht, dass wir gleich neben dem Kinderparadies sitzen. Wirklich nicht.“
Ihre Stimme wurde von Wort zu Wort spitzer.
„Was mich wirklich erheblich einschränkt ist.... Ach, Gottverdammt nochmal, warum muss der Kerl hier sein?!“
Suzuhara hatte gerade sein Tablett von der Theke genommen und grinste grenzdebil als er auf Kensuke und sie zukam.
Wenn Aida die schlechte Angewohnheit war, war dieser Typ die Beulenpest. Eine Allergie, an der man nachts erstickte.
„Rutsch mal!“, grunzte er fröhlich und drängte sich neben Asuka, sodass sie erschreckt die Luft einzog und möglichst schnell ans andere Ende der kurzen Bank rutschte.
„Ehrlich, mir wäre das rattenbefallene Restaurant lieber gewesen als der hier. Widerlich!“
„Nun halt mal die Luft an, Prinzesschen!“
Suzuhara stellte sein Tablett ab. Es war so vollgestopft, dass man nicht einmal mehr das Blatt mit der Werbung, die stets auf dem Tablett lag, sehen konnte.
„Ich kann doch nichts dafür, mein Vater ist mit meiner Schwester ins Kino gegangen und ich hab keinen Wohnungsschlüssel.“
„Noch lange kein Grund, uns zu belästigen!“, fauchte Asuka ihn an.
„Ich hab aber kein Geld gehabt!“, grummelte der Junge. Seine Grammatik stank zum Himmel, wenn sie überhaupt eine war. Welch Armutszeugnis, gegen eine Ausländerin zu verlieren, dachte das Mädchen.
„Idiot!“, presste Asuka zwischen den Zähnen hervor und begann an ihrer Cola zu nuckeln.
Der verpickelte Mitarbeiter kam zurück und begann, mit einem Besen direkt neben ihrem Tisch herumzuwerkeln, ausgerechnet an dem einzigen Stück Boden, an dem Asuka bislang keine Essensreste und Staubflusen entdeckt hatte.
Sie saßen schweigend da, kauten auf ihren pappigen Brötchen und dem weichen Fleisch herum, unbehaglich und verkrampft.
So ein Date hatte Asuka sich nicht einmal bei Kensuke vorgestellt.
Allein mit ihm ließ es sich immerhin aushalten, doch das hier war Misshandlung.
„Lasst euch von mir nicht stören!“, sagte Suzuhara nach einer Weile und grinste.
Dann musste er rülpsen und alle Leute drehten sich zu ihnen um.
Asuka musste sich innerlich immer wieder sagen, wie sehr sie diesen Knilch hasste. Er besaß nicht einmal den Anstand, sich etwas anderes als den assigen Jogginganzug anzuziehen, er gelte seine Haare und kam sich dabei cool vor und er hatte Ketchup an den Mundwinkeln kleben. Widerlich.
„Zu spät.“ , nuschelte sie in ihren Strohhalm.
„Hier, das hab ich euch gemacht!“
Touji fasste in seiner Jackentasche und zog ein verfettetes und zerknittertes Stück Papier hervor, legte es auf den Tisch und strich es glatt.
„Damit es euch leichter fällt.“
Er grinste stolz und schmierig.
Auf dem Zettelchen stand: „Willst du mit mir gehen?“
Darunter teilte sich der Raum auf in Kästchen mit den jeweils nebenstehenden Worten „Ja“, „Nein“, „Vielleicht“, „Nur Ficken“. Darunter war eine schiefe Linie gezogen und Suzuhara hatte hingekliert „Warum nicht“.
Ja, natürlich. Das war die Ausgeburt der Romantik. Bestimmt würden gleich kleine Englein hereingeflogen kommen und Herzchen aus den Wänden sprießen.
Asuka begnügte sich damit, Suzuhara eine schallende Ohrfeige zu geben.
„Du hast sie ja wohl nicht mehr alle!“, fauchte sie und spürte wie die Pommes in ihrem Magen anfingen, wie Chili zu brodeln.
„Was denn?“, jammerte er.
„Ich dachte, das macht man bei Mädchen so!“
Der verpickelte Typ mit dem Besen kam näher und kehrte jetzt fast direkte unter ihren Füßen. Seine Augen betrachteten jedoch nicht den Fußboden, sondern lag auf den Tabletten, ihrem Essen. Sollte er sich doch selbst etwas kaufen, wenn er solchen Hunger hatte, dachte Asuka am Rande.
„Du hast keine Ahnung, blöder Brüllaffe!“, versetzte sie und knüllte das Papier zusammen.
Sie warf es dem Mitarbeiter auf den Boden. Da hatte er was, was er zusammenfegen konnte und was nicht unsichtbarer Dreck war.
Die Tür zum Kinderparadies war derweil aufgeflogen und die Kinder begannen, sich mit den Plastikbällen zu beschießen. Die drei Jungen sahen allesamt aus wie Mini-Suzuharas und trugen pinke und violette Pullover, auf denen neben niedlichen Teddybärchen die Worte „Blitzkrieg“ und „I love cock“ aufgedruckt waren.
Der Lärmpegel stieg erheblich.
„Bitte, streitet euch doch nicht!“
Kensuke hatte beschwichtigend die Hände gehoben und schaute ängstlich über die Schulter zur Theke, die wie ausgestorben dalag und wo ein MacDonald´s-Mädchen gelangweilt rüberstarrte.
Asuka hörte nicht auf ihn, sie hatte ihre Hand erhoben zum zweiten Schlag und Suzuhara krümmte sich geistesgegenwärtig schützend ein, die Hände vor das Gesicht haltend.
„Weiber!“, kreischte er hysterisch.
„Jaha, hab gefälligst Angst!“, schrie Asuka, ganz aufgestachelt, griff nach ihrer roten Tasche und ließ sie wie eine Peitsche auf seinen Rücken niederhageln.
Kensuke sah verzweifelt aus;
„Leute, bitte! Wir fliegen hier noch raus..!“
„Ich habe keine Angst vor Frauen!“, schrie Suzuhara durch das gesamte Restaurant und hatte trotz allem Mühe, das Kreischen der spielenden Kinder, die nun begannen, die Plastikbälle über Tische zu werfen, zu übertönen.
„Nur vor dir! Blödes Mannsweib!“
Asuka grollte und warf die Tasche beiseite. Ihre Finger bahnten sich blitzschnell den Weg zu seiner Gurgel. Hoffentlich kam ihm sein Scheiß-Burger gleich wieder hoch!
„Chauvinist!“, grollte sie und drückte ein bisschen zu, bis er röchelte.
„Ihr Typen haltet es nur nicht aus, dass wir Frauen viel mehr auf dem Kasten haben!“
Sie lachte siegessicher.
Gleich würde Suzuhara um Gnade betteln und dann hatte sie ihm für die nächsten Wochen einen Denkzetteln verpasst.
„Leute!!“
Inzwischen klang Kensuke nicht mehr verzweifelt, sondern vielmehr wütend.
„Könntet ihr vielleicht mal bitte..“
In dem Moment traf ihn ein grüner Plastikball am Kopf.
Suzuhara machte gurgelnde Geräusche.
An der Theke hatten sich nun inzwischen drei weitere Mitarbeiter gesammelt und starrten entsetzt zu ihrem Tisch hinüber.
Die drei Kinder hatten Kensuke nun als akzeptablen Schutzwall entdeckt. Während Asuka an Touji herumwürgte und dieser aus blutleeren Lippen Beleidigungen stammelte, trafen ihn in unregelmäßigen Abständen grüne, rote, blaue und gelbe Bälle am Kopf, an der Nase und den Schultern. Es sah beinahe ein wenig lustig aus.
Und dieser seltsame Typ fegte dieselbe Stelle nun schon zum fünfzigsten Male.
„I will kill yooouu!“, dröhnte das Metal aus den Lautsprechern und dies schien das Kommando für Aidas Geduldsfaden zu sein, zu reißen.
„Jetzt reicht´s!“, schrie er und sprang auf, hechtete über einen Tisch und griff sich eines der Kinder am Kragen.
Asuka war vom lauten Stuhlscharren aufgeschreckt und ließ langsam von Suzuhara ab.
„Geht gefälligst in euer Kabuff spielen!“
Aida hielt den Blitzkrieg-Jungen fest und hatte den Kopf schiefgelegt. Das Kind plärrte laut und durchdringend wie eine Sirene.
„Mann, ist er aber empfindlich.“
Touji schnappte nach Luft.
„Wirklich. Soll er die Bälger doch in Frieden lassen.“, sagte Asuka, steckte sich eine Pommes in den Mund und verschluckte sich beinahe als sie bemerkte, dass sie dem Kerl gerade zugestimmt hatte. Die Musik wurde abgedreht- eine wunderbare Wohltat- und plötzlich war im Restaurant nur noch das Weinen des Kindes, rollenden Plastikbälle und das Scharren des Besens des Kerls neben ihrem Tisch zu hören.
„Kensuke, jetzt lass das Kind doch in Ruhe!“
Nur ganz langsam nahm Suzuharas Gesicht wieder eine gesunde Farbe an.
„Und du!“
Das Mädchen wandte sich an den Oberschüler mit dem Pusteln im Gesicht, der noch immer auf ihre Tabletts starrte. Oder eher ein Stück darüber.
„Bist du nicht langsam fertig! Es mag zwar nicht so aussehen, aber das hier ist ein Date!“
Jetzt war sie sich sicher, ja.
Er guckte nicht auf das Essen.
Jetzt sah er ihr sogar in die Augen, Wahnsinn!
„Du hast so geile Titten!“, nuschelte er und hielt sich an seinem Besen so fest, als wäre er im Begriff, ihn zerbrechen zu wollen.
Asuka klappte die Kinnlade herunter.
Das durfte alles nicht wahr sein. Was war passiert? Was war schiefgelaufen?
Suzuhara neben ihr presste die Lippen mit hochgezogenen Augenbrauen zusammen und begann plötzlich, ganz schnell und doch routiniert sein Essen in die braune Papiertüte zu sortieren, die man ihm mitgegeben hatte.
Kensuke hatte das Kind gerade heruntergelassen und war wie ein Schatten hinter dem Lüstling aufgetaucht.
Der Vorfall mit den Kindern hatte seine Nerven scheinbar so blank gelegt, dass er sich nunmehr verhielt wie ein Mini-Rambo.
Er riss dem Jungen den Besen aus der Hand, fasste ihn am fettigen Hemd mit den roten Längsstreifen.
„Perversling!“, rief er und zog dem Typen die Faust über das Gesicht.
„Entschuldige dich sofort!“
„Hilfe, hilfe!“, nuschelte der Kerl, rutschte auf einem herumliegenden Ball aus und fiel. Seine dürren, langen Beine ragten in die Luft wie in den Slapstick-Filmen.
„Willst du das hier mitnehmen?“, fragte Suzuhara Asuka und deutete auf ihr Essen.
„Ich pack´s dir ein.“
Asuka konnte es nicht fassen. Sie saß reglos neben Suzuhara, betrachtete Kensuke, dessen Haare wild durcheinanderflogen als er sich nach unten stürzte und die roten Fliege des Nerds an ihrem Gummiband langzog und wieder losließ, sodass sie ihm schmerzhaft ins Gesicht schnippste. Aus den Augenwinkeln sah sie den Geschäftsführer näherkommen.
Und dann war das Date plötzlich zuende.
„Ratten wären mir wirklich lieber gewesen.“,
sagte Asuka mit blutleeren Lippen als sie auf der Straße standen und aus geschätzten zwanzig Metern Entfernung sahen, wie man an die Tür der MacDonald´s-Filiale schlechte Digicam-Schnappschüsse von ihr und den Jungs klebte und darüber die Zeichen Hausverbot schrieb.
Sie hielt eine braune Tüte mit den restlichen Pommes, die Suzuhara ihr eingepackt hatte, in den Fingern und spürte auf der anderen Seite Kensukes erhitzte Hand. Seine Wangen glühten aufgebracht.
„Mann, das war cool!“
Suzuhara frohlockte.
„Ich wusste gar nicht, dass man mit einem Schnippsegummi dafür sorgen kann, dass einem die Stirn aufplatzt!“
Er schaute in den Himmel, hatte seine Tüte unter den Arm geklemmt und die Hände in die Hosentaschen gesteckt.
Asuka résümierte, dass man den heutigen Tag besser aus dem Gedächtnis streichen sollte.
Und doch, mit Kensukes Aktion gegenüber dem Lüstling hatte dieses Date wenigstens etwas Typisches und annähernd Romantisches gehabt.
Sie zupfte ihm ein Stückchen Pommes aus dem Haar und küsste ihn auf die heißen Lippen, so dass er an ihr zu zittern begann wie Wackelpudding.
„Wenn ihr das nächste Mal ein Date habt“, murmelte Suzuhara vergnügt,
„Will ich meinen Schlüssel wieder vergessen!“
Pairing: KenAsu + Touji (nicht wirklich XD)
Challenge: #1, #2, #3
Warnung: Ziemlich lang; rund 2000 Wörter
Dies hier ist so ziemlich das Bekloppteste, was ich je geschrieben habe. Und es ist so gar nicht NGE, sondern Crack und LSD und Magic Mushrooms. *hust* Und nein, ich habe eigentlich gar nichts gegen MacDonald´s, auch nicht gegen seine Mitarbeiter.
Blitzkrieg und "I love cock": Ehe sich jemand beschweren sollte; diese T-Shirt-Aufschriften existieren wirklich in Japan, auch auf Kinderklamotten, und wer mir das nicht glauben will, kann ja mal auf www.engrish.com gehen. XD
Zugegeben, sie hatte nicht gedacht, von diesem Kerl ein teures italienisches Restaurant ausgeführt zu werden. Wenn er mal Geld hatte, verschleuderte er es scheinbar eh gleich wieder für Modellpanzer, Feldflaschen und Nachtsichtgeräte- eine so sinnlose Sucht wie sie noch nie zuvor bei einem männlichen Wesen mitbekommen hatte.
Okay, sie saßen also bei MacDonald´s und rührten ihre pappigen Pommes in schlecht fabrizierten Ketchup herum.
Okay, sie hatten also diese grässliche Dudelei des eingeschalteten Senders, der nur Hardcore Metal spielte. Sehr romantisch.
Asuka war innerlich schon längst über Seufzer hinaus. Es waren langgezogene, entnervte Stöhner, die sie ins Tiefste ihres Bauches entließ. Dies hier war schlimmer als das Date mit dem Versager damals, den Hikari ihr aufgeschatzt hatte und den sie an der Achterbahn einfach hatte stehen lassen.
„So etwas macht man aber nicht.“, hatte Shinji gesagt, ganz in Lehrertonfall.
Und ob man sowas machen konnte.
Sie schlug ein Bein über das andere und lächelte den schmierigen, verpickelten Oberschüler spöttisch an, der aussah, als würde er hier genauso wenig sein wollen wie sie selbst, als er ihr den noch fehlenden Burger an den Tisch brachte und dabei halb über Kensukes Stuhl stolperte.
Er sah aus wie ein Nerd, der viel zu selten das Tageslicht sah und sich in für gewöhnlich in die Welt des Internets, der kostenpflichtigen Pornoseiten und World of Warcraft vergrub. Vielleicht sah er auch deswegen wie ein Nacktmull aus.
„Du nennst das hier nicht wirklich ein Date, oder?“, zischte sie Kensuke an, als der Kerl wieder wegschlurfte. Im selben Moment schossen drei kleine Kinder an ihrem Tisch vorbei, direkt in den abgetrennten Teil des Kinderparadieses, in dem eine Rutsche in ein Becken aus kunterbunten Plastikbällen führte. Es war der einzige noch freie Tisch gewesen.
Aida schaute schuldbewusst auf seine Chicken MacNuggets und lächelte verlegen.
„Ich weiß, es ist billig und blöd und so. Eigentlich hatte ich das ja auch ganz anders geplant, eigentlich wollte ich ja mit dir in diese nette Pizzeria gehen und...“
Er strich sich die gewellten Haare etwas zurück- eine Strähne stand danach ab wie der Finger Gottes, der gen Himmel zeigte- und rückte an seiner Brille herum, wie gewohnt wenn er nervös war.
„...ich wusste ja nicht, dass die wegen Rattenbefall schließen mussten.“, nuschelte er und schlürfte am Milchshake.
Aida Kensuke, das war Asukas schlechte Angewohnheit. Ein Laster, wie Alkohol oder Zigaretten. Er steckte sich nie das Hemd in die Hose, die Schnürsenkel seiner Schuhe waren irgendwie immer offen und in der Pause steckte er die Nase in Military Magazine. Er wusste, wie man sich ohne Kompass im Dschungel orientierte, konnte Feuer machen mit einer Handvoll Zweigen und sagte nachts im Schlaf der Reihe nach alle im zweiten Weltkrieg gebrauchte Flugzeugtypen auf. Er gehörte zu den Freaks, den Otakus und Brillenschlangen und Asuka haderte bei ihm stets, weil sie sich fragte, ob er, wenn sie sich im Plug Suit vor ihn stellen würde, wegen ihr oder wegen des Anzuges einen Ständer bekommen würde.
Eine schlechte Angewohnheit, die man nicht abstreifen konnte.
„Wenn es nur das wäre...“, murmelte sie verstimmt. Ihre Finger waren fettig und salzig von den Pommes.
„Auch das Metal stört mich nicht so sehr. Oder der Dreck hier. Oder die verstopften Toiletten. Auch nicht, dass wir gleich neben dem Kinderparadies sitzen. Wirklich nicht.“
Ihre Stimme wurde von Wort zu Wort spitzer.
„Was mich wirklich erheblich einschränkt ist.... Ach, Gottverdammt nochmal, warum muss der Kerl hier sein?!“
Suzuhara hatte gerade sein Tablett von der Theke genommen und grinste grenzdebil als er auf Kensuke und sie zukam.
Wenn Aida die schlechte Angewohnheit war, war dieser Typ die Beulenpest. Eine Allergie, an der man nachts erstickte.
„Rutsch mal!“, grunzte er fröhlich und drängte sich neben Asuka, sodass sie erschreckt die Luft einzog und möglichst schnell ans andere Ende der kurzen Bank rutschte.
„Ehrlich, mir wäre das rattenbefallene Restaurant lieber gewesen als der hier. Widerlich!“
„Nun halt mal die Luft an, Prinzesschen!“
Suzuhara stellte sein Tablett ab. Es war so vollgestopft, dass man nicht einmal mehr das Blatt mit der Werbung, die stets auf dem Tablett lag, sehen konnte.
„Ich kann doch nichts dafür, mein Vater ist mit meiner Schwester ins Kino gegangen und ich hab keinen Wohnungsschlüssel.“
„Noch lange kein Grund, uns zu belästigen!“, fauchte Asuka ihn an.
„Ich hab aber kein Geld gehabt!“, grummelte der Junge. Seine Grammatik stank zum Himmel, wenn sie überhaupt eine war. Welch Armutszeugnis, gegen eine Ausländerin zu verlieren, dachte das Mädchen.
„Idiot!“, presste Asuka zwischen den Zähnen hervor und begann an ihrer Cola zu nuckeln.
Der verpickelte Mitarbeiter kam zurück und begann, mit einem Besen direkt neben ihrem Tisch herumzuwerkeln, ausgerechnet an dem einzigen Stück Boden, an dem Asuka bislang keine Essensreste und Staubflusen entdeckt hatte.
Sie saßen schweigend da, kauten auf ihren pappigen Brötchen und dem weichen Fleisch herum, unbehaglich und verkrampft.
So ein Date hatte Asuka sich nicht einmal bei Kensuke vorgestellt.
Allein mit ihm ließ es sich immerhin aushalten, doch das hier war Misshandlung.
„Lasst euch von mir nicht stören!“, sagte Suzuhara nach einer Weile und grinste.
Dann musste er rülpsen und alle Leute drehten sich zu ihnen um.
Asuka musste sich innerlich immer wieder sagen, wie sehr sie diesen Knilch hasste. Er besaß nicht einmal den Anstand, sich etwas anderes als den assigen Jogginganzug anzuziehen, er gelte seine Haare und kam sich dabei cool vor und er hatte Ketchup an den Mundwinkeln kleben. Widerlich.
„Zu spät.“ , nuschelte sie in ihren Strohhalm.
„Hier, das hab ich euch gemacht!“
Touji fasste in seiner Jackentasche und zog ein verfettetes und zerknittertes Stück Papier hervor, legte es auf den Tisch und strich es glatt.
„Damit es euch leichter fällt.“
Er grinste stolz und schmierig.
Auf dem Zettelchen stand: „Willst du mit mir gehen?“
Darunter teilte sich der Raum auf in Kästchen mit den jeweils nebenstehenden Worten „Ja“, „Nein“, „Vielleicht“, „Nur Ficken“. Darunter war eine schiefe Linie gezogen und Suzuhara hatte hingekliert „Warum nicht“.
Ja, natürlich. Das war die Ausgeburt der Romantik. Bestimmt würden gleich kleine Englein hereingeflogen kommen und Herzchen aus den Wänden sprießen.
Asuka begnügte sich damit, Suzuhara eine schallende Ohrfeige zu geben.
„Du hast sie ja wohl nicht mehr alle!“, fauchte sie und spürte wie die Pommes in ihrem Magen anfingen, wie Chili zu brodeln.
„Was denn?“, jammerte er.
„Ich dachte, das macht man bei Mädchen so!“
Der verpickelte Typ mit dem Besen kam näher und kehrte jetzt fast direkte unter ihren Füßen. Seine Augen betrachteten jedoch nicht den Fußboden, sondern lag auf den Tabletten, ihrem Essen. Sollte er sich doch selbst etwas kaufen, wenn er solchen Hunger hatte, dachte Asuka am Rande.
„Du hast keine Ahnung, blöder Brüllaffe!“, versetzte sie und knüllte das Papier zusammen.
Sie warf es dem Mitarbeiter auf den Boden. Da hatte er was, was er zusammenfegen konnte und was nicht unsichtbarer Dreck war.
Die Tür zum Kinderparadies war derweil aufgeflogen und die Kinder begannen, sich mit den Plastikbällen zu beschießen. Die drei Jungen sahen allesamt aus wie Mini-Suzuharas und trugen pinke und violette Pullover, auf denen neben niedlichen Teddybärchen die Worte „Blitzkrieg“ und „I love cock“ aufgedruckt waren.
Der Lärmpegel stieg erheblich.
„Bitte, streitet euch doch nicht!“
Kensuke hatte beschwichtigend die Hände gehoben und schaute ängstlich über die Schulter zur Theke, die wie ausgestorben dalag und wo ein MacDonald´s-Mädchen gelangweilt rüberstarrte.
Asuka hörte nicht auf ihn, sie hatte ihre Hand erhoben zum zweiten Schlag und Suzuhara krümmte sich geistesgegenwärtig schützend ein, die Hände vor das Gesicht haltend.
„Weiber!“, kreischte er hysterisch.
„Jaha, hab gefälligst Angst!“, schrie Asuka, ganz aufgestachelt, griff nach ihrer roten Tasche und ließ sie wie eine Peitsche auf seinen Rücken niederhageln.
Kensuke sah verzweifelt aus;
„Leute, bitte! Wir fliegen hier noch raus..!“
„Ich habe keine Angst vor Frauen!“, schrie Suzuhara durch das gesamte Restaurant und hatte trotz allem Mühe, das Kreischen der spielenden Kinder, die nun begannen, die Plastikbälle über Tische zu werfen, zu übertönen.
„Nur vor dir! Blödes Mannsweib!“
Asuka grollte und warf die Tasche beiseite. Ihre Finger bahnten sich blitzschnell den Weg zu seiner Gurgel. Hoffentlich kam ihm sein Scheiß-Burger gleich wieder hoch!
„Chauvinist!“, grollte sie und drückte ein bisschen zu, bis er röchelte.
„Ihr Typen haltet es nur nicht aus, dass wir Frauen viel mehr auf dem Kasten haben!“
Sie lachte siegessicher.
Gleich würde Suzuhara um Gnade betteln und dann hatte sie ihm für die nächsten Wochen einen Denkzetteln verpasst.
„Leute!!“
Inzwischen klang Kensuke nicht mehr verzweifelt, sondern vielmehr wütend.
„Könntet ihr vielleicht mal bitte..“
In dem Moment traf ihn ein grüner Plastikball am Kopf.
Suzuhara machte gurgelnde Geräusche.
An der Theke hatten sich nun inzwischen drei weitere Mitarbeiter gesammelt und starrten entsetzt zu ihrem Tisch hinüber.
Die drei Kinder hatten Kensuke nun als akzeptablen Schutzwall entdeckt. Während Asuka an Touji herumwürgte und dieser aus blutleeren Lippen Beleidigungen stammelte, trafen ihn in unregelmäßigen Abständen grüne, rote, blaue und gelbe Bälle am Kopf, an der Nase und den Schultern. Es sah beinahe ein wenig lustig aus.
Und dieser seltsame Typ fegte dieselbe Stelle nun schon zum fünfzigsten Male.
„I will kill yooouu!“, dröhnte das Metal aus den Lautsprechern und dies schien das Kommando für Aidas Geduldsfaden zu sein, zu reißen.
„Jetzt reicht´s!“, schrie er und sprang auf, hechtete über einen Tisch und griff sich eines der Kinder am Kragen.
Asuka war vom lauten Stuhlscharren aufgeschreckt und ließ langsam von Suzuhara ab.
„Geht gefälligst in euer Kabuff spielen!“
Aida hielt den Blitzkrieg-Jungen fest und hatte den Kopf schiefgelegt. Das Kind plärrte laut und durchdringend wie eine Sirene.
„Mann, ist er aber empfindlich.“
Touji schnappte nach Luft.
„Wirklich. Soll er die Bälger doch in Frieden lassen.“, sagte Asuka, steckte sich eine Pommes in den Mund und verschluckte sich beinahe als sie bemerkte, dass sie dem Kerl gerade zugestimmt hatte. Die Musik wurde abgedreht- eine wunderbare Wohltat- und plötzlich war im Restaurant nur noch das Weinen des Kindes, rollenden Plastikbälle und das Scharren des Besens des Kerls neben ihrem Tisch zu hören.
„Kensuke, jetzt lass das Kind doch in Ruhe!“
Nur ganz langsam nahm Suzuharas Gesicht wieder eine gesunde Farbe an.
„Und du!“
Das Mädchen wandte sich an den Oberschüler mit dem Pusteln im Gesicht, der noch immer auf ihre Tabletts starrte. Oder eher ein Stück darüber.
„Bist du nicht langsam fertig! Es mag zwar nicht so aussehen, aber das hier ist ein Date!“
Jetzt war sie sich sicher, ja.
Er guckte nicht auf das Essen.
Jetzt sah er ihr sogar in die Augen, Wahnsinn!
„Du hast so geile Titten!“, nuschelte er und hielt sich an seinem Besen so fest, als wäre er im Begriff, ihn zerbrechen zu wollen.
Asuka klappte die Kinnlade herunter.
Das durfte alles nicht wahr sein. Was war passiert? Was war schiefgelaufen?
Suzuhara neben ihr presste die Lippen mit hochgezogenen Augenbrauen zusammen und begann plötzlich, ganz schnell und doch routiniert sein Essen in die braune Papiertüte zu sortieren, die man ihm mitgegeben hatte.
Kensuke hatte das Kind gerade heruntergelassen und war wie ein Schatten hinter dem Lüstling aufgetaucht.
Der Vorfall mit den Kindern hatte seine Nerven scheinbar so blank gelegt, dass er sich nunmehr verhielt wie ein Mini-Rambo.
Er riss dem Jungen den Besen aus der Hand, fasste ihn am fettigen Hemd mit den roten Längsstreifen.
„Perversling!“, rief er und zog dem Typen die Faust über das Gesicht.
„Entschuldige dich sofort!“
„Hilfe, hilfe!“, nuschelte der Kerl, rutschte auf einem herumliegenden Ball aus und fiel. Seine dürren, langen Beine ragten in die Luft wie in den Slapstick-Filmen.
„Willst du das hier mitnehmen?“, fragte Suzuhara Asuka und deutete auf ihr Essen.
„Ich pack´s dir ein.“
Asuka konnte es nicht fassen. Sie saß reglos neben Suzuhara, betrachtete Kensuke, dessen Haare wild durcheinanderflogen als er sich nach unten stürzte und die roten Fliege des Nerds an ihrem Gummiband langzog und wieder losließ, sodass sie ihm schmerzhaft ins Gesicht schnippste. Aus den Augenwinkeln sah sie den Geschäftsführer näherkommen.
Und dann war das Date plötzlich zuende.
„Ratten wären mir wirklich lieber gewesen.“,
sagte Asuka mit blutleeren Lippen als sie auf der Straße standen und aus geschätzten zwanzig Metern Entfernung sahen, wie man an die Tür der MacDonald´s-Filiale schlechte Digicam-Schnappschüsse von ihr und den Jungs klebte und darüber die Zeichen Hausverbot schrieb.
Sie hielt eine braune Tüte mit den restlichen Pommes, die Suzuhara ihr eingepackt hatte, in den Fingern und spürte auf der anderen Seite Kensukes erhitzte Hand. Seine Wangen glühten aufgebracht.
„Mann, das war cool!“
Suzuhara frohlockte.
„Ich wusste gar nicht, dass man mit einem Schnippsegummi dafür sorgen kann, dass einem die Stirn aufplatzt!“
Er schaute in den Himmel, hatte seine Tüte unter den Arm geklemmt und die Hände in die Hosentaschen gesteckt.
Asuka résümierte, dass man den heutigen Tag besser aus dem Gedächtnis streichen sollte.
Und doch, mit Kensukes Aktion gegenüber dem Lüstling hatte dieses Date wenigstens etwas Typisches und annähernd Romantisches gehabt.
Sie zupfte ihm ein Stückchen Pommes aus dem Haar und küsste ihn auf die heißen Lippen, so dass er an ihr zu zittern begann wie Wackelpudding.
„Wenn ihr das nächste Mal ein Date habt“, murmelte Suzuhara vergnügt,
„Will ich meinen Schlüssel wieder vergessen!“
no subject
Date: 2007-10-21 04:35 pm (UTC)Ich kannnes gar nicht in Worte fassen, aber es war lustig, es war hinreißend süß und ich liebe die drei, auch wenn ich Tiouji sicherlich schon umgebrachthätte und überhaupt - Kensuke, du Mann!!! *_____________________________*
Das ist wirklich mit Abstand das Crackigste, dass ich bisher von dir gelesen habe, aber mach manchmal sowas, es ist toll!!! XD