Team: Ravenclaw
Challenge: Fantasy/Mystery - Die Geister, die ich rief (für mich)
Titel: Kein Traum
Fandom: Houdini & Doyle (bräuchte noch einen Tag^^)
Charaktere: Harry Houdini
Wörter: 1073
Warnung: Spoiler für die letzte Folge
Anmerkung: Houdini & Doyle ist eine neue Mystery-Crime-Serie, in der Harry Houdini und Arthur Conan Doyle mögliche übernatürliche Fälle miteinander lösen (sehr zu empfehlen)
Wieder starrte Houdini auf das kleine Stückchen Papier in seiner Hand.
Wenn du das hier lesen kannst, träumst du nicht!
Die schwarze Tinte stach auf dem weißen Papier hervor, die Wörter waren klar und deutlich zu erkennen. Dies war ohne Zweifel real. Kein Traum.
Und doch war sie hier, saß neben ihm auf seinen großen Bett und lächelte ihn an. Sie tauchte immer wieder auf, kam immer wieder zurück. Ließ ihn nicht in Ruhe.
Seit der Fahrt zurück nach London folgte sie ihm wie ein Schatten. Beim letzten gemeinsamen Frühstück mit Adelaide und Doyle saß sie plötzlich mit am Tisch, reichte ihm die Butter wie sie es immer getan hatte. Houdini hatte sie einfach ignoriert, versucht, sie auszublenden, und doch in einem unbemerkten Augenblick kurz auf seinen Notizzettel gespinkst, um sicher zu gehen, dass es kein Traum war.
Es war kein Traum, es war schon lange kein Traum mehr.
Sie folgte ihm, war bei jedem Schritt bei ihm und anscheinend konnte nur Houdini sie sehen. Und dafür gab es nur eine mögliche Erklärung: Er wurde verrückt. Er verlor seinen Verstand!
Houdini war nicht einmal überrascht, dass es ihm passierte. Seit er seine Mutter tot in ihrem Zimmer vorgefunden hatte, hatte sich Houdini nicht mehr richtig gefühlt. Nach außen hin hatte er versucht, so wie immer zu wirken, aber der Verlust seiner Mutter hatte eine tiefe Narbe hinterlassen.
Wie oft hatte er sich in Gedanken gewünscht, sie noch einmal sehen zu können, um ihr all die Sachen zu sagen, die er noch sagen wollte. Es war zwar nicht so, dass etwas ungesagt geblieben gewesen wäre, aber nur der Gedanke daran, mit ihr zu sprechen, beruhigte ihn immens.
Nun hatte sich sein Wunsch anscheinend erfüllt.
Sie war hier!
Mittlerweile hatte sich Houdini aus seinem großen Bett geschält und sich in den Wohnbereich seiner Suite begeben. An schlafen war nicht zu denken. Dies wirkte schon viel zu sehr nach einem Traum. Ein wenig Alkohol würde bestimmt helfen, um in einen traumloseren Schlaf zu sinken.
Er schüttete sich einen Scotch ein und machte es sich auf der Couch gemütlich.
Nur ein paar Minuten später gesellte sich seine Mutter auch zu ihm. Bisher hatte er sie weitesgehend ignoriert, noch kein einziges Mal hatte er versucht, sie anzusprechen. Es schien nicht richtig. Er wollte das alles nicht. Er wollte seinen Verstand nicht verlieren, aber es sah auch nicht danach aus, als ob sie einfach wieder verschwinden würde.
Und wenn er schon verrückt wurde, was machte es für einen Unterschied, wenn er sich dem einfach hingab?
“Warum bist du hier?”, fragte er in die Stille hinein und leerte sein Glas mit einem großen Schluck.
Seine Mutter lächelte ihn nur an. Sie sagte nichts, versuchte es nicht einmal. Ihre Hände hatte sie in ihren Schoß gelegt und schaute in einfach nur liebevoll an. Mit diesem Blick, den er nur zu gut kannte, der ihm zeigte, wie sehr sie ihn geliebt hatte. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals und er versuchte ihn mit etwas mehr Scotch runterzuschlucken. Das hatte allerdings nur zur Folge, dass es nun unangenehm brannte und nur viel schlimmer wirkte.
“Ich habe dich nicht gebeten, zu kommen. Ich habe dich nicht gerufen”, sprach er weiter zu sich selbst.
Sie blieb weiterhin still und eigentlich sollte Houdini wütend werden, dass sie einfach nur so dasaß und nichts tat, aber er fühlte sich nur leer und traurig. Seine Mutter war nicht echt, nur eine Einbildung seines kranken Verstandes. Alles, was sie tat, war eine Halluzination von ihm selber. Anscheinend wollte er nicht mit ihr reden … noch nicht!
Wenn er ehrlich zu sich war, würde es ihn zerreißen. Nur ihre Stimme zu hören würde ihm den Rest geben. Das schmerzhafte Ziehen in seiner Brust seit sie zum ersten Mal neben ihm aufgetaucht war, war mit jedem Tag schlimmer geworden.
Houdini war nicht sicher, ob er noch mehr überleben würde.
Sein Verstand war schon geschädigt. Er würde sich nicht wundern, wenn sein Herz auch erkrankt war. Es fühlte sich definitiv danach an. Sein Herz war entzwei gesprungen, als er ihren leblosen Körper gefunden hatte. Vielleicht war es nicht nur ein Gefühl gewesen.
Krank oder nicht, er fühlte sich elend und er wusste nicht, wie er das abstellen sollte. Er füllte sein Glas wieder mit Scotch auf und starrte auf den Zettel, den er daneben gelegt hatte.
Wenn du das hier lesen kannst, träumst du nicht!
Immer und immer wieder musste er sich vergewissern. Auch wenn es nun schon mehrere Tage waren, war es immer noch schwer zu glauben.
Houdini hatte sich immer für ein Genie gehalten mit einem brillanten Verstand. Vor der Realität zu stehen, dass dieser nun schwand und er verrückt wurde, war nicht einfach. Nach dem Tod seiner Mutter war es das Letzte, was er gebrauchen konnte.
Ein oder zweimal hatte er sogar schon daran gedacht, Doyle um Rat zu fragen, immerhin war er Arzt. Allerdings war Houdini sich sicher, dass er ihn überzeugen wollen würde, dass dies nicht das Produkt seines kranken Geistes war, sondern eher seine Mutter, die ihn von der anderen Seite besuchte. Doyle glaubt an diesen Quatsch, aber Houdini konnte sich nicht dazu durchringen. Die vielen übernatürlichen Fälle, die sie miteinander gelöst hatten, hatten sich zum Schluss alle als normal herausgestellt, vollkommen logische Erklärungen waren zu finden gewesen. So etwas wie Geister, Vampire oder Monster gab es nicht. Es waren nur Illusionen und Tricks. Houdini kannte sich zu gut damit aus. Er konnte Leuten vorgaukeln, dass es in einem Raum spukte. Es war nicht besonders schwer.
Dies hier allerdings war anders. Niemand konnte so etwas zu Stande bringen. Ein klares Bildnis seiner Mutter, das vollkommen wahllos auftauchte, meist wenn Houdini sich verloren fühlte. Es gab keinerlei Erklärung für einen möglichen Trick, und Doyle würde damit argumentieren. Er würde ihm aufführen, wie es unmöglich etwas anderes sein konnte als der Geist seiner Mutter. Immer und immer wieder würde er versuchen, Houdini davon zu überzeugen.
Wenn du das hier lesen kannst, träumst du nicht!
Wieder fanden seinen Augen diese Worte. Dies war real, kein Traum. Alles, was er hörte und fühlte, war wahr.
Seine Mutter saß immer noch neben ihm, sah gesund und glücklich aus.
Dies war die Realität und Houdini hatte das inzwischen akzeptiert.
Er fürchtete nur, was das zu bedeuten hatte.
Es gab zwei Möglichkeiten: Houdini wurde verrückt oder Doyle hatte die ganze Zeit Recht und es gab wirklich so etwas wie Geister.
Mittlerweile wusste Houdini nicht mehr, welche von den zwei Varianten schlimmer war.
Challenge: Fantasy/Mystery - Die Geister, die ich rief (für mich)
Titel: Kein Traum
Fandom: Houdini & Doyle (bräuchte noch einen Tag^^)
Charaktere: Harry Houdini
Wörter: 1073
Warnung: Spoiler für die letzte Folge
Anmerkung: Houdini & Doyle ist eine neue Mystery-Crime-Serie, in der Harry Houdini und Arthur Conan Doyle mögliche übernatürliche Fälle miteinander lösen (sehr zu empfehlen)
Wieder starrte Houdini auf das kleine Stückchen Papier in seiner Hand.
Wenn du das hier lesen kannst, träumst du nicht!
Die schwarze Tinte stach auf dem weißen Papier hervor, die Wörter waren klar und deutlich zu erkennen. Dies war ohne Zweifel real. Kein Traum.
Und doch war sie hier, saß neben ihm auf seinen großen Bett und lächelte ihn an. Sie tauchte immer wieder auf, kam immer wieder zurück. Ließ ihn nicht in Ruhe.
Seit der Fahrt zurück nach London folgte sie ihm wie ein Schatten. Beim letzten gemeinsamen Frühstück mit Adelaide und Doyle saß sie plötzlich mit am Tisch, reichte ihm die Butter wie sie es immer getan hatte. Houdini hatte sie einfach ignoriert, versucht, sie auszublenden, und doch in einem unbemerkten Augenblick kurz auf seinen Notizzettel gespinkst, um sicher zu gehen, dass es kein Traum war.
Es war kein Traum, es war schon lange kein Traum mehr.
Sie folgte ihm, war bei jedem Schritt bei ihm und anscheinend konnte nur Houdini sie sehen. Und dafür gab es nur eine mögliche Erklärung: Er wurde verrückt. Er verlor seinen Verstand!
Houdini war nicht einmal überrascht, dass es ihm passierte. Seit er seine Mutter tot in ihrem Zimmer vorgefunden hatte, hatte sich Houdini nicht mehr richtig gefühlt. Nach außen hin hatte er versucht, so wie immer zu wirken, aber der Verlust seiner Mutter hatte eine tiefe Narbe hinterlassen.
Wie oft hatte er sich in Gedanken gewünscht, sie noch einmal sehen zu können, um ihr all die Sachen zu sagen, die er noch sagen wollte. Es war zwar nicht so, dass etwas ungesagt geblieben gewesen wäre, aber nur der Gedanke daran, mit ihr zu sprechen, beruhigte ihn immens.
Nun hatte sich sein Wunsch anscheinend erfüllt.
Sie war hier!
Mittlerweile hatte sich Houdini aus seinem großen Bett geschält und sich in den Wohnbereich seiner Suite begeben. An schlafen war nicht zu denken. Dies wirkte schon viel zu sehr nach einem Traum. Ein wenig Alkohol würde bestimmt helfen, um in einen traumloseren Schlaf zu sinken.
Er schüttete sich einen Scotch ein und machte es sich auf der Couch gemütlich.
Nur ein paar Minuten später gesellte sich seine Mutter auch zu ihm. Bisher hatte er sie weitesgehend ignoriert, noch kein einziges Mal hatte er versucht, sie anzusprechen. Es schien nicht richtig. Er wollte das alles nicht. Er wollte seinen Verstand nicht verlieren, aber es sah auch nicht danach aus, als ob sie einfach wieder verschwinden würde.
Und wenn er schon verrückt wurde, was machte es für einen Unterschied, wenn er sich dem einfach hingab?
“Warum bist du hier?”, fragte er in die Stille hinein und leerte sein Glas mit einem großen Schluck.
Seine Mutter lächelte ihn nur an. Sie sagte nichts, versuchte es nicht einmal. Ihre Hände hatte sie in ihren Schoß gelegt und schaute in einfach nur liebevoll an. Mit diesem Blick, den er nur zu gut kannte, der ihm zeigte, wie sehr sie ihn geliebt hatte. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals und er versuchte ihn mit etwas mehr Scotch runterzuschlucken. Das hatte allerdings nur zur Folge, dass es nun unangenehm brannte und nur viel schlimmer wirkte.
“Ich habe dich nicht gebeten, zu kommen. Ich habe dich nicht gerufen”, sprach er weiter zu sich selbst.
Sie blieb weiterhin still und eigentlich sollte Houdini wütend werden, dass sie einfach nur so dasaß und nichts tat, aber er fühlte sich nur leer und traurig. Seine Mutter war nicht echt, nur eine Einbildung seines kranken Verstandes. Alles, was sie tat, war eine Halluzination von ihm selber. Anscheinend wollte er nicht mit ihr reden … noch nicht!
Wenn er ehrlich zu sich war, würde es ihn zerreißen. Nur ihre Stimme zu hören würde ihm den Rest geben. Das schmerzhafte Ziehen in seiner Brust seit sie zum ersten Mal neben ihm aufgetaucht war, war mit jedem Tag schlimmer geworden.
Houdini war nicht sicher, ob er noch mehr überleben würde.
Sein Verstand war schon geschädigt. Er würde sich nicht wundern, wenn sein Herz auch erkrankt war. Es fühlte sich definitiv danach an. Sein Herz war entzwei gesprungen, als er ihren leblosen Körper gefunden hatte. Vielleicht war es nicht nur ein Gefühl gewesen.
Krank oder nicht, er fühlte sich elend und er wusste nicht, wie er das abstellen sollte. Er füllte sein Glas wieder mit Scotch auf und starrte auf den Zettel, den er daneben gelegt hatte.
Wenn du das hier lesen kannst, träumst du nicht!
Immer und immer wieder musste er sich vergewissern. Auch wenn es nun schon mehrere Tage waren, war es immer noch schwer zu glauben.
Houdini hatte sich immer für ein Genie gehalten mit einem brillanten Verstand. Vor der Realität zu stehen, dass dieser nun schwand und er verrückt wurde, war nicht einfach. Nach dem Tod seiner Mutter war es das Letzte, was er gebrauchen konnte.
Ein oder zweimal hatte er sogar schon daran gedacht, Doyle um Rat zu fragen, immerhin war er Arzt. Allerdings war Houdini sich sicher, dass er ihn überzeugen wollen würde, dass dies nicht das Produkt seines kranken Geistes war, sondern eher seine Mutter, die ihn von der anderen Seite besuchte. Doyle glaubt an diesen Quatsch, aber Houdini konnte sich nicht dazu durchringen. Die vielen übernatürlichen Fälle, die sie miteinander gelöst hatten, hatten sich zum Schluss alle als normal herausgestellt, vollkommen logische Erklärungen waren zu finden gewesen. So etwas wie Geister, Vampire oder Monster gab es nicht. Es waren nur Illusionen und Tricks. Houdini kannte sich zu gut damit aus. Er konnte Leuten vorgaukeln, dass es in einem Raum spukte. Es war nicht besonders schwer.
Dies hier allerdings war anders. Niemand konnte so etwas zu Stande bringen. Ein klares Bildnis seiner Mutter, das vollkommen wahllos auftauchte, meist wenn Houdini sich verloren fühlte. Es gab keinerlei Erklärung für einen möglichen Trick, und Doyle würde damit argumentieren. Er würde ihm aufführen, wie es unmöglich etwas anderes sein konnte als der Geist seiner Mutter. Immer und immer wieder würde er versuchen, Houdini davon zu überzeugen.
Wenn du das hier lesen kannst, träumst du nicht!
Wieder fanden seinen Augen diese Worte. Dies war real, kein Traum. Alles, was er hörte und fühlte, war wahr.
Seine Mutter saß immer noch neben ihm, sah gesund und glücklich aus.
Dies war die Realität und Houdini hatte das inzwischen akzeptiert.
Er fürchtete nur, was das zu bedeuten hatte.
Es gab zwei Möglichkeiten: Houdini wurde verrückt oder Doyle hatte die ganze Zeit Recht und es gab wirklich so etwas wie Geister.
Mittlerweile wusste Houdini nicht mehr, welche von den zwei Varianten schlimmer war.
no subject
Date: 2016-07-05 07:22 pm (UTC)no subject
Date: 2016-07-06 08:37 am (UTC)