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Team: Slytherin
Challenge: Crack/Humor: „Soll ich mal pusten?“
Fandom: Supernatural
Inhalt: Nach einer kleinen Fehlkalkulation ist der Impala plötzlich unsichtbar und Sam tut alles in seiner Macht stehende, damit Dean nichts davon mitbekommt.
Charaktere: Sam, Dean, Castiel
Spoiler: keine


(Teil 1)


„Guten Morgen, Dean!“

Sam versuchte, so fröhlich und unbeschwert wie möglich zu klingen, sobald er die Küche betrat, aber als Dean ihm sofort einen düsteren Blick über den Rand seiner Kaffeetasse zuwarf, wusste er gleich, dass es sinnlos sein würde, seinen Bruder einzig und allein mit ein paar optimistischen Worten aufheitern zu wollen.

„Du hast ja exzellente Laune, wie ich sehe“, stellte Sam fest.

„Die Kaffeemaschine gibt langsam ihren Geist auf“, erklärte Dean mit heruntergezogenen Mundwinkeln. „Und das natürlich, wo ich die Nacht davor nicht gut geschlafen habe und dringend einen guten Kaffee gebrauchen könnte.“

Sam verfluchte innerlich das Schicksal, Gott oder wen auch immer.

Selbstverständlich hatte Dean schlecht geschlafen und war noch garstiger als sonst.

„Das hier ist zur Hälfte nur noch Pulver“, fuhr Dean fort und deutete auf die Tasse in seinen Händen. „Ich bin echt kurz davor, beim nächsten Starbucks vorbeizuschauen.“

Sam nickte geistesabwesend und war kurz davor, ihn zu ermutigen, da ein ordentlicher Kaffee Deans Laune sicherlich etwas heben würde, aber dann fiel ihm eine Sekunde später plötzlich ein, dass er den Wagen brauchen würde, um einen Coffeeshop zu erreichen, und er schüttelte hastig den Kopf.

„Du willst dich doch nicht wirklich mit leeren Magen in einen Starbucks quetschen, oder?“, hakte Sam nach, während er fühlte, wie sich sein Herzschlag beschleunigte. Sollte er bereits in den ersten zwei Minuten seiner Mission scheitern?

„Ich habe schon Schlimmeres überstanden“, erwiderte Dean.

„Warum bitten wir nicht einfach Cas, die Maschine zu reparieren?“, schlug Sam daraufhin vor. Wenn seine Stimme ein kleines bisschen panisch klang, schien dies Dean glücklicherweise nicht zu bemerken. „Ich mein, er kann Menschen heilen. Warum also nicht auch das? Als ich ihn hier eben getroffen habe, hat er die Maschine sogar schon mit so einem Blick angesehen, als würde er bereits darüber nachdenken.“

Dean wiederum schien diese brillante Idee wenig zu begeistern. „Cas wird nicht sein angekratztes Mojo dafür benutzen, um unsere gottverdammte Kaffeemaschine zu reparieren!“ Er schüttelte entschieden den Kopf. „Wir kaufen einfach eine neue und das war's. Ich wollte sowieso gleich noch in die Stadt.“

Oh, bitte nicht. Bitte nicht. Bitte nicht.

„Ich könnte doch in die Stadt“, bot Sam augenblicklich an.

Dean hob eine Augenbraue und musterte seinen Bruder. „Was?“

„Na ja, ich könnte doch in die Stadt, um dort … ähm, das zu tun, was du tun wolltest.“ Sam wusste, dass er nicht besonders überzeugend klang, aber dennoch bemühte er sich um ein nicht ganz so schiefes Lächeln und eine Körperhaltung, die man als gelassen hätte bezeichnen können, wenn man nicht zu genau hinschaute.

„Und wenn ich beim Zahnarzt vorbei wollte, würdest du das auch für mich übernehmen?“, hakte Dean nach.

Sam blinzelte verdutzt. „Du wolltest zum Zahnarzt?“

„Nein“, erwiderte Dean schnaubend. „Ich war nur neugierig, da du dich gleich sofort anbietest, ohne zu wissen, was ich vorhabe.“

Sam verlagerte sein Gewicht unruhig von einem Bein aufs andere. „Na ich, ich nehme an, du wolltest einkaufen gehen fürs Abendessen.“

Deans Miene verdüsterte sich zusehends. „Gut geraten“, gab er widerwillig zu.

„Und ich wollte noch in die Stadtbücherei, also bietet es sich an“, log Sam und verkniff sich einen stolzen Gesichtsausdruck. „Und du könntest dich wieder hinlegen, wenn du so wenig geschlafen hast. Es ist ja nicht so, als müssten wir zu festen Uhrzeiten wach sein.“

Dean schien diesem Vorschlag nicht völlig abgeneigt zu sein, aber stattdessen sagte er: „Die Bücherei? Ernsthaft? Dir ist schon aufgefallen, dass wir hier auf geschätzten hunderttausend Büchern sitzen, oder?“

Sam spürte, wie sein Puls beschleunigte, da er diese Tatsache wirklich komplett vergessen hatte. „Na ja … ich brauche einfach mal was Literatur aus diesem Jahrhundert, okay?“

„Wenn du dir den neuen Twilight Band kaufen willst, musst du das doch nur sagen, Samantha“, spöttelte Dean mit einem Grinsen. „Dann hätte ich dir den letztens zum Geburtstag geschenkt.“

Sam verdrehte die Augen, war aber gleichzeitig froh, dass Dean doch noch in der Lage war, zu lachen. Hoffentlich würde das eine Weile so anhalten.

„Geh einfach wieder ins Bett!“, ordnete Sam in einen einigermaßen autoritären Ton an. Er trat an Dean heran, ergriff ihn am Oberarm und hievte ihn sanft, aber bestimmt wieder auf die Beine.

Unglücklicherweise vergaß er dabei völlig den Becher in Deans Hand. Dean war viel zu überrascht, um angemessen zu reagieren, sodass die heiße Flüssigkeit sofort überschwappte und sich über seine Hand und Finger ergoss.

Verdammt!“, fluchte Dean und ließ die Tasse vor Schmerz und Schreck zu Boden fallen.

„Oh nein, tut mir leid!“, rief Sam augenblicklich mit schockgeweiteten Augen aus und zerrte seinen Bruder ohne zögern zum Waschbecken, um kaltes Wasser über die verbrühte Hand laufen zu lassen. „Tut mir so leid. Das war keine Absicht.“

Dean knirschte mit den Zähnen. „Das hoffe ich auch sehr für dich.“

„Soll ich vielleicht mal pusten?“, versuchte sich Sam an einem halbherzigen Witz und erntete dafür nur einen äußerst vorwurfsvollen Blick. Somit begnügte er sich mit einem tiefen Seufzer und einem kleinlauten: „Es tut mir ehrlich leid!“

Dean wirkte immer noch wenig angetan, doch er grummelte: „Ich wollte dieses Gesöff sowieso wegschütten.“

„Aber wahrscheinlich nicht unbedingt über deine Hand, was?“, meinte Sam und versuchte sich am einem schwachen Lächeln. „Ich kann dir heute gerne was pie mitbringen, wenn du willst. Oder auch gleich zwei.“

Dean beäugte ihn skeptisch.

„Du brauchst mir nichts vorzumachen“, meinte er schließlich. „Ich weiß, dass hier irgendwas faul ist.“

Sam versuchte, nicht schuldbewusst zusammenzuzucken, und scheiterte kläglich. „Was meinst du?“, hakte er nach, seine Stimme absolut erbärmlich klingend.

„Ich habe dich praktisch aufgezogen, Sammy“, erinnerte ihn Dean. „Und wenn du irgendetwas aufgefressen hattest, hast du dich immer wie ein nervöses Nervenbündel verhalten.“

„Das ist gar nicht --“

„Der Tag, als du aus Versehen Dads gesamte Munition im Fluss versenkt hast?“, half Dean seinem Gedächtnis auf die Sprünge. „Oder als dir eine rote Socke in unsere weiße Wäsche geraten ist? Jedes Mal erfindest du bescheuerte Lügen und benimmst dich wie ein Affe auf Crack.“

Er entwand sich Sams festen Griff und musterte ihn argwöhnisch. „Irgendwas ist oberfaul hier.“

„Ich schwöre --“

„Nein, nein, lass das lieber mit dem Schwören, das bereust du am Ende nur“, unterbrach ihn Dean ungehalten. „Ich bin sowieso viel zu müde, um der Sache jetzt auf den Grund zu gehen.“

Mit diesen Worten machte er auf den Absatz kehrt und bewegte sich in Richtung seines Schlafzimmers – das glücklicherweise entgegengesetzt zur Garage mit dem unsichtbaren Impala lag.


Doch bevor er um die Ecke verschwand, drehte sich Dean nochmal um und musterte seinen Bruder misstrauisch. „Aber ich werde noch rausfinden, was hier los ist!“

Date: 2016-07-11 04:09 pm (UTC)
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From: [personal profile] servena
Oh Gott, dann ist er ja Dean zum Glück nochmal entkommen. O_O Aber wer weiß wie lange noch...

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