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Team: Hufflepuff
Challenge: Romantik – Joker "Beziehung zu dritt" von der Sommerchallenge 2014 – fürs Team
Fandom: To be Continued (ein koreanisches Webdrama)
Titel: Melonenlimo
Inhalt: Rocky hat Eunwoo und Bin zu einer Übernachtungsparty eingeladen – und sich vielleicht ein bisschen übernommen.
Anmerkung: Ich war heute vor der Tür und es war sackwarm und deswegen schrieb ich was über Schnee. Das ist auch das letzte für heute, versprochen JESUS I WAS ON A ROLL.



Melonenlimo

Nochmal von vorne.

Rocky steht im Wohnzimmer, die Hand nach irgendetwas ausgestreckt, was er gerade in dieser Sekunde vergessen hat und zwingt sich, ein paar Mal tief Luft zu holen.

Es ist Samstagspätnachmittag. Seine Eltern sind heute Morgen zu seiner Tante gefahren, mit Rockys Schwester im Schlepptau und er selbst durfte zuhause bleiben.

Zum Lernen.

Was in nicht-elternfreundliche-Sprache übersetzt bedeutet, dass Bin und Eunwoo in ein paar Minuten vorbeikommen werden, um hier zu übernachten und Rocky langsam aber sicher an seinem Verstand zweifelt, weil er nicht mehr weiß, warum er das je für eine gute Idee gehalten hat.
Natürlich, er hat sich seit einer Woche auf diesen Tag gefreut, und Eunwoo und Bin waren ebenfalls aufgeregt und haben sich tausendmal für die Einladung bedankt und ihn gefragt, was sie mitbringen sollen und ob sie ihm helfen können und Rocky hat alles verneint, weil er alles selbst machen wollte.

Jetzt steht er mitten im Wohnzimmer und weiß nicht mal mehr, warum er eigentlich in dieses Zimmer gegangen ist.

Er hat eingekauft. Chips, Pizza und Limo. Er hat seine Mama zurückgerufen und sich lange mit seiner Tante unterhalten, weil sie unbedingt wissen wollte, welche Richtung er nach der Schule einzuschlagen gedenke (sie hat tatsächlich "gedenke" gesagt, weil sie nicht mehr alle Tassen im Schrank hat). Er hat die beiden Gästefutons aus dem Schrank gekramt und sie in seinem Zimmer ausgebreitet, so dass man vor lauter weichen Matten keinen Fußboden mehr sehen kann. Irgendwer wird mit dem Kopf unterm Schreibtisch schlafen müssen, aber das können sie ausknobeln, wenn es soweit ist.

Die Bettdecken hat er auch neu bezogen. Während er den Stoff durch seine Finger gleiten ließ, um den Reißverschluss zu finden, hat er sich vorgestellt, wie Eunwoo und Bin darunter liegen und um wie viel dunkler ihre Haare wirken würden, wenn sie sich von der hellblau-weißen Blumendecke abheben würde. Eunwoo hätte bestimmt einen Pyjama mit Knöpfen an und Bin trüge T-Shirt und Shorts und sie würden lächeln und die Arme nach Rocky ausstrecken und Rocky hätte nur seine Schlafhose an und…

Dann hatte Rocky sich die Finger im Reißverschluss geklemmt und die Decke weit von sich geworfen, die jetzt in hämisch grinsenden Falten auf dem Boden liegt und dort auch bis zum nächsten Chuseok bleiben kann, wenn es nach Rocky geht.
Er weiß immer noch nicht, warum er ins Wohnzimmer gegangen ist (außer um vor seiner Bettdecke abzuhauen). Er weiß nur, dass sein Herz rast wie sonst nur beim Tanzen und dass seine Hände mit jeder Sekunde wärmer werden und zittern.

Es klingelt.

Pünktlich auf die Sekunde.

Rocky zuckt zusammen und stürzt dann zur Tür. "Komm rauf!", brüllt er durchs Treppenhaus und fragt sich im gleichen Moment, was für ein bescheuerter Spruch das eigentlich ist, was sollen die unten sonst machen, doch bevor sein Hirn weitere Meisterleistungen vollbringen kann, sieht er eine Mütze über dem Treppengeländer auftauchen, schwarz und glitzernd von Schnee. Eunwoo ist eingepackt in eine dicke rot-weiße Jacke, die im Licht des Treppenhauses zu dampfen scheint und von seinem Gesicht lässt sich nicht viel mehr erkennen als große dunkle Augen, die zu Rocky aufschauen.

Eunwoo zieht den Schal von Mund und Kinn, sagt "Hallo" und fängt dann an zu strahlen. Wie jedes Mal, wenn sie sich begrüßen und verabschieden, werden Rockys Knie weich, weil Eunwoos Lächeln ihn in Pudding mit Liebesperlen drauf verwandelt. Manchmal bekommt er nicht mit, was Eunwoo zu ihm sagt, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, auf seinen süßen rosa Mund zu schauen und wenn es nicht so unhöflich wäre, Leute zu unterbrechen, indem man sie packt und auf den Mund küsst, dann würde Rocky das auch viel häufiger machen.

Und natürlich, wenn er ein bisschen mutiger wäre.

"Alles okay?"

Rocky schreckt zusammen und reißt seinen Blick von Eunwoos Lippen los. Es ist schon wieder passiert. Sie stehen immer noch im Treppenhaus und Eunwoos Wangen werden mit jeder Sekunde röter.

"J-ja", macht Rocky und dann streckt er die Arme aus, um Eunwoo an sich zu ziehen, schmiegt sich über seinen Protest hinweg an seine schneenasse Jacke. "Ich bin ganz kalt!"
"Mir egal", murmelt Rocky und grinst, als er Eunwoo giggeln hört.

Er zieht ihn in die Wohnung und kaum dass die Tür hinter ihnen zufällt, fängt Rockys Herz plötzlich wie wild an zu schlagen und ihm fallen tausend Sachen ein, die er eigentlich noch aufräumen und putzen wollte. Eunwoo schaut sich neugierig im Flur um, als sich hinsetzt, um seine Schuhe auszuziehen und dann ein bisschen hilflos mit seiner Jacke und seinem Rucksack in der Hand hocken bleibt.

Rocky schluckt. "Ich hab Melonenlimo gekauft", murmelt er.

"Oh", macht Eunwoo. Seine Stimme fällt durch viel mehr Tonlagen, als so ein Wort wie "Oh" eigentlich haben sollte und Rocky ist sich ziemlich sicher, dass seine Wangen nicht nur deshalb rot werden, weil es im Haus so warm ist.

"Ja", antwortet Rocky. "Ich… äh… willst du was? Trinken mein ich?"

Eunwoo zuckt zusammen, als hätte Rocky ausgeholt, um ihm seine Schuhe an den Kopf zu werfen. "Äh… j-ja klar!", stammelt er.

Dann starren sie sich eine Sekunde lang in die Augen und fangen fürchterlich an zu prusten.

"Tut mir Leid", sagt Rocky und schaut zwischen Eunwoos Schuhen und seinem Gesicht hin und her. "Das war total bescheuert."

Eunwoo nickt nur leicht, während er aufsteht und Rucksack und Jacke auf dem Boden lässt. Er beißt sich auf die Lippen. "Ist… ist es irgendwie komisch, wenn Bin nicht da ist?"

Rocky schluckt. Sie machen das noch nicht so lang, dieses zu-dritt-ausgehen oder ein-Pärchen-sein-aber-mit-drei-Leuten-gleichzeitig und Rocky hat sich immer noch kein kurzes, passendes Wort dafür ausgedacht. Er weiß nicht mal, ob es dafür eins gibt (und er hat auch keine Ahnung, wen er fragen soll). Er weiß nur, dass er sowohl Eunwoo als auch Bin braucht, wenn er nicht wie in Bleiglas eingehüllt durch die Welt schleichen und sich jeden Abend in den Schlaf heulen will. Bevor sie sich zusammen gerauft und Rocky gestanden hatte, dass er in sie beide verliebt war, war das nämlich drei Monate lang Dauerprogramm in seinem Kopf gewesen. Er hatte stark abgenommen in der Zeit, war bleich und müde gewesen, stand ständig unter Strom und getanzt hatte er wie ein Lama mit nassen Uggboots an den Füßen. Sogar mit Sanha hatte er sich gestritten, bis Bin und Eunwoo und er endlich einen Weg gefunden hatten, um miteinander zu reden und sich einzugestehen, dass es nur zu dritt funktionieren würde.
Und es funktioniert ja eigentlich auch. Nur manchmal, so wie jetzt, wenn Eunwoo in Rockys Wohnung steht und die Situation komisch, ungewohnt und aufregend ist, dann haben sie noch ein paar Startschwierigkeiten.

Eunwoo beugt sich plötzlich ein wenig nach vorne, damit er mit Rocky auf Augenhöhe ist.

"Entschuldige", sagt er leise. Seine Augen leuchten dunkel und glitzern fast ein bisschen, weil die Lampe ihr Licht in sie schickt, als halte sie Eunwoo für den schönsten Jungen, den sie je angestrahlt hat. Rocky versteht das. "Das war eine blöde Frage. Ich finde es nicht komisch, mit dir allein zu sein, so meinte ich das nicht."

"Ich auch nicht!", erwidert Rocky ohne darüber nachzudenken. Er weiß, dass er die Wahrheit sagt. "Es ist nur… ich hatte noch nie Freunde zum Übernachten da. Und schon gar nicht meine Freunde-Freunde."

Sie brauchen wirklich Wörter dafür, denkt Rocky, denn so klingt es albern und kindisch und das passt überhaupt nicht zu dem Gefühl in Rockys Bauch, wann auch immer er Eunwoo und Bin anschaut, diesem Mix aus Aufregung und Schauern, die ihm über den Rücken jagen, aus trockenem Mund und breitem Grinsen, aus heißen Wangen und schnellem, glücklichen Herzschlagen.

"Ich weiß nicht genau, was ich machen muss", fügt Rocky hinzu und dann macht Eunwoo etwas, was Rocky sehr, sehr gern hat: er streckt die Hand aus und streichelt ihm sanft durchs Haar, seinen Hinterkopf entlang und über die Wange.

"Du machst alles richtig", haucht Eunwoo. "Einfach so, wie du jetzt bist."
Rocky hebt die Arme und zieht Eunwoo an sich, atmet sein Lachen ein, seinen Duft und seinen Herzschlag, der sich ihm wild und rasend entgegen drängt.



Als Bin eine halbe Stunde ebenfalls ankommt, schwer bepackt mit Süßigkeiten und Limonade, begrüßen ihn Rocky und Eunwoo gemeinsam an der Tür. Sie riechen nach Chips und warmen Decken auf dem Sofa, Eunwoo steht dicht an Rockys Seite gedrängt und hat ihm den Arm um die Schultern gelegt.

"Wo warst du solange?", fragt Rocky ihn, doch Bin schüttelt nur den Kopf und drückt ihm seinen Motorradhelm gegen die Brust, während er die beiden von oben bis unten anschaut.

Rockys Haar steht wild zersaust in alle Richtungen ab und Eunwoos Wangen sind hellrot. "Hab verschlafen", murmelt Bin und grinst. Die halbe Stunde, die er frierend und zitternd im Schneegewühl vor Rockys Haus verbracht hat, scheint sich gelohnt zu haben.

Date: 2016-07-10 08:42 pm (UTC)
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From: [personal profile] servena
Aaaaaaaaaaaaaaaah, I ship it. I ship it so much. <3

Auch wenn ich glaube, dass die drei mal einen Crashkurs in Polyamory for Dummies gebrauchen könnten. Triad ist das Wort was ihr sucht! XD

Ich will mehr von denen.

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