Team: Gryffindor
Challenge: Joker: H/C: „Es sieht schlimmer aus als es ist“ (für mich) von der h/c-Tabelle 2012
Fandom: Tumbling (Dystopie AU)
Wörter: ~1500
Personen: Wataru, Mizusawa, Ryôsuke, Yûta, Kiyama
Anmerkung: Ein bisschen Comfort-Porn zur Abwechslung. Hier passieren nur schöne Sachen.
„Lass mich dich tragen“, sagt Kiyama besorgt.
Wataru spürt den Blick seines Freundes auf sich und er fühlt sich deswegen noch schlimmer.
Denn es ist immerhin seine Schuld, dass sie von der feindlichen Bande überrascht worden sind bei ihrer Tour. Es ist seine eigene Schuld, dass er grün und blau geschlagen worden ist und gerade humpeln muss.
„Ist doch Unsinn“, gibt er zurück und lacht gequält.
„Ich bin viel zu schwer. Außerdem trägst du schon das Essen.“
Kiyama schaut hinab auf den Beutel in seiner Hand, in der eine Dose Fertignudeln und drei Tafeln Schokolade trägt, die magere Ausbeute ihres Ausfluges.
Fertignudeln und fünfzig blaue Flecken.
Es ist zum Heulen.
„Ach Wataru“, sagt Kiyama, aber er fügt nichts hinzu.
Er sieht sich nervös um, als sie in ihre Straße einbiegen, um sich zu versichern, dass sie nicht verfolgt werden.
Erst dann entriegelt er die komplizierten Schlösser an der Tür zu ihrem heruntergekommenen Häuserkomplex.
Wataru humpelt umständlich hinein und ist unendlich erleichtert, wieder zu Hause zu sein.
Er zieht sich in der Küche einen Stuhl vom Tisch weg und lässt sich seufzend darauf nieder.
Es wäre schön zu sitzen, wenn ihm nicht gerade auch der Arsch wehtun würde.
Mizusawa ist der erste, der hereinkommt und quasi über ihn stolpert.
Wataru hasst es ein bisschen, so ramponiert auszusehen. Und dass es auffällt. Dabei ist es doch nicht der Rede wert.
„Was ist denn mit dir passiert?“
Mizusawa schafft es erst gar nicht bis zur Spüle, wo er eine schmutzige Tasse abstellen will.
„Das? Och naja...“
Wataru lacht nervös und winkt ab.
„Du solltest mal den anderen sehen!“
„Die anderen“, berichtigt Kiyama nicht sehr hilfreich.
„Welche anderen?“, kommt es von der Küchentür.
Da steht Ryôsuke und sieht ein klein wenig verschreckt aus.
„Niemand“, brummt Kiyama schnell.
Er leert die Tasche und legt die Packung Nudeln und die Schokolade (inzwischen halb geschmolzen) auf den Küchentisch.
„Wir haben sie abgeschüttelt. Aber ob es das hier wert war...“
Es ist ein kurzer Moment, in dem Wataru sich unendlich müde fühlt.
Natürlich ist es das wert. Jedes einzelne verdammte Reiskorn ist es wert, da rauszugehen und im Müll zu wühlen, sich mit Idioten anzulegen und die eigene Haut zu riskieren.
Natürlich.
Nur manchmal... manchmal ist es eben sehr anstrengend.
„Komm mit hoch“, sagt Mizu leise und tritt an Watarus Stuhl heran.
„Wie verarzten dich, okay?“
Wataru versucht, schnell abzuwinken.
„Jetzt regt euch mal nicht so auf“, beeilt er sich zu sagen.
„Das sieht schlimmer aus als es ist. Echt. Ich bin doch nicht aus Zucker.“
„Wataru“, sagt Mizu. Sehr pointiert und bestimmt, nicht die Millisekunde eines Freiraums für Widerspruch zulassend.
Das kann er gut.
Wataru hat gesehen, wie er das bei Ryôsuke anstellt: Wie dieser all seine Anspannung loslässt und in sich zusammensackt, wenn Mizusawa seinen Namen auf diese Art ausspricht.
Und auch er selbst fühlt, wie er dem Jungen Folge leisten will.
Er ist müde.
Sein Kopf tut weh, an der Stelle, an der dieser schrankhohe Typ ihn vorhin mit dem Schädel gegen den Asphalt gedrückt hat, besonders. Seine Rippen singen ihm ein Lied von Schmerzen. Seine Haut zuckt und spannt sich über seine Muskeln und er ist nicht sicher, ob er inzwischen aufgehört hat an der linken Hüfte zu bluten, wo ihn der kleine Kerl mit seinem Butterfly-Messer erwischt hat, bevor Kiyama ihn zur Seite gekickt hat.
Kiyama, der viel schneller und wendiger ist, den sie nicht einmal ansatzweise zu greifen bekommen haben.
Gott. Ohne Kiyama hätte Wataru es vermutlich nicht geschafft.
Diese Erkenntnis bricht über ihn herein wie eine meterhohe Welle. Für einen winzigen Augenblick begreift er, dass es eines von hunderten Malen gewesen ist, in denen er fast nicht überlebt hätte.
Um Haaresbreite.
„Na fein“, sagt er leise und lässt zu, dass Ryôsuke seinen Arm um die Schulter legt und ihn vom Stuhl hochzieht, vorsichtig darauf bedacht, ihn nicht zu hart anzufassen.
„Aber macht kein Drama draus.“
Im Krankenzimmer oben hockt Yûta, und Wataru hätte es wissen müssen.
Gestern hat es den ganzen Tag geregnet und die vorwinterliche Kälte kriecht seit einigen Tagen in die Ritzen des Hauses hinein. Kaltes und feuchtes Wetter sind ein Graus für Yûtas schlechtes Bein.
Er setzt sich auf, als Ryôsuke Wataru zum Raum hineingeleitet und er sieht blass und verschwitzt vor Schmerz aus.
Es tut Wataru sofort leid, dass er seinen Freund stört.
„Sorry“, murmelt er verschämt, aber davon setzen ihn Ryôsuke und Mizu nicht weniger theatralisch auf einem leeren, frischen Futon ab.
„Ich bin echt nur ein bisschen verbeult, das ist doch nicht der Rede wert.“
„Der Verbandskasten“, nuschelt Mizusawa.
Von irgendwoher erscheinen Hände, die ihm den Kasten reichen.
Es ist Hino, der ein mürrisches Gesicht macht, aber sich dennoch im Türrahmen aufstellt, um mit Nippori zusammen dessen kleine Geschwister davon abhält, ins Zimmer zu stürmen.
„Was ist mit Wataru-Oniichan?“
„Wir wollen ihn mal drücken!“
„Jetzt nicht!“, schnauzt Nippori im Hintergrund, aber wird sofort sanfter;
„Aniki braucht jetzt ein bisschen Ruhe, okay? Kommt, wir kochen ihm jetzt einen Tee oder so.“
„Und ich sage euch, ich brauche nicht-“, setzt Wataru hilflos an. Nur lässt ihn niemand ausreden.
Mizusawa packt ihn so vorsichtig aus, als wären seine Knochen aus Glas. Seine zarten Fingerspitzen sind wie Flaumfedern, als er Watarus Hoodie abstreift ihn und ihm sein Shirt über den Kopf zieht.
Darunter hat sein Körper damit angefangen, Hämatome auszubilden.
Kleinere und große Flecken in Gelb und Violett und Dunkelblau. Die Wunde an seiner Hüfte schmiert noch immer rot.
„Leg dich hin“, sagt Mizusawa leise und drückt ihn an einer unberührten Stelle an der Schulter herunter.
Der Futon empfängt ihn wie eine Wolke. Mit einem Mal melden sich Körperteile lautstark zu Wort, deren Schmerzen er bis eben verdrängt hat.
Das Ziehen in seinen Ohren, der dumpfe Gefühl eines kalten Steines um seine Magengegend, wo ihm vorhin jemand reingetreten ist. Es hat schon schlimmere Prügeleien gegeben, nach denen er sich an drei Häuserecken brutal übergeben musste.
Und das hier ist doch nicht... das ist doch nicht...
Er bemerkt erst viel zu spät, dass ihm dünne Tränchen die Wangen herunterlaufen.
Nicht vor Schmerz. Nur vor Erschöpfung.
Und das ist der Grund, weshalb er sich nach solchen Sachen meistens nicht einmal hinsetzt. Denn wenn er einmal loslässt, stürzt er vollständig ab. Das kann er sich nicht leisten, nicht, wenn er die Verantwortung für seine ganze Bande trägt.
„Ist okay“, flüstert Ryôsuke leise und streicht mit der Hand über Watarus Kopf. Wataru ist mit einem Mal so müde, dass er erst später bemerkt, dass es nicht einfach nur Streicheln ist, sondern dass Ryôsuke ihn nach Kopfverletzungen abtastet.
Weiter unten säubert Mizusawa seine Wunde mit Desinfektionsmittel und klebt ein dickes Wundpflaster auf.
'Na seht ihr', will Wataru sagen. 'So gut wie neu. Jetzt ist doch gut.'
Nur, dass er es nicht kann.
Die Tränen wollen nicht aufhören.
Er hört das Rascheln von Bettbezügen und Laken und mit einem Mal schiebt Yûta sich in sein Gesichtsfeld. Er ist blass und sieht elend aus, aber Wataru kann genau erkennen, dass Yûta die heiße Schmerzphase überwunden hat und inzwischen auch bei Erschöpfung angekommen ist.
Das trifft sich ja gut.
Als hätten sie sich dort verabredet.
„Ich bin in Ordnung“, schnieft Wataru leise, weil er fürchtet, dass sie sich sonst Sorgen um ihn machen. Vielleicht denken sie, er ist dieses eine Mal zuviel auf den Kopf gefallen. Oder er verblutet innerlich.
Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht.
„Wirklich!“
„Ist ja gut.“
Mizusawa steht auf und tapst in eine Ecke. Man kann hören, wie er einen der Schränke dort öffnet – die knarrende Schranktür – und leise wiederkommt.
„Es ist vollkommen okay, wenn du einmal nicht mehr kannst. Wir kümmern uns um dich.“
„Aber“, wimmert Wataru.
Dann streift Yûtas Hand sanft seine Wange.
Dann streichelt Ryôsuke zärtlich über seine Haare.
Dann cremt Mizusawa mit seinen Flaumenfederfingern seine Wunden ein.
Es ist, als ob etwas in Wataru, was bis eben hektisch und aufmerksam gewesen ist, zum Stillstand kommt und einfach nur atmet. Und ruht. Und starrt.
Wataru schließt die Augen und kapituliert. Er konzentriert sich darauf, Luft zu holen, zu spüren und sich nicht schuldig zu fühlen, weil er gerade komplett zusammenkracht.
Für einige Sekunden sind Yûtas Lippen auf seinen; leicht und kitzelnd. Dann deckt ihn jemand zu und schirmt ihn vor der Kälte ab. Irgendjemand schlüpft zu ihm unter die Decke, legt den Arm um ihn. Wataru öffnet die Augen, blinzelt mühsam den Tränenschleier zur Seite.
Es ist Ryôsuke.
Ryôsuke, der einst solche Angst vor ihm hatte.
Da ist Mizusawa, dem sein Umfeld einst so egal war.
Da ist Yûta, der ihn so oft gebeten hat, ihn zu töten.
Es ist in Ordnung, denkt Wataru. Nur ein einziges Mal gesteht er sich das Schwachsein ein.
Nur ein Mal.
Nur heute.
Nur jetzt.
Er fällt in erschöpften Schlaf inmitten seiner drei Lieblingsmenschen und es ist das beste Gefühl seit einer Ewigkeit.
Challenge: Joker: H/C: „Es sieht schlimmer aus als es ist“ (für mich) von der h/c-Tabelle 2012
Fandom: Tumbling (Dystopie AU)
Wörter: ~1500
Personen: Wataru, Mizusawa, Ryôsuke, Yûta, Kiyama
Anmerkung: Ein bisschen Comfort-Porn zur Abwechslung. Hier passieren nur schöne Sachen.
„Lass mich dich tragen“, sagt Kiyama besorgt.
Wataru spürt den Blick seines Freundes auf sich und er fühlt sich deswegen noch schlimmer.
Denn es ist immerhin seine Schuld, dass sie von der feindlichen Bande überrascht worden sind bei ihrer Tour. Es ist seine eigene Schuld, dass er grün und blau geschlagen worden ist und gerade humpeln muss.
„Ist doch Unsinn“, gibt er zurück und lacht gequält.
„Ich bin viel zu schwer. Außerdem trägst du schon das Essen.“
Kiyama schaut hinab auf den Beutel in seiner Hand, in der eine Dose Fertignudeln und drei Tafeln Schokolade trägt, die magere Ausbeute ihres Ausfluges.
Fertignudeln und fünfzig blaue Flecken.
Es ist zum Heulen.
„Ach Wataru“, sagt Kiyama, aber er fügt nichts hinzu.
Er sieht sich nervös um, als sie in ihre Straße einbiegen, um sich zu versichern, dass sie nicht verfolgt werden.
Erst dann entriegelt er die komplizierten Schlösser an der Tür zu ihrem heruntergekommenen Häuserkomplex.
Wataru humpelt umständlich hinein und ist unendlich erleichtert, wieder zu Hause zu sein.
Er zieht sich in der Küche einen Stuhl vom Tisch weg und lässt sich seufzend darauf nieder.
Es wäre schön zu sitzen, wenn ihm nicht gerade auch der Arsch wehtun würde.
Mizusawa ist der erste, der hereinkommt und quasi über ihn stolpert.
Wataru hasst es ein bisschen, so ramponiert auszusehen. Und dass es auffällt. Dabei ist es doch nicht der Rede wert.
„Was ist denn mit dir passiert?“
Mizusawa schafft es erst gar nicht bis zur Spüle, wo er eine schmutzige Tasse abstellen will.
„Das? Och naja...“
Wataru lacht nervös und winkt ab.
„Du solltest mal den anderen sehen!“
„Die anderen“, berichtigt Kiyama nicht sehr hilfreich.
„Welche anderen?“, kommt es von der Küchentür.
Da steht Ryôsuke und sieht ein klein wenig verschreckt aus.
„Niemand“, brummt Kiyama schnell.
Er leert die Tasche und legt die Packung Nudeln und die Schokolade (inzwischen halb geschmolzen) auf den Küchentisch.
„Wir haben sie abgeschüttelt. Aber ob es das hier wert war...“
Es ist ein kurzer Moment, in dem Wataru sich unendlich müde fühlt.
Natürlich ist es das wert. Jedes einzelne verdammte Reiskorn ist es wert, da rauszugehen und im Müll zu wühlen, sich mit Idioten anzulegen und die eigene Haut zu riskieren.
Natürlich.
Nur manchmal... manchmal ist es eben sehr anstrengend.
„Komm mit hoch“, sagt Mizu leise und tritt an Watarus Stuhl heran.
„Wie verarzten dich, okay?“
Wataru versucht, schnell abzuwinken.
„Jetzt regt euch mal nicht so auf“, beeilt er sich zu sagen.
„Das sieht schlimmer aus als es ist. Echt. Ich bin doch nicht aus Zucker.“
„Wataru“, sagt Mizu. Sehr pointiert und bestimmt, nicht die Millisekunde eines Freiraums für Widerspruch zulassend.
Das kann er gut.
Wataru hat gesehen, wie er das bei Ryôsuke anstellt: Wie dieser all seine Anspannung loslässt und in sich zusammensackt, wenn Mizusawa seinen Namen auf diese Art ausspricht.
Und auch er selbst fühlt, wie er dem Jungen Folge leisten will.
Er ist müde.
Sein Kopf tut weh, an der Stelle, an der dieser schrankhohe Typ ihn vorhin mit dem Schädel gegen den Asphalt gedrückt hat, besonders. Seine Rippen singen ihm ein Lied von Schmerzen. Seine Haut zuckt und spannt sich über seine Muskeln und er ist nicht sicher, ob er inzwischen aufgehört hat an der linken Hüfte zu bluten, wo ihn der kleine Kerl mit seinem Butterfly-Messer erwischt hat, bevor Kiyama ihn zur Seite gekickt hat.
Kiyama, der viel schneller und wendiger ist, den sie nicht einmal ansatzweise zu greifen bekommen haben.
Gott. Ohne Kiyama hätte Wataru es vermutlich nicht geschafft.
Diese Erkenntnis bricht über ihn herein wie eine meterhohe Welle. Für einen winzigen Augenblick begreift er, dass es eines von hunderten Malen gewesen ist, in denen er fast nicht überlebt hätte.
Um Haaresbreite.
„Na fein“, sagt er leise und lässt zu, dass Ryôsuke seinen Arm um die Schulter legt und ihn vom Stuhl hochzieht, vorsichtig darauf bedacht, ihn nicht zu hart anzufassen.
„Aber macht kein Drama draus.“
Im Krankenzimmer oben hockt Yûta, und Wataru hätte es wissen müssen.
Gestern hat es den ganzen Tag geregnet und die vorwinterliche Kälte kriecht seit einigen Tagen in die Ritzen des Hauses hinein. Kaltes und feuchtes Wetter sind ein Graus für Yûtas schlechtes Bein.
Er setzt sich auf, als Ryôsuke Wataru zum Raum hineingeleitet und er sieht blass und verschwitzt vor Schmerz aus.
Es tut Wataru sofort leid, dass er seinen Freund stört.
„Sorry“, murmelt er verschämt, aber davon setzen ihn Ryôsuke und Mizu nicht weniger theatralisch auf einem leeren, frischen Futon ab.
„Ich bin echt nur ein bisschen verbeult, das ist doch nicht der Rede wert.“
„Der Verbandskasten“, nuschelt Mizusawa.
Von irgendwoher erscheinen Hände, die ihm den Kasten reichen.
Es ist Hino, der ein mürrisches Gesicht macht, aber sich dennoch im Türrahmen aufstellt, um mit Nippori zusammen dessen kleine Geschwister davon abhält, ins Zimmer zu stürmen.
„Was ist mit Wataru-Oniichan?“
„Wir wollen ihn mal drücken!“
„Jetzt nicht!“, schnauzt Nippori im Hintergrund, aber wird sofort sanfter;
„Aniki braucht jetzt ein bisschen Ruhe, okay? Kommt, wir kochen ihm jetzt einen Tee oder so.“
„Und ich sage euch, ich brauche nicht-“, setzt Wataru hilflos an. Nur lässt ihn niemand ausreden.
Mizusawa packt ihn so vorsichtig aus, als wären seine Knochen aus Glas. Seine zarten Fingerspitzen sind wie Flaumfedern, als er Watarus Hoodie abstreift ihn und ihm sein Shirt über den Kopf zieht.
Darunter hat sein Körper damit angefangen, Hämatome auszubilden.
Kleinere und große Flecken in Gelb und Violett und Dunkelblau. Die Wunde an seiner Hüfte schmiert noch immer rot.
„Leg dich hin“, sagt Mizusawa leise und drückt ihn an einer unberührten Stelle an der Schulter herunter.
Der Futon empfängt ihn wie eine Wolke. Mit einem Mal melden sich Körperteile lautstark zu Wort, deren Schmerzen er bis eben verdrängt hat.
Das Ziehen in seinen Ohren, der dumpfe Gefühl eines kalten Steines um seine Magengegend, wo ihm vorhin jemand reingetreten ist. Es hat schon schlimmere Prügeleien gegeben, nach denen er sich an drei Häuserecken brutal übergeben musste.
Und das hier ist doch nicht... das ist doch nicht...
Er bemerkt erst viel zu spät, dass ihm dünne Tränchen die Wangen herunterlaufen.
Nicht vor Schmerz. Nur vor Erschöpfung.
Und das ist der Grund, weshalb er sich nach solchen Sachen meistens nicht einmal hinsetzt. Denn wenn er einmal loslässt, stürzt er vollständig ab. Das kann er sich nicht leisten, nicht, wenn er die Verantwortung für seine ganze Bande trägt.
„Ist okay“, flüstert Ryôsuke leise und streicht mit der Hand über Watarus Kopf. Wataru ist mit einem Mal so müde, dass er erst später bemerkt, dass es nicht einfach nur Streicheln ist, sondern dass Ryôsuke ihn nach Kopfverletzungen abtastet.
Weiter unten säubert Mizusawa seine Wunde mit Desinfektionsmittel und klebt ein dickes Wundpflaster auf.
'Na seht ihr', will Wataru sagen. 'So gut wie neu. Jetzt ist doch gut.'
Nur, dass er es nicht kann.
Die Tränen wollen nicht aufhören.
Er hört das Rascheln von Bettbezügen und Laken und mit einem Mal schiebt Yûta sich in sein Gesichtsfeld. Er ist blass und sieht elend aus, aber Wataru kann genau erkennen, dass Yûta die heiße Schmerzphase überwunden hat und inzwischen auch bei Erschöpfung angekommen ist.
Das trifft sich ja gut.
Als hätten sie sich dort verabredet.
„Ich bin in Ordnung“, schnieft Wataru leise, weil er fürchtet, dass sie sich sonst Sorgen um ihn machen. Vielleicht denken sie, er ist dieses eine Mal zuviel auf den Kopf gefallen. Oder er verblutet innerlich.
Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht.
„Wirklich!“
„Ist ja gut.“
Mizusawa steht auf und tapst in eine Ecke. Man kann hören, wie er einen der Schränke dort öffnet – die knarrende Schranktür – und leise wiederkommt.
„Es ist vollkommen okay, wenn du einmal nicht mehr kannst. Wir kümmern uns um dich.“
„Aber“, wimmert Wataru.
Dann streift Yûtas Hand sanft seine Wange.
Dann streichelt Ryôsuke zärtlich über seine Haare.
Dann cremt Mizusawa mit seinen Flaumenfederfingern seine Wunden ein.
Es ist, als ob etwas in Wataru, was bis eben hektisch und aufmerksam gewesen ist, zum Stillstand kommt und einfach nur atmet. Und ruht. Und starrt.
Wataru schließt die Augen und kapituliert. Er konzentriert sich darauf, Luft zu holen, zu spüren und sich nicht schuldig zu fühlen, weil er gerade komplett zusammenkracht.
Für einige Sekunden sind Yûtas Lippen auf seinen; leicht und kitzelnd. Dann deckt ihn jemand zu und schirmt ihn vor der Kälte ab. Irgendjemand schlüpft zu ihm unter die Decke, legt den Arm um ihn. Wataru öffnet die Augen, blinzelt mühsam den Tränenschleier zur Seite.
Es ist Ryôsuke.
Ryôsuke, der einst solche Angst vor ihm hatte.
Da ist Mizusawa, dem sein Umfeld einst so egal war.
Da ist Yûta, der ihn so oft gebeten hat, ihn zu töten.
Es ist in Ordnung, denkt Wataru. Nur ein einziges Mal gesteht er sich das Schwachsein ein.
Nur ein Mal.
Nur heute.
Nur jetzt.
Er fällt in erschöpften Schlaf inmitten seiner drei Lieblingsmenschen und es ist das beste Gefühl seit einer Ewigkeit.
no subject
Date: 2016-08-09 01:15 pm (UTC)Gah ;__;
Es ist SO SCHÖN!!!
Ich finde schonmal per se jede Fic gut, die damit anfängt, dass einer den anderen tragen will! *_* Ach Kiyama, du bist so ein guter Freund. ;__;
Und bossy!Mizu, der ihn gleich zum verarzten mitnimmt! LIEBE!! *_*
Ich liebe bossy!Mizu!
Also, ich liebe Mizu immer, aber tiny und bossy mag ich ihn tatsächlich besonders gerne. Er macht das ja auch schon in der Serie sehr gut (also sich durchsetzen) und das finde ich irgendwie besonders awesome, weil er halt immer wie ein zartes Pusteblümchen aussieht.
Wataru“, sagt Mizu. Sehr pointiert und bestimmt, nicht die Millisekunde eines Freiraums für Widerspruch zulassend.
Das kann er gut.
Wataru hat gesehen, wie er das bei Ryôsuke anstellt: Wie dieser all seine Anspannung loslässt und in sich zusammensackt, wenn Mizusawa seinen Namen auf diese Art ausspricht.
ICH WILL JA NIX SAGEN !!!!!!!!!
ABER DAS IST DOCH TOTAL EIN BISSCHEN GENTLE!DOM!MIZU UND ICH STEH TOTAL DRAUF!!! *hust*
Gah und dann flusen sie alle um herum und machen ihm Tee und geben ihm Liebe und gnah .... *in die Tischkante beiß* ;___;
Das ist so schön und so rührend und er hat das sowas von verdient. SOWAS VON!
„Und ich sage euch, ich brauche nicht-“, setzt Wataru hilflos an. Nur lässt ihn niemand ausreden.
Sehr gut! Macht einfach weiter! Der Junge weiß einfach nicht, was gut ist und schon gar nicht was er braucht oder nicht !! Tschakka!!
Und das ist der Grund, weshalb er sich nach solchen Sachen meistens nicht einmal hinsetzt. Denn wenn er einmal loslässt, stürzt er vollständig ab. Das kann er sich nicht leisten, nicht, wenn er die Verantwortung für seine ganze Bande trägt.
Meine Gefühle ........ ;__; *schluchzt leise*
DAS ist so so so so Wataru. So sehr. *weint eine Runde. Ich kann das SO nachfühlen. Dieses einfach immer weitermachen, bloß nicht anhalten, bloß nicht hinsetzen, sonst kommt man nie wieder hoch. Wääh .... ;_; Ach Herzchen.... lass dich doch lieben.
Das ist alles wunderschön und traurig und awesome und ich liebe es. ;__;
Und dass sie am Ende einfach nur kuscheln und sich um ihn herumlegen und streicheln ist einfach perfekt. ♥ ♥ ♥ ♥
no subject
Date: 2016-08-13 02:52 pm (UTC)