[identity profile] rei17.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Ravenclaw
Fandom: The Avengers
Charaktere/Pairings: Natasha Romanoff, Maria Hill, Clint Barton, Steve Rogers (potential future Steve/Natasha)
Wörter: ~1300
Prompt: Crack/Humor + "Ich habe eine Wette verloren."
Warnungen: AU, keiner hat Superkräfte-AU, tiny pre-serum!Steve, Natasha hat PTSD, aber die besten Freunde der Welt
Vorwort: Keiner kann mir erzählen, dass Steve heutzutage nicht total ein kleiner, punkiger Aktivist wäre, der auf pro-choice Demos geht und überall ne Bi-Flagge kleben hat. KEINER! Die Natasha&Maria bromance hat sich überraschend reingeschlichen, weil Natasha dringend eine beste Freundin braucht und ich liebe Maria Hill. <33
Dazu kommen potentiell noch mehr Snippets.





„Weißt du, es ist kein Palast oder so…“

„Clint…“

„Im Sommer wird es garantiert auch tierisch heiß hier oben…“

„Clint.“

„Der Aufzug macht keinen sehr zuverlässigen Eindruck…“

„Clint!“

„Und dein Vermieter… sorry, aber der ist völlig irre. Ich meine wer trägt denn völlig unironisch eine Augenklappe?“

„Wenn du nicht sofort aufhörst zu reden, werde ich dich mit diesem Kabel erwürgen.“

Unschuldig hebt er die Hände. „Ich sage ja nichts.“

„Du machst auch nichts“, gibt Natasha zurück. „Nichts Produktives wenigstens.“ Sie kniet mitten in einem Gewirr aus Kabeln, Steckdosen und Computerteilen.

„Hey, ich hab dir drei Extraschlösser eingebaut!“ protestiert er.

Das stimmt. Natasha ist ihm dafür nicht einmal undankbar. „Vor zwei Stunden“, erwidert sie, aber als er sich neben sie auf den Boden kniet, knufft sie ihm sacht gegen die Schulter.
Clint versteht solche Sachen besser als Worte.
Oder vielleicht ist das nur Natasha.

„Ich finde es schön, dass du Prioritäten hast“, sagt Maria trocken. Sie sitzt mit übereinander geschlagenen Beinen auf einem Umzugskarton und nippt an einem Glas Rotwein. „Andere Menschen bauen ja zuerst ihr Bett auf. Oder einen Kleiderschrank. Aber hey, natürlich sind deine Computer auch wichtig.“

„Ich verdiene ja auch nicht mit meinem Bett mein Geld.“ Natasha hält inne und seufzt. „Nein Clint, sag es nicht.“

Clint ist nicht lebensmüde genug diese Steilvorlage aufzugreifen. „Ich sage nur, du hättest es schlimmer treffen können“, sagt er stattdessen. „Ich glaube die Leute sind auch ganz cool, die hier wohnen.“

„Wie kommst du darauf?“

Er grinst. „Im Flur riecht es nach Gras.“

Maria stöhnt und presst eine Hand auf ihre Augen. „Das hab ich nicht gehört. Großer Gott. Vergesst ihr beide regelmäßig wo ich arbeite?“

„Und ich meine nicht das grüne Zeug was die Kühe fressen.“

„Clint…“

„Das ist mir egal“, sagt Natasha, während sie den letzten Tower zuschraubt und zufrieden feststellt, dass die Lüftung wieder funktioniert.

„Ich bin sogar fast sicher, dass es aus der Wohnung gegenüber kommt. Wer wohnt da eigentlich?“

„Keine Ahnung.“ Natasha zuckt mit den Schultern. „Kein Interesse es herauszufinden.“

Sie spürt genau wie Clint und Maria hinter ihrem Rücken einen Blick austauschen.
Und nein, sie hat keine Lust darüber zu reden.

Sie wird ihren neuen Nachbarn früher oder später über den Weg laufen.
Sie hat es nicht eilig.

-

Das erste Mal, dass Natasha Steve begegnet ist im Treppenhaus, zwei Tage nach ihrem Einzug, und er erschreckt sie fast zu Tode.
Sie ist von Kopf bis Fuß schweißüberströmt, ihre Haare sind in einem zerzausten Pferdeschwanz zusammengesteckt und sie trägt ein pinkes Schweißband und uralte Leggins. Clint war mal wieder gnadenlos beim Training. Sie vermutet es war die Strafe für die vielen Kisten, die sie ihn hat schleppen lassen.
Sie ist zu Fuß bis in den obersten Stock gelaufen (der Aufzug ist tatsächlich kaputt – Clint darf das nicht erfahren, der würde sonst von seinem hohen Ross nicht mehr runterkommen) und tastet nach dem Lichtschalter im Flur als sie plötzlich hastige Schritte hinter sich hört.

Es ist reflexartig und instinktiv, aber Natasha kann nicht so gut mit Leuten die von hinten auf sie zu rennen. Vor allem nicht in dunklen Hausfluren.

Sie wirbelt herum und ballt die Fäuste. „Stopp!“
Basis Selbstverteidigung. Immer erst mal anbrüllen.

Mit weit aufgerissenen Augen bleibt er vor ihr stehen. „Hi“, keucht er atemlos und stützt die Hände auf die Knie. „Sorry… ich wollte nur… du warst schon fast drin und… hier.“ Er streckt ihr ein Handtuch entgegen, dass ihr im Flur aus der Sporttasche gerutscht sein muss.

„Danke“, erwidert sie langsam.

Er ist winzig. Das ist das erste was ihr auffällt. Er ist jung und dünn und trägt zerschlissene Jeans und bunt angemalte Turnschuhe. Seine Haare sind wild und blond und er hat eine blaugefärbte Strähne im Pony. Es dauert einen Augenblick bis er sich wieder aufrichtet. „Steve“, stellt er keuchend fest.

Wortlos hebt sie die Augenbrauen.

Verlegen reibt er sich über den Hinterkopf. „Das äh… das ist meine Name. Steve.“

„Okay, Steve.“ Natasha sieht ihm direkt in die Augen. Das ist leicht, denn er ist wirklich winzig. Mit hohen Absätzen würde sie ihn überragen. In ihren flachen Turnschuhen sind sie ungefähr auf einer Höhe. Er ist schmal und knochig und wiegt locker zwanzig Pfund weniger als sie.
Er kann ihr gar nichts.
Sie könnte ihn locker zu Boden ringen.
Eine Großmutter könnte ihn zu Boden ringen.

„Oh… sorry.“ Er errötet. „Ich wollte nicht aufdringlich sein. Es ist nur… Wir sind Nachbarn. Ich wohne gegenüber.“ Er deutet hinter sich auf seine Wohnungstür.

Sie nickt abwartend.
Ein Teil ihres Gehirns fragt sich, ob er derjenige ist, der gekifft hat. Nicht, dass das eine Rolle spielt.

„Ich dachte nur… Falls du Hilfe beim Einzug brauchst…“

„Tu ich nicht.“

„Oder falls du irgendwelche Fragen hast…“

„Keine Fragen.“

„Okay. Cool.“ Er tritt einen Schritt zurück und hebt entschuldigend die Hände. „Sorry, ich wollte dich nicht stören.“ Er sieht so aufrichtig zerknirscht aus, dass es Natasha beinah leid tut, dass sie ihn so abfertigen muss.

„Ich suche keine Freunde“, rutscht ihr heraus.

„Hm?“ Überrascht bleibt er stehen.

„Freunde“, wiederholt sie geduldig. „Ich suche keine. Ich brauche keine. Ist nicht persönlich gemeint.“

Steve sieht eher nachdenklich als beleidigt aus. „Wer braucht denn keine Freunde?“

Sie sieht ihn an.

„Oh. Alles klar. Menschen, die keine dummen Fragen beantworten wollen?“ Er lacht verlegen und beißt sich sofort auf die Unterlippe. „Ich… ich geh dann mal. Es war schön dich kennen zu lernen. Und sorry. Wirklich. Ich wollte nicht…“

„Schon okay.“
Sie sieht ihm nach, bis er in seiner Wohnungstür verschwindet. Erst dann dreht sie sich um.

Maria tritt aus dem Schatten ihres Türrahmens. Sie hat die Arme über dem teuren Kostüm verschränkt und ihre hochhackigen Schuhe sind spitzer als der Schwung ihrer Augenbrauen. „War das notwendig?“

Natasha zuckt mit den Schultern, während sie ihren Schlüssel aus der Sporttasche kramt. „Er ist ein Mann. Ich brauche keine Männer in meinem Leben. Außer Clint, und der darf auch nur bleiben, weil ich ihn einfach nicht los werde.“

„Ja, aber der hier kam im praktischen Handtaschenformat“, gibt Maria zu Bedenken.

„Sei nicht gemein.“

„Du hast damit angefangen.“

„Nein.“ Natasha schüttelt den Kopf, während sie die Tür öffnet. „Ich bin nicht gemein. Ich bin ehrlich.“

„Ja, klar.“

„Was?“ Natasha zerrt sich das das Haargummi aus den nassgeschwitzten Haaren und wirft das Handtuch auf den Berg schmutziger Wäsche in der Ecke. „Ich will nur… keine falschen Erwartungen aufbauen. Ich werde ihn höflich grüßen im Flur und das war’s.“

Maria sieht sie an. Niemand kann das so wie Maria. Einen einfach nur ansehen ohne mit der Wimper zu zucken und damit bewirken, dass man sich gemaßregelt fühlt als ob sie einen halbstündigen Vortrag gehalten hätte.

„Oh mein Gott.“ Natasha rollt mit den Augen. „Guck nicht so. Ich bin kein pathologischer Einsiedler. Ich habe Freunde“, sagt sie verteidigend.

„Ja, mich und Clint. Und Clint auch nur, Zitat, weil du ihn nicht los wirst“, gibt Maria sarkastisch zurück und hey! Dass sie Natashas eigene Worte gegen sie verwendet ist wirklich nicht in Ordnung. „Ich will gar nicht wissen, was deine Ausrede ist, wieso ich mit dir herumhänge.“

„Du hast eine Wette verloren?“

„Ich werde dich mit einem Kissen ersticken, ich schwöre es.“

„Zwei ist eine schöne, grade Zahl und völlig ausreichend“, fährt Natasha ungerührt fort. „Außerdem… welcher Kerl will mit mir befreundet sein? Denkst du ernsthaft, irgendein Kerl sieht mich an und denkt ‚oh wow, mit der möchte ich SO befreundet sein?‘“

Maria seufzt. „Du hast ernsthafte Probleme.“

„Mir geht’s gut.“

„Ich dachte, du bist hier hergezogen um was zu ändern.“

„Falsch. Ich bin hier hergezogen, weil ich nicht ewig auf deiner Couch schlafen kann.“

„Nat…“ Marias Gesicht wird weich und einen Augenblick hat Natasha Angst, dass sie etwas rührseliges sagen wird. Sowas wie ‚Du hättest du noch die nächsten zwanzig Jahre bei mir schlafen können‘. Weil Natasha kann bei vielem ungerührt bleiben, aber nicht wenn Leute emotional werden. Dagegen fühlt sie sich nicht gewappnet.
Und Maria hat sie in den letzten Monate so viel und oft aus der Fassung erlebt wie kein anderer Mensch.

Aber Maria räuspert sich und der Moment geht vorbei. „Darüber reden wir noch. Und jetzt geh duschen und pack den Wein aus. Du bist nämlich nicht die Einzige, die Probleme hat… und gegen meine helfen nur noch Alkohol.“

„Stress bei der Arbeit?“

„Du hast ja keine Ahnung…“


Date: 2016-08-07 07:59 am (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Ich liebe es einfach, wie du sie schreibst. Die Dialoge sind so gut! :D
Hier musste ich laut lachen und hab damit meinen Freund verwirrt: '„Ja, aber der hier kam im praktischen Handtaschenformat“, gibt Maria zu Bedenken.'
Ich liebe sie alle. Und Steve ist so niedlich! Ich will meeeeehr!

Date: 2016-08-08 04:15 pm (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com
Awesome!

ich meine, es ist ja kein Geheimnis, dass AUs ein Jungbrunnen für die Kreativität sind, aber ich merke das bei jeder AU immer wieder.

Ich... ugh...ich will gar nicht wissen, woher Natasha PTSD hat... Also, man kann es sich denken, aber man will eigentlich wirklich nicht so genau darüber nachdenken.... Die Arme...

Steve ist sehr niedlich und sehr awkward und ich glaube, ich liebe das gesamte Wohnhaus jetzt schon (es wird in Teil 2 ja klar, dass da der halbe Cast wohnt >D) und Maria ist awesome und CLint... oh Gott, CLint xD
Ich glaube, mit dem wäre ich auch nur befreundet, weil ich ihn nicht mehr loswerden würde.

I can't wait to see the plot thicken : D

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