[identity profile] peterhforalpha.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Ravenclaw
Challenge: H/C - "Bitte geh nicht..." - für mich
Titel: Bleib einfach hier
Fandom: Spiderman, Deadpool
Charaktere: Spiderman, Deadpool
Wörter: 1315
Sprache: Deutsch
Warnung: keine
Anmerkung: das hier ist für die liebe [livejournal.com profile] rei17!

Peters Instinkte reagierten ganz automatisch und mit einer unmenschlich schnellen Bewegung hatte er Wades Handgelenk ergriffen. „Bitte geh nicht…”
„Ich dachte”, fing Wade an, aber stoppte wieder als Peter vehement den Kopf schüttelte. Er saß immer noch auf der Couch, Knie so nah wie möglich an seinen Körper gepresst. Ein Arm hatte er um seine Beine geschlungen, machte sich somit noch kleiner. Der Andere hielt Wade immer noch fest im Griff.
Wenn er sich klein machte, gab es nicht viel, dass ihm Schmerzen zufügen konnte, zumindest redete Peter sich das ein. Sich auf der Couch zusammenzukrümmen war eine normale Reaktion für ihn nach so einem Tag. Und am liebsten war er dann alleine. Niemand sollte ihn so sehen.

Und doch hatte er ganz automatisch Wade aufgehalten.

Wade … Deadpool!

Jemand, den er nicht einmal richtig leiden konnte. Jemand, der unangemeldet einfach in sein Apartment eindrang, um ihm Frühstück zu machen. Jemand, der für Geld Menschen umbrachte. Jemand, den Peter sonst um 100 Meilen meiden würde. Jemand, den Peter nicht mögen sollte.

Peter hatte versucht, ihn zu hassen. Am Anfang hatte es auch ganz gut geklappt. Er hatte einiges über Deadpool gehört und das machte es wesentlich einfacher, den Söldner nicht viel Beachtung zu schenken. Aber Wade war hartnäckig. Langsam aber sicher hatte er sich in Peters Herz geschlichen, auch wenn Peter immer noch versuchte, es abzustreiten, vor allen Dingen in Gegenwart von Wade.

Heute war er phänomenal darin gescheitert.

Aber Peter war es völlig gleich. Gerade fühlte er sich elend und er wollte nichts lieber, dass Wade bei ihm blieb, einfach nur neben ihm saß. „Bitte geh nicht”, wiederholte er deshalb und zog ganz sanft an Wades Handgelenk, um ihm zu signalisieren, dass er sich setzen sollte. „Bleib hier.”

Ganz ungewohnt für Peter blieb Wade still. Er sagte kein einziges Wort. Kein blöder oder unpassender Witz entkam seinen Lippen. Er setzte sich einfach nur neben ihn. Sofort rückte Peter näher an ihn heran.

“Alles okay, Spidey?”
Peter schüttelte abermals seinen Kopf und legte ihn dann auf seine Knie. “Ich weiß, dass ich nicht immer alle retten kann.” Er hatte das mehr als einmal auf grausame und brutale Art erlebt. Nicht einmal Spiderman konnte jeden vor dem Tod bewahren. “Aber ich hasse es, wenn jemand stirbt. Ich sollte stärker und schneller sein. Ich sollte es verhindern können.”

“Wenn ich richtig zählen kann, ist heute keiner gestorben.”
Peter hob seinen Kopf und sah, wie Deadpool an seinen Fingern etwas abzählte. Es wirkte so unrealistisch nach allem, was heute passiert war. Wade saß neben ihm, als ob nichts passiert wäre. “Du bist gestorben.”

“Ach so, das.” Wade zuckte mit den Schultern. “Das passiert.”
Das passiert? Peter wusste, zu was Deadpool imstande war, dass er sich heilen konnte, und dass er sogar von dem Tod zurückkommen konnte. Peter hatte es gewusst, aber es zum ersten Mal zu sehen, war etwas völlig Anderes. Besonders wenn Peter auch noch genau in diesem Moment realisierte, dass er diesen Spinner vielleicht doch nicht so sehr hasste, wie er sich gerne einreden würde.

Wades toten Körper im Arm zu halten, war wie ein Flashback zurück zu Gwen. Oder seinem Onkel. Es war nicht nur das Schuldgefühl, dass er jemanden verloren hatte. Es war viel mehr als das. Es fühlte sich an, als ob sein Herz herausgerissen wurde und das Wissen, dass Wade jede Sekunde wieder aufwachen würde, machte es trotzdem nicht besser.
Peter war in diesem Moment klar geworden, dass er Wade nicht verlieren wollte, und sein ganzer Kampf, ihn hassen zu wollen, vollkommen nutzlos gewesen war. Wade war ihm wichtig. Wade war ein Freund geworden.

Und Peter würde ihn nicht länger wegstoßen, wollte ihn nicht länger wegstoßen.
Besonders nicht jetzt!

„Das sollte nicht passieren”, nuschelte Peter und rückte noch etwas näher an Wade heran. „Nicht, wenn ich dabei bin.”
„Hey, mir geht es gut. Ich bin so gut wie neu.”

Peter schüttelte wieder den Kopf. „Das macht es nicht okay, dass es passiert ist.”
„Ich heile, ich komme wieder aus dem Jenseits. Du musst dir um mich wirklich keine Sorgen machen.” Wade zuckte mit den Schultern.
„Tut es weh?” Das war Peters erster Gedanke gewesen, nachdem Wade einfach aufgesprungen war und vorgeschlagen hatte, noch ein Eis auf den Rückweg zu holen.
„Es tut immer weh. Alles.” Wades Stimme war leiser geworden. „Ich habe mich dran gewöhnt.”

Ganz vorsichtig ergriff Peter Wades Hand und drückte sie sanft. „Es war schrecklich, dich so zu sehen. Ich war mir nicht sicher, ob du - ich meine, ich hatte gehört, dass du alles überlebst, aber du weißt, wie Menschen übertreiben können. Ich hatte solche Angst, dass es nicht stimmt.”
„Es stimmt, Webs. Ich überlebe alles.”

Peter konnte das Grinsen von Wade unter der Maske sehen und es fühlte sich so falsch in diesem Augenblick an. Peter war nicht nach Lächeln zumute und Wade sollte sich nicht dahinter verstecken müssen. Nicht mehr, nicht bei ihm.

„Es tut mir leid, wie ich dich behandelt habe.”
Das Grinsen wurde noch breiter. „Hey, ich bin Schlimmeres gewohnt.”
„Das macht es nicht okay”, meinte Peter und drehte sich etwas zu Wade um. Die Wärme, die durch den Kontakt mit Wades Schultern gekommen war, verschwand augenblicklich. „Es tut mir wirklich leid. Das war nicht fair. Ich hätte dich erst kennen lernen sollen, bevor ich urteile.”

„Jetzt hast du mich kennen gelernt. Und was sagst du?” Sein Tonfall ließ immer noch darauf schließen, dass er sich mit Humor davor bewahren wollte, verletzt zu werden. Peter konnte das gut nachvollziehen. Manchmal war ein falsches Lächeln aufzusetzen einfacher, als der Realität ins Auge zu sehen.

Anstatt zu antworten beugte sich Peter etwas vor und gab Wade einen Kuss auf sein maskiertes Gesicht. „Ich würde mein Verhalten gerne wieder gut machen.”
„Peter…” Wade nannte ihn selten bei seinem richtigen Namen. Dass Wade wusste, wer Peter war, war eher ein Unfall gewesen und Peter hatte sich dem Söldner nie wirklich vorgestellt. Daher hatte Wade es dabei belassen, ihn weiterhin Spiderman zu nennen, auch wenn er ganz genau wusste, wer Spiderman nun wirklich war. Selbst wenn Peter wie jetzt seine Maske abgelegt hatte, war er immer noch Spiderman gewesen.
Peter musste allerdings zugeben, dass es ihm gefiel, wie Wade seinen Namen aussprach.

„Ich will dich nicht verlieren, das habe ich heute begriffen.”
Wade setzte sich aufrecht hin und betrachtete Peter intensiv. „Es ist dir wirklich ernst?”
„Natürlich! Ich habe dich gerade geküsst, Dummkopf.”
„Vielleicht hast du dir den Kopf gestoßen bei dem Fall.” Plötzlich hatte er Wades starke Hände an seinem Kopf, die sanft über seine Stirn fühlten.

Peter packte ihn wieder am Handgelenk, stoppte Wade in seiner Bewegung. „Ich meine es ernst”, sagte Peter und schaute Wade dabei die ganze Zeit in die Augen. „Du bist vielleicht nervig und kannst eine Klette sein, aber irgendwie kann ich mir das auch gar nicht mehr anders vorstellen. Gott, ich wüsste gar nicht, was ich machen würde, wenn du irgendwann mal nicht mehr in mein Apartment einbrichst, um mir Pancakes zu machen.”
„Ich habe dir doch gesagt, dass man so das Herz eines jungen Knaben erobern kann.”
Peter lachte auf. „Das hast du tatsächlich und wie es aussieht, hattest du vollkommen Recht.” Peter wusste nicht einmal, wann sich seine Gefühle für Wade genau geändert hatten. Aber er wusste, dass er ihn nicht mehr verlieren wollte. „Also bleibst du?”

„Heute Nacht?”
Peter nickte, ein leichtes Lächeln auf seinen Lippen. „Vielleicht auch morgen Nacht und übermorgen.”
„Du willst gar nicht wissen, was gerade in meinem Kopf alles vorgeht, Baby Boy.”
„Ich kann es mir vorstellen”, flüsterte Peter und beugte sich etwas vor, um Wade in die Arme zu nehmen. Wade erwiderte die Geste und drückte Peter ganz fest an sich. Peter konnte so Wades Herzschlag fühlen und er hoffte, dass er es nie wieder miterleben musste, wie dieser aussetzte.

„Alles okay, Spidey?”, fragte Wade erneut.
Dieses Mal nickte Peter. „Es geht mir schon viel besser”, nuschelte er in Wades Halsbeuge. „Bleib einfach hier.”

Date: 2016-08-07 07:53 am (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Awwww. <3 So langsam shippe ich es auch.

Date: 2016-08-09 01:55 pm (UTC)
From: [identity profile] rei17.livejournal.com
Daaaaaaaaaaaw.... die beiden! ;__;
Ach Peter...
Ach Wade...

Ich liebe ja einfach alle Szenarien wo Wade stirbt und vor allem alles, wo Peter es mitbekommt. *hust* *ist grausam* Also nicht, dass ich Peter noch mehr traumatisieren möchte als ohnehin schon ... okay MAYBE!!!!

Aber ach Wade....
Wade mit seiner ganzen "ist nicht schlimm, haha, ich überlebe doch eh alles, willst du mir nicht mal ne Gabel ins Auge stecken um es festzustellen??" Art bricht mir ja auch irgendwie das Herz... ;_;
Nur weil du nicht daran stirbst, heißt es ja nicht, dass es nicht wehtut....
Ach Wade. Ach Häschen....

Vielen Dank fürs schreiben! *___*

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