[identity profile] ayawinner.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Hufflepuff
Challenge: Hurt/Comfort - "Du blutest" (für's Team)
Titel: Es brennt einen Moment lang
Fandom: School 2013 (Heungsoo/Namsoon)
Anmerkungen: ... ich weiß ja auch nicht, was mit den beiden los ist. Warnung für, äh, aus irgendeinem Grund gerne verprügelt werden? Guckt mich nicht so an, es ist canon!

In Namsoons Kopf klingelt und dröhnt es, als seien mindestens einhundert Lastwagen einzeln, langsam und genüsslich darüber gefahren.

Es ist das schönste Geräusch der Welt.

Er kann sich genau an das letzte Mal erinnern, als er sich so gefühlt hat, bevor er eigenhändig alles zerstört hat, was ihm jemals etwas bedeutet hat. Aber das scheint alles weit weg zu sein, als sei es ihm vielleicht überhaupt nie passiert, und er fühlt sich so leicht und frei, dass er einfach lachen möchte, laut und fröhlich und überschwänglich.

Lachen tut höllisch weh, das wird ihm schmerzhaft in Erinnerung gerufen, aber er kann es nicht unterdrücken; er ist zu glücklich, zu frei, es sprudelt einfach aus ihm heraus, aus dem geschundenen Bauch, über die getretenen Rippen, die grün und blau sein werden, wenn er demnächst in den Spiegel schaut und sich hieran erinnert, an diesen Tag, diesen einen Tag, und nicht an all die schlimmen, dunklen Tage vorher, und vielleicht auch nicht mehr an all die Tage davor, die ihm so oft vorgekommen sind, als wären sie doch nur ein Traum gewesen. Ein Traum, den er sich mit dem Kopf auf dem Tisch in irgendeiner langweiligen Unterrichtsstunde nur eingebildet hat.

Zwischen seinen Rippen bleibt das Lachen fast stecken, denn es schmerzt, als würde man ihm immer noch in den Bauch treten und auf die Rippen boxen, bis er sich auf dem Boden krümmt und die Augen ganz fest zusammenkneift. Er hat gar nichts geträumt, der Schmerz macht es alles real.

Das Lachen erreicht irgendwie trotzdem sein Gesicht, lässt ihn husten und seine Lippen und Mundwinkel weiter aufplatzen, als es schließlich seinen Mund erreicht. Er schmeckt eine Menge frisches Blut über den schalen, metallischen Geschmack älteren Bluts in seinem Mund; als er schluckt merkt er, dass auch sein Hals in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Er leckt sich über die Lippen, schmeckt feuchten Staub auf ihnen und versucht, trotz Schmerz und Blut und diesem fast schon hysterisch aufblubbernden Lachen ruhiger zu atmen.

Es gelingt ihm nicht. Mit jedem Atemzug schmerzen seine geschundenen Rippen mehr, mit jedem Atemzug möchte er weiter lachen.

So glücklich war er schon seit Jahren nicht mehr.

Mit jedem Husten gewöhnt er sich mehr an den stechenden Schmerz in seiner Brust, und als ihm schließlich das Atmen wieder leichter fällt, bemerkt er erst, wie schwer und müde seine Augen geworden sind.

Das ist in Ordnung.

Er ist an geschwollene Augen gewöhnt, er muss sie nicht offen halten. Wenn er sich arg anstrengt, kann er immer noch seinen Blick fokussieren; das reicht. Das ist genug.

Langsam wird auch das ohrenbetäubende Klingeln in seinem Kopf weniger, das er sich bestimmt nur einbildet, und das doch – wenn er sich auf seine Erfahrung verlassen kann – mindestens bis zum nächsten Morgen nicht ganz verschwinden wird. Er erinnert sich gut an all die längst vergangenen Nächte, in denen es ihn wach gehalten und ihn in jeder Sekunde daran erinnert hat, dass er lebt.

So sehr lebt.

So wie jetzt, endlich.

Sein verschwommenes Blickfeld wird dunkler und zu dem Dröhnen und Klingeln in seinem Kopf gesellt sich das Knirschen von Turnschuhen links und rechts neben seinem Kopf auf staubig hartem Boden.

Heungsoo bläst ihm kalten Rauch ins Gesicht, der in seinem Hals brennt und noch mehr in seinen Augen, aber er will sie auch nicht schließen, denn Heungsoo ist so nah vor ihm, dass er trotz seines verschwommenen Blicks erkennen kann, dass er ihn angrinst.

Namsoon grinst zurück, so breit, dass die Wunden an seinem Mund noch weiter aufreißen.

„Du blutest da“, sagt Heungsoo und bläst ihm mit jedem Wort neuen Rauch ins Gesicht.

„Wo?“, fragt Namsoon und es klingt kratzig und rau und schmeckt nach Metall und schmerzt in seinem Hals, an seiner Zunge, die er sich aufgebissen hat, und immer noch an seinem Mund, aber auch, weil er immer noch so sehr grinsen muss.

Weil er immer noch so glücklich ist.

„Da“, sagt Heungsoo und bewegt die Hand mit der Zigarette zwischen den Fingern über Namsoons gesamtes Gesicht.

Namsoon versucht, seinen Blick darauf zu fokussieren, aber es gelingt ihm nicht.

Egal.

„Nur da?“, fragt er zurück, so unschuldig, wie er nur kann, während er merkt, dass seine Rippen anfangen zu pochen.

Heungsoo hält ihm die Zigarette an die Lippen.

„Ja“, sagt er, als Namsoon daran zieht und es ihm einen scharfen, aber nicht unangenehmen neuen Schmerz durch den Brustkorb treibt.

Er schließt kurz die Augen.

Als er sie wieder öffnet, hat Heungsoo die Zigarette ausgetreten und sieht ihm direkt durch Namsoons vernebelten Blick in die Augen. Sehr unscharf.

Heungsoo bewegt sich über ihm, dann plötzlich dreht sich alles, als Heungsoo ihm auf die Beine hilft.

Namsoon ist schwindelig, aber er gewöhnt sich daran, genauso, wie er sich an den kurzen heißen Schmerz in seiner Brust gewöhnt. Es ist nichts Ungewöhnliches.

„Das war ziemlich stark“, sagt Heungsoo und Namsoon hört sein Grinsen mehr, als dass er es sieht.

„Ja“, sagt Namsoon, und: „Danke.“

Heungsoo zieht ihn in eine Umarmung, die Namsoon viel wärmer und weicher erscheint, als es jedes bequeme Bett jemals sein könnte. Es ist gut zu wissen, dass das die gleichen Arme, die gleichen Hände sind, dass das der gleiche Junge ist, der ihn so zugerichtet hat – jetzt gerade, die ganzen Jahre, als er weg war, und schon davor.

Es ist gut.

Hier möchte er bleiben.

Heungsoo ist groß – nur ein bisschen größer als Namsoon, aber heute kommt er ihm unendlich groß vor – und stark – Namsoon spürt am gesamten Körper, wie stark er ist – und Namsoon hat ihn so fürchterlich, fürchterlich vermisst. Als er die schweren Arme um Heungsoos Schultern hebt, fragt er sich, ob er ihn wohl für immer vermissen wird, so wie jetzt, obwohl Heungsoo doch wieder da ist.

Ob er so daran gewöhnt ist, Heungsoo zu vermissen, dass es Teil seiner Persönlichkeit geworden ist.

Aber Heungsoo ist da, und seine Hände liegen viel zu sanft auf Namsoons Hüfte. Viel zu sanft dafür, dass er Namsoon so gründlich, so komplett und durchdringend kaputt gemacht hat, dass Heungsoo eigentlich nicht mehr vorsichtig mit ihm sein müsste.

Er schmiegt den Kopf an Heungsoos Schulter, atmet gegen Heungsoos Hals und verschmiert dabei sein weißes Schuluniformhemd mit rasch trocknendem Blut.

Heungsoo umfasst seine Hüften stärker, zieht Namsoon näher an sich heran und treibt ihm damit ein neues heißes Brennen durch den Körper, das nichts und alles mit den Schmerzen von vorher zu tun hat.

Heungsoo atmet heiße gegen Namsoons Schulter, in seine Halsbeuge, auf seine Wange und sendet einen scharfen Schmerz durch Namsoons Gesicht. Offenbar ist seine Wange verletzt – Heungsoo hat auf so etwas noch nie Rücksicht genommen – und als Namsoon unwillkürlich zurückzuckt, küsst Heungsoo die gleiche wunde Stelle auf seiner Wange wieder und wieder, bis Namsoon seufzt, den Kopf dreht und Heungsoo ihn endlich, endlich auf die aufgeplatzten Lippen küsst.

Es sollte schmerzen, sagt der rationale Teil seines Kopfes, auf den Namsoon schon lange nicht mehr hört. Es sollte schmerzen, weil Namsoons Lippen wund und blutig sind und weil Heungsoo alle frühere Vorsicht wieder vergessen hat.

Aber es schmerzt nicht.

Namsoon ist süchtig danach.

Er kann nicht genug bekommen von Heungsoo, der ihn berührt, egal wie, der ihm weh tut, weil es ihm gefällt und weil es Namsoon gefällt (und weil Namsoon es verdient hat).

Es hat Heungsoo immer schon gefallen; es hat ihnen beiden immer schon gefallen.

Dass sich daran nichts geändert hat, spürt Namsoon ganz deutlich, wundervoll deutlich, an allem, was Heungsoo tut, an jeder Prellung und jeder kleinen Wunde, an Heungsoos Händen, die sich in seine Hüften graben und dort zusätzliche Spuren hinterlassen werden, und daran, dass Heungsoo ihn nach allem, was passiert ist und nach allem, was sie sich angetan haben, immer noch so unendlich viel fühlen lässt.

Und er weiß, dass Heungsoo das alles genauso vermisst hat wie er selbst.

Date: 2016-07-13 09:03 pm (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
wir sind rasant auf dem Weg zum ersten Teambingo \o/

Und die Geschichte ist ganz schön intensiv.

Date: 2016-07-13 09:36 pm (UTC)
From: [identity profile] cricri-72.livejournal.com
Ich hab' nach einem passenden Adjektiv gesucht ... Also, irgendwie saugt es mich beim Lesen doch ein. Obwohl ich ja ganz offensichtlich mehr so der fluffige h/c Typ bin.

Edit: Und ja, jetzt fehlt nur noch "Überdosis". Wenn die Büttenwarder sich mehr für h/c eignen würden, würde ich da ja jemandem eine Köm-Überdosis verpassen ;)
Edited Date: 2016-07-13 09:37 pm (UTC)

Date: 2016-07-14 12:13 pm (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Oh Gott, ich habe das dringende Bedürfnis, den Verbandskasten rauszuholen und die beiden erstmal zu verarzten. O_O "Intensiv" passt schon ganz gut so als Beschreibung.

Date: 2016-07-16 03:47 pm (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Danke! ^//^ Meistens gilt: I know nothing! :D Aber so liest man auch mal was anderes. :)

Date: 2016-07-17 08:27 am (UTC)
From: [identity profile] nessaniel.livejournal.com
AHHHHHH ICH LIEBE ES LIEBE LIEBE LIIIIIHIIIIIEBE ES.

Der ganze Aufbau der Story ist umwerfend, wie man erst überhaupt gar nicht checkt, dass Namsoon nicht von irgendwelchen Fremden verdroschen wurde, sondern von Heungsoo WEIL ER DAS SO WOLLTE, DIE AUFLÖSUNG IST SO GUT AHHHHAJKSHDKSFH <333333

Ich liebe dieses ganze BDSM-Ding, wirklich, ich liebe es, ihre ganze Vorgeschichte, Namsoons Angst, dass er alles nur noch träumt, das ist wunderschön UND NAWWWW.

„Nur da?“, fragt er zurück, so unschuldig, wie er nur kann,
That lil' slut :)))))

„Ja“, sagt Namsoon, und: „Danke.“
WELL, SOMEONE NEEDS PROFESSIONAL HELP HERE.
but eh, SOLANGE SE SPASS HABEN, UND SICH NICHT WIEDER DIE FUSSBALLKARRIEREN RUINIEREN :))

Heungsoo ist groß – nur ein bisschen größer als Namsoon, aber heute kommt er ihm unendlich groß vor – und stark – Namsoon spürt am gesamten Körper, wie stark er ist –
KASJDSLDKJFLSKDFJDK ARRRRRGHKSJFDH IST ALLES, WAS ICH DAZU SAGE. OMGGG

Aber Heungsoo ist da, und seine Hände liegen viel zu sanft auf Namsoons Hüfte. Viel zu sanft dafür, dass er Namsoon so gründlich, so komplett und durchdringend kaputt gemacht hat, dass Heungsoo eigentlich nicht mehr vorsichtig mit ihm sein müsste.

SAME HERE OH GAWD MEIN HERZ, NAMSOON IST SO EIN TRAINWRECK SKDFJSLKDFSDJ (ER HATS SO NÖTIG! D8)


Er kann nicht genug bekommen von Heungsoo, der ihn berührt, egal wie, der ihm weh tut, weil es ihm gefällt und weil es Namsoon gefällt (und weil Namsoon es verdient hat).

Es hat Heungsoo immer schon gefallen; es hat ihnen beiden immer schon gefallen.


SO. NÖTIG. WÄÄÄÄÄH. AHHHHH SIE SIND SO EIN GUTES TEAM EIN GUTES FUCKED UP, DON'T QUESTION IT TEAM UND DU FÄNGST SIE SO SCHÖN EIN UND ICH LIEBE DIESEN EINSCHUB "weil Namsoon es verdient hat" weil das nochmal so wundervoll erklärt, warum er sich verdreschen lässt, BECAUSE ISSUES TONS OF ISSUES THATS WHY.

SCHÖN ISSES. SCHÖN :))))

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