H/C: Überdosis (für mich)
Jul. 31st, 2016 07:25 pmTeam: Gryffindor
Challenge: H/C: Überdosis (für mich)
Fandom: Tumbling (Office!AU)
Wörter: ~1.200
Personen: Yûta, Ryôsuke, Tsurumi
Anmerkung: Fortsetzung hiervon: http://120-minuten.livejournal.com/1117739.html aka der Teil, in dem Yûta und Ryôsuke auf Geschäftsreise in Ôsaka sind und von Tsurumi terrorisiert werden.
Tsurumi hört danach nicht auf.
Aber das gehört dazu: So war er schon immer. Womöglich ist das der Grund, weshalb er heute ist, wo er ist: In den obersten Reihen der Firmenführung trotz seines jungen Alters.
Weil er die Schwachpunkte von Menschen findet und so lange drauf einsticht, bis diese am Boden liegen.
Es beginnt damit, dass Tsurumi Ryôsuke am nächsten Morgen ermahnt, seine Krawatte ordentlicher zu binden.
„Wir achten hier darauf, dass wir uns angemessen kleiden“, sagt er mit hochgezogener Augenbraue.
„Auch wenn andere Leute diesen out-of-bed-Look vielleicht bevorzugen.“
Dann streift sein Blick Yûta für den Bruchteil eines Momentes.
Ryôsuke scheint es nicht mitzubekommen. Er rollt nur insgeheim mit den Augen, wenn nur Yûta es sehen kann.
Aber Tsurumi ist da. Die ganze Zeit. Unentwegt. Und er ist wie ein Gift, das in mäßigen Dosen zu verkraften ist, aber letal in der Masse.
Er ist wie ein Skorpion, unentwegt darauf aus, zuzustechen.
Und das tut er.
Yûta ist nicht dumm. Er weiß, dass es Absicht ist, dass er von Tsurumi unentwegt die falschen Materialien zugeschickt bekommt vor Meetings. Oder dass Tsurumi ihm wichtige Informationen vorenthält.
Er weiß, dass Tsurumi ihn mit Absicht an den Platz setzt, wo die Klimaanlage defekt ist.
Dass Tsurumi ihm die Mittagspause zustopft, so dass er nicht zum Essen kommt.
Es sind alles Dinge, die er ertragen kann. Aus seiner Schulzeit hat er noch Übung, und er sagt sich, dass alles erträglich ist, weil vermutlich nichts so schlimm ist wie dieser eine Nachmittag in der elften Klasse, als Akabane ihm nach der Schule auflauerte und ihn stundenlang aus dem Sonnenlicht gezogen hat.
Nichts ist so schlimm wie danach nicht mehr mit Mizusawa zu reden.
Sein erster Impuls ist, die Distanz zu Ryôsuke so zu vergrößern, dass Tsurumi keine Verbindung mehr zwischen ihnen sieht.
Das hat bei Mizusawa damals auch funktioniert.
„Er gibt sich ganz schöne Mühe“, bemerkt Tsurumi abends, als er Yûtas Schreibtisch streift und zwischen ihnen nichts als die Abendsonne und Leere hängt.
„Heute hat er mein gesamtes Social Media-Team stundenlang auf Trab gehalten. Eifriges Kerlchen.“
Dann grinst er süffisant.
„Ist er bei anderen Dingen auch so eifrig?“
Es bringt Yûta dazu, an Ryôsuke zu denken, wie dieser sich nachts im Schlaf windet, wie ihm das Shirt hochruscht, wie sich seine Erektion gegen die Unterhose abzeichnet.
„Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen“, ist alles, was er herausbekommt.
„Doch. Das weißt du.“
Tsurumi ist mit einem Mal sehr nah. Man kann die sich zart bildenden Krähenfüße an seinen Augenwinkeln erkennen – Zeugnisse der Zeit, die belegen, dass auch Tsurumi älter und reifer geworden ist, dass er viel arbeitet und wenig schläft.
„Ich kann das hören. An der Art, wie du mit der Antwort stockst, wie pikiert du mich ansiehst. Ich kenn' dich doch. Weißt du, ich mache mir doch nur Sorgen.“
Er lehnt sich wieder zurück.
„Ich meine, wir leben ja nicht mehr in der Steinzeit. Heutzutage kann jeder mit jedem etwas anfangen. So ist das ja nicht. Aber ich frage mich, ob es nicht...problematisch ist, etwas mit dem eigenen Untergebenen zu haben.“
Yûta denkt an Wataru und deswegen kann er nicht widersprechen.
Mehr noch: Er ist erstarrt.
Denn Tsurumi hat mit einem Recht, auch wenn er größtenteils sein Skorpiongift versprüht:
Wataru (und Ryôsuke und Mizusawa, wenn er schon mal dabei ist) stehen unter Yûta.
Wer garantiert denn, dass Wataru wirklich darauf aus war, eine Beziehung mit Yûta zu führen?
„Ich meine, denk doch mal“, fährt Tsurumi fort und runzelt die Stirn;
„Du bist der Chef. Tsukimori ist in der Nahrungskette unter dir. Wenn mein Chef mich zum Yakiniku-Essen und Trinken mitnimmt, sage ich ja auch nicht Nein. Denn sowas tut man einfach nicht.“
Genau, denkt Yûta.
Wer sagt ihm, dass Wataru sich nicht genötigt gefühlt hat, seine Wochenenden dafür zu opfern, mit Yûta Kaffee trinken zu gehen? Genau genommen ergibt Tsurumis Aussage so viel mehr Sinn als die Annahme, dass Wataru aus freien Stücken seine Samstage und Sonntage opfert.
Und nun dasselbe mit Ryôsuke.
Ryôsuke schläft in einem Bett mit und neben ihm, weil er muss.
„Ich sage es ja auch keinem weiter“, spricht Tsurumi in seine Gedanken hinein.
„Ich bin ja nicht so. Was du nach Feierabend mit Tsukimori treibst, ist ganz allein deine Sache. Aber sorge nur dafür, dass das deine und seine Arbeit nicht beeinträchtigt. Das wäre...höchst unprofessionell.“
Das Grauen ergreift Yûta.
Es läuft ihm heiß und kalt den Rücken hinunter.
„Ich treibe nichts mit Tsukimori“, wehrt er sich verzweifelt.
„Okay, okay.“ Tsurumi hält übertrieben beide Hände in die Höhe, als würde er mit einer Waffe bedroht.
„Mach dir keine Sorgen. Dein Geheimnis ist sicher bei mir. Du würdest mich ja auch nicht verraten. Bis morgen.“
Er schlendert davon und erst, als die Tür zum Treppenhaus zuklappt, wagt Yûta es erst wieder zu atmen.
Mit einem Mal fühlt er sich unendlich erschöpft.
Als hätte Tsurumi ihn durch Wälder und Berge getrieben. Als er das Büro um kurz vor Mitternacht verlässt, sieht er, dass Wataru ihm kleine Nachrichten mit vielen, bunten Smilies geschickt hat.
„Alles okay?“, steht dazwischen.
Auch Ryôsuke hat ihm Nachrichten geschickt.
Sehr viele sogar:
19:50 Uhr: „Ich habe dir Sushi aus dem Kombini mitgenommen.“
20:58 Uhr: „Es ist kurz vor neun: Beweg dich hierher, bevor ich dir dein Abendbrot wegesse!“
21:45 Uhr: „Ich mein's ernst! Gleich ist nichts mehr da!“
22:15 Uhr: „Du könntest wenigstens zurückschreiben, du Schnösel!“
23:02 Uhr: „Komm endlich her. Du schläfst morgen sonst wieder im Meeting ein.“
23:36 Uhr: „Okay, vergiss es. Ich geh schlafen. Mach keinen Lärm, wenn du doch noch kommen solltest und nicht im Büro pennst. Bis morgen.“
Yûta seufzt leise. Auf dem Weg zum Hotel schreibt er Wataru eine knappe Nachricht, dass alles in Ordnung ist, dass er nur sehr beschäftigt ist und die Tage zu kurz sind.
Ryôsuke schläft tatsächlich schon, als er kommt.
Sein Gesicht wird halb verdeckt von seinen hellen Haaren und er sieht friedlich aus. Unter seinen Augen sind dunkle Schatten. Er zuckt nicht einmal, als, Yûta seine Sachen abstreift und dabei versehentlich mit der Hüfte gegen den Nachttisch stößt.
Im Kühlschrank liegt unberührt ein Päckchen mit Sushi.
Yûta isst es in der Hotellobby. So still und unauffällig er kann.
Ab und zu schneien Menschen durch die Tür herein und wanken müde zum Fahrstuhl; viele Frauen und Männer in zerknitterten Anzügen und Kostümen.
Er denkt an Ryôsuke, der heute einer Horde mittelalter Typen mit untypischer Geduld erklärte, was ein Meme ist.
Er denkt an Wataru, der ihm aufmunternde Statusmeldungen aus Tokyo schickt.
Er denkt an Mizusawa, der ihm alle zwei Tage kurze Nachrichten sendet: „Vergiss nicht zu essen und zu schlafen. Ich kenne dich doch.“
Dann denkt er daran, wie sehr er sie alle ausnutzt.
Das hier ist seine Mission. Die Überdosis von Tsurumis Skorpiongift ist seine Sache.
Sein Kopf ist schwer und schwindlig, als er aufsteht, an die Rezeption tritt und die freundliche Dame dahinter fragt, ob er ab sofort ein Einzelzimmer buchen kann.
To be continued....
Challenge: H/C: Überdosis (für mich)
Fandom: Tumbling (Office!AU)
Wörter: ~1.200
Personen: Yûta, Ryôsuke, Tsurumi
Anmerkung: Fortsetzung hiervon: http://120-minuten.livejournal.com/1117739.html aka der Teil, in dem Yûta und Ryôsuke auf Geschäftsreise in Ôsaka sind und von Tsurumi terrorisiert werden.
Tsurumi hört danach nicht auf.
Aber das gehört dazu: So war er schon immer. Womöglich ist das der Grund, weshalb er heute ist, wo er ist: In den obersten Reihen der Firmenführung trotz seines jungen Alters.
Weil er die Schwachpunkte von Menschen findet und so lange drauf einsticht, bis diese am Boden liegen.
Es beginnt damit, dass Tsurumi Ryôsuke am nächsten Morgen ermahnt, seine Krawatte ordentlicher zu binden.
„Wir achten hier darauf, dass wir uns angemessen kleiden“, sagt er mit hochgezogener Augenbraue.
„Auch wenn andere Leute diesen out-of-bed-Look vielleicht bevorzugen.“
Dann streift sein Blick Yûta für den Bruchteil eines Momentes.
Ryôsuke scheint es nicht mitzubekommen. Er rollt nur insgeheim mit den Augen, wenn nur Yûta es sehen kann.
Aber Tsurumi ist da. Die ganze Zeit. Unentwegt. Und er ist wie ein Gift, das in mäßigen Dosen zu verkraften ist, aber letal in der Masse.
Er ist wie ein Skorpion, unentwegt darauf aus, zuzustechen.
Und das tut er.
Yûta ist nicht dumm. Er weiß, dass es Absicht ist, dass er von Tsurumi unentwegt die falschen Materialien zugeschickt bekommt vor Meetings. Oder dass Tsurumi ihm wichtige Informationen vorenthält.
Er weiß, dass Tsurumi ihn mit Absicht an den Platz setzt, wo die Klimaanlage defekt ist.
Dass Tsurumi ihm die Mittagspause zustopft, so dass er nicht zum Essen kommt.
Es sind alles Dinge, die er ertragen kann. Aus seiner Schulzeit hat er noch Übung, und er sagt sich, dass alles erträglich ist, weil vermutlich nichts so schlimm ist wie dieser eine Nachmittag in der elften Klasse, als Akabane ihm nach der Schule auflauerte und ihn stundenlang aus dem Sonnenlicht gezogen hat.
Nichts ist so schlimm wie danach nicht mehr mit Mizusawa zu reden.
Sein erster Impuls ist, die Distanz zu Ryôsuke so zu vergrößern, dass Tsurumi keine Verbindung mehr zwischen ihnen sieht.
Das hat bei Mizusawa damals auch funktioniert.
„Er gibt sich ganz schöne Mühe“, bemerkt Tsurumi abends, als er Yûtas Schreibtisch streift und zwischen ihnen nichts als die Abendsonne und Leere hängt.
„Heute hat er mein gesamtes Social Media-Team stundenlang auf Trab gehalten. Eifriges Kerlchen.“
Dann grinst er süffisant.
„Ist er bei anderen Dingen auch so eifrig?“
Es bringt Yûta dazu, an Ryôsuke zu denken, wie dieser sich nachts im Schlaf windet, wie ihm das Shirt hochruscht, wie sich seine Erektion gegen die Unterhose abzeichnet.
„Ich weiß nicht, wovon Sie sprechen“, ist alles, was er herausbekommt.
„Doch. Das weißt du.“
Tsurumi ist mit einem Mal sehr nah. Man kann die sich zart bildenden Krähenfüße an seinen Augenwinkeln erkennen – Zeugnisse der Zeit, die belegen, dass auch Tsurumi älter und reifer geworden ist, dass er viel arbeitet und wenig schläft.
„Ich kann das hören. An der Art, wie du mit der Antwort stockst, wie pikiert du mich ansiehst. Ich kenn' dich doch. Weißt du, ich mache mir doch nur Sorgen.“
Er lehnt sich wieder zurück.
„Ich meine, wir leben ja nicht mehr in der Steinzeit. Heutzutage kann jeder mit jedem etwas anfangen. So ist das ja nicht. Aber ich frage mich, ob es nicht...problematisch ist, etwas mit dem eigenen Untergebenen zu haben.“
Yûta denkt an Wataru und deswegen kann er nicht widersprechen.
Mehr noch: Er ist erstarrt.
Denn Tsurumi hat mit einem Recht, auch wenn er größtenteils sein Skorpiongift versprüht:
Wataru (und Ryôsuke und Mizusawa, wenn er schon mal dabei ist) stehen unter Yûta.
Wer garantiert denn, dass Wataru wirklich darauf aus war, eine Beziehung mit Yûta zu führen?
„Ich meine, denk doch mal“, fährt Tsurumi fort und runzelt die Stirn;
„Du bist der Chef. Tsukimori ist in der Nahrungskette unter dir. Wenn mein Chef mich zum Yakiniku-Essen und Trinken mitnimmt, sage ich ja auch nicht Nein. Denn sowas tut man einfach nicht.“
Genau, denkt Yûta.
Wer sagt ihm, dass Wataru sich nicht genötigt gefühlt hat, seine Wochenenden dafür zu opfern, mit Yûta Kaffee trinken zu gehen? Genau genommen ergibt Tsurumis Aussage so viel mehr Sinn als die Annahme, dass Wataru aus freien Stücken seine Samstage und Sonntage opfert.
Und nun dasselbe mit Ryôsuke.
Ryôsuke schläft in einem Bett mit und neben ihm, weil er muss.
„Ich sage es ja auch keinem weiter“, spricht Tsurumi in seine Gedanken hinein.
„Ich bin ja nicht so. Was du nach Feierabend mit Tsukimori treibst, ist ganz allein deine Sache. Aber sorge nur dafür, dass das deine und seine Arbeit nicht beeinträchtigt. Das wäre...höchst unprofessionell.“
Das Grauen ergreift Yûta.
Es läuft ihm heiß und kalt den Rücken hinunter.
„Ich treibe nichts mit Tsukimori“, wehrt er sich verzweifelt.
„Okay, okay.“ Tsurumi hält übertrieben beide Hände in die Höhe, als würde er mit einer Waffe bedroht.
„Mach dir keine Sorgen. Dein Geheimnis ist sicher bei mir. Du würdest mich ja auch nicht verraten. Bis morgen.“
Er schlendert davon und erst, als die Tür zum Treppenhaus zuklappt, wagt Yûta es erst wieder zu atmen.
Mit einem Mal fühlt er sich unendlich erschöpft.
Als hätte Tsurumi ihn durch Wälder und Berge getrieben. Als er das Büro um kurz vor Mitternacht verlässt, sieht er, dass Wataru ihm kleine Nachrichten mit vielen, bunten Smilies geschickt hat.
„Alles okay?“, steht dazwischen.
Auch Ryôsuke hat ihm Nachrichten geschickt.
Sehr viele sogar:
19:50 Uhr: „Ich habe dir Sushi aus dem Kombini mitgenommen.“
20:58 Uhr: „Es ist kurz vor neun: Beweg dich hierher, bevor ich dir dein Abendbrot wegesse!“
21:45 Uhr: „Ich mein's ernst! Gleich ist nichts mehr da!“
22:15 Uhr: „Du könntest wenigstens zurückschreiben, du Schnösel!“
23:02 Uhr: „Komm endlich her. Du schläfst morgen sonst wieder im Meeting ein.“
23:36 Uhr: „Okay, vergiss es. Ich geh schlafen. Mach keinen Lärm, wenn du doch noch kommen solltest und nicht im Büro pennst. Bis morgen.“
Yûta seufzt leise. Auf dem Weg zum Hotel schreibt er Wataru eine knappe Nachricht, dass alles in Ordnung ist, dass er nur sehr beschäftigt ist und die Tage zu kurz sind.
Ryôsuke schläft tatsächlich schon, als er kommt.
Sein Gesicht wird halb verdeckt von seinen hellen Haaren und er sieht friedlich aus. Unter seinen Augen sind dunkle Schatten. Er zuckt nicht einmal, als, Yûta seine Sachen abstreift und dabei versehentlich mit der Hüfte gegen den Nachttisch stößt.
Im Kühlschrank liegt unberührt ein Päckchen mit Sushi.
Yûta isst es in der Hotellobby. So still und unauffällig er kann.
Ab und zu schneien Menschen durch die Tür herein und wanken müde zum Fahrstuhl; viele Frauen und Männer in zerknitterten Anzügen und Kostümen.
Er denkt an Ryôsuke, der heute einer Horde mittelalter Typen mit untypischer Geduld erklärte, was ein Meme ist.
Er denkt an Wataru, der ihm aufmunternde Statusmeldungen aus Tokyo schickt.
Er denkt an Mizusawa, der ihm alle zwei Tage kurze Nachrichten sendet: „Vergiss nicht zu essen und zu schlafen. Ich kenne dich doch.“
Dann denkt er daran, wie sehr er sie alle ausnutzt.
Das hier ist seine Mission. Die Überdosis von Tsurumis Skorpiongift ist seine Sache.
Sein Kopf ist schwer und schwindlig, als er aufsteht, an die Rezeption tritt und die freundliche Dame dahinter fragt, ob er ab sofort ein Einzelzimmer buchen kann.
To be continued....