From the Ashes II [AU: Andere Zeit]
Jul. 3rd, 2016 10:19 pmTeam: Slytherin
Challenge: AU - Andere Zeit
Fandom: Dragon Age
Charaktere: Hawke, Fenris
Teil 1
Die Sonne schob sich nur zögerlich über den dunstigen Horizont. Hawke hatte nicht mehr schlafen können und saß vor dem verlassenen Haus, in dem sie übernachtet hatten. Es war in einem besseren Zustand als ihre letzten Unterkünfte. Warum die Bewohner geflohen war, er wusste es nicht. Sie hatten noch keine Gelegenheit gehabt, sich umzusehen. Gestern erst in der Stadt angekommen waren sie als erstes über Isabela gestolpert, die sich mit diesen fünf Widerlingen angelegt hatte. Oder die Widerlinge sich mit ihr. Es war schwer zu sagen.
Hawke sah auf seine Hand. Das Gelenk war geschwollen und schmerzte bei jeder Bewegung. Ausgerechnet. Wo er schon als Magier nichts mehr wert war. Vielleicht würde er es doch riskieren, das zu heilen. Dann konnte er wenigstens seinen Stab benutzen, der jetzt nutzlos neben ihm lag. Seine Magie brannte nicht mehr in seinen Adern, das war wohl ein gutes Zeichen. Wenigstens hoffte er das. Probeweise sammelte er seine Magie und begann sie zu formen. Das dauerte normalerweise nicht lange. Es war eine Instinktsache, aber jetzt sah es etwas anders aus. Er spürte, wie die Magie sich sträubte. Unkontrollierbar zu werden drohte. Noch könnte er aufhören, aber er tat es nicht. Es war stur und dumm und vor allem wahnsinnig leichtsinnig, aber in diesem Moment war es ihm egal. Nur weil der Himmel lauter Löcher bekommen hatte, war das kein Grund, sich mit solchen Kleinigkeiten herumärgern zu müssen. Das hatte er noch nie gemusst, er war ein Magier, verdammt nochmal!
Der Schmerz ließ nach und auch wenn es viel zu langsam geschah, Hawke spürte, wie sein Handgelenk wieder heilte. Außerdem war es immer noch besser, als der Natur einfach ihren Lauf zu lassen, das würde ja noch länger dauern. Trotzdem hörte er auf, bevor die Heilung abgeschlossen war. Die Magie wurde wieder instabiler und auch wenn es hier nur um seine eigene Hand ging, etwas zu heilen war kompliziert. Zwar konnte es nicht so fatal schiefgehen wie ein offensicher Zauber, aber man musste es nicht herausfinden.
Probeweise nahm er seinen Stab in die verletzte Hand und hob ihn an. Ein wenig stach es noch, aber es war erträglich. Der Kristall an der Spitze flackerte einen Moment lang, dann zeigte er wieder das übliche matte Glühen. Das hatte er schon ein paar Mal gemacht, aber bisher war Hawke nicht schlau daraus geworden. Die Momente waren immer zu kurz, um es zu untersuchen und bisher hatte Hawke keinen anderen Magier getroffen, um mit ihm darüber zu sprechen. Aber die meisten anderen Magier, die es wagten, mit Stäben herumzulaufen, gehörten zur Armee. Für jeden anderen war es eine Einladung für Ärger.
Zeit, dass er sich etwas umsah. Und herausfand, warum diese Stadt den Plünderern und Flüchtlingen überlassen worden war.
Es war einmal ein Park gewesen. Einst sorgsam angelegte Wege wurden von Unkraut und Gras überwuchert. Die Beete verwilderten und überall fand er die Hinterlassenschaften anderer Flüchtlinge. Und mehr. Ein zerfetztes Zelt, in dem eine zusammengekrümmte Leiche lag. Zu klein… Ein paar Schritte von dem Zelt entfernt entdeckte er den nächsten Körper. Hawke vermutete, die Frau war ebenso lange tot wie das Kind. Schnell wandte er sich ab. Er wollte nicht darüber nachdenken, was geschehen war. Da sah er schon die nächsten Leichen. “Ehrlich, wieso macht man sich in diesem Land nicht wenigstens die Mühe, die Leichen zu verbrennen?”, murmelte er und war froh, dass die Leichen schon alt genug waren, um nicht mehr zu sehr zu stinken. Aber er hatte schon zu oft Leichen wieder aufstehen sehen, um sich hier lange aufzuhalten. Trotzdem kehrte er noch nicht um, stattdessen ging er weiter. Die Magie begann wieder zu brennen und Hawke wirbelte herum. Eine Warnung?
Aber da war nichts. Stirnrunzelnd ging er ein paar Schritte zurück und das Feuer in seinen Adern erlosch wieder.
“Was soll der Scheiß?”, murmelte er an niemand bestimmten gewandt. Worauf reagierte er so stark? Bisher war das Brennen nur gekommen, wenn sie in einen Kampf geraten waren. Oder ein Riss in der Nähe war. Aber hier war eindeutig keiner. Zum Glück. Warum dann… irgendetwas ergab hier überhaupt keinen Sinn. Die Risse taten einem nicht den Gefallen, einfach wieder zu verschwinden.
So abgelenkt bemerkte er den Schatten nicht einmal, der plötzlich auf ihn losging. In einer rein instinktiven Reaktion griff Hawke nach seinem Stab und wehrte ihn ab. Der Kristall strahlte heller auf, als Hawke versuchte, eine Barriere zu beschwören. Auch das geschah unbewusst, dass das nicht mehr so einfach war, merkte er, als die Barriere für sage und schreibe drei Sekunden hielt und beim ersten Kontakt mit dem Schatten zusammenbrach. “Verdammte Scheiße…” Aveline würde ihm etwas erzählen, wenn er hier lebend rauskam. Schnell drehte er seinen Stab um und stieß dem Schatten die Klinge in den Leib. Zwar kreischte das Monster, tat ihm aber nicht den Gefallen, direkt zu sterben. Es wäre auch zu schön gewesen.
Umso verblüffter war Hawke, als der Schatten plötzlich in zwei Teile gespalten wurde. Was bei einem… Ding das nicht einmal einen richtigen Körper hatte, eine starke Leistung war. Aber wer, bei Andrastes Unterhose, benutzte bitte noch ein Schwert?
Es war ein ziemlich groß geratener Elf, der ihn misstrauisch ansah. Hübsche grüne Augen waren das erste, was Hawke auffiel. Neben dem Rest der ziemlich auffälligen Erscheinung. “Ihr solltet nicht hier sein.”
“Das Gefühl bekomme ich auch.” Hawke stützte sich auf seinen Stab, der von dem Elfen noch skeptischer begutachtet wurde. “Was ist hier passiert?”
“Ein Riss.”
“Ich sehe keinen.” Aber er spürte die Energie immer noch.
Die Augen des Elfen verengten sich drohend, aber für so etwas war Hawke schon aus Prinzip unempfänglich. Sein Instinkt sprang an und der Schatten der allen Ernstes noch nicht tot war, ging in Flammen auf. Flammen, die normalerweise schnell erloschen, jetzt aber erst noch heller lodern wollten. Sofort verfestigte Hawke seine Kontrolle über die Magie, die hier noch instabiler zu wabern schien, als ohnehin schon. Weil hier ein Riss gewesen war? Es brannte, als würden die Flammen seinen Körper verzehren, aber Hawke war sich ziemlich sicher, dass das nicht passierte. Jedenfalls hoffte er es.
Jemand schrie. Hoffentlich nicht er, das würde ihm für den Rest seines Lebens vorgehalten werden. Dann hatte er das Feuer unter Kontrolle und es erlosch. Erschöpft sank er auf die Knie. Das war etwas zu knapp gewesen.
“Ihr seid ein Magier.” Dankbar klang der Elf nicht. Eher im Gegenteil.
“Ein einfaches ‘danke’ genügt.”
“Ich würde sagen, wir sind quitt.”
Hawke kämpfte sich wieder auf die Füße und sah an dem Elfen vorbei. “Machen wir das später aus, ja? Da sind nämlich noch ein paar, die Ärger suchen.” Er ließ seinem Gegenüber keine Zeit, sich zu vergewissern, sondern stieß ihn in Richtung des nächsten halbtoten Baums und rannte zum nächsten, um Deckung zu suchen. Keine Sekunde zu früh, die ersten Schüsse peitschten durch den Morgen.
Challenge: AU - Andere Zeit
Fandom: Dragon Age
Charaktere: Hawke, Fenris
Teil 1
Die Sonne schob sich nur zögerlich über den dunstigen Horizont. Hawke hatte nicht mehr schlafen können und saß vor dem verlassenen Haus, in dem sie übernachtet hatten. Es war in einem besseren Zustand als ihre letzten Unterkünfte. Warum die Bewohner geflohen war, er wusste es nicht. Sie hatten noch keine Gelegenheit gehabt, sich umzusehen. Gestern erst in der Stadt angekommen waren sie als erstes über Isabela gestolpert, die sich mit diesen fünf Widerlingen angelegt hatte. Oder die Widerlinge sich mit ihr. Es war schwer zu sagen.
Hawke sah auf seine Hand. Das Gelenk war geschwollen und schmerzte bei jeder Bewegung. Ausgerechnet. Wo er schon als Magier nichts mehr wert war. Vielleicht würde er es doch riskieren, das zu heilen. Dann konnte er wenigstens seinen Stab benutzen, der jetzt nutzlos neben ihm lag. Seine Magie brannte nicht mehr in seinen Adern, das war wohl ein gutes Zeichen. Wenigstens hoffte er das. Probeweise sammelte er seine Magie und begann sie zu formen. Das dauerte normalerweise nicht lange. Es war eine Instinktsache, aber jetzt sah es etwas anders aus. Er spürte, wie die Magie sich sträubte. Unkontrollierbar zu werden drohte. Noch könnte er aufhören, aber er tat es nicht. Es war stur und dumm und vor allem wahnsinnig leichtsinnig, aber in diesem Moment war es ihm egal. Nur weil der Himmel lauter Löcher bekommen hatte, war das kein Grund, sich mit solchen Kleinigkeiten herumärgern zu müssen. Das hatte er noch nie gemusst, er war ein Magier, verdammt nochmal!
Der Schmerz ließ nach und auch wenn es viel zu langsam geschah, Hawke spürte, wie sein Handgelenk wieder heilte. Außerdem war es immer noch besser, als der Natur einfach ihren Lauf zu lassen, das würde ja noch länger dauern. Trotzdem hörte er auf, bevor die Heilung abgeschlossen war. Die Magie wurde wieder instabiler und auch wenn es hier nur um seine eigene Hand ging, etwas zu heilen war kompliziert. Zwar konnte es nicht so fatal schiefgehen wie ein offensicher Zauber, aber man musste es nicht herausfinden.
Probeweise nahm er seinen Stab in die verletzte Hand und hob ihn an. Ein wenig stach es noch, aber es war erträglich. Der Kristall an der Spitze flackerte einen Moment lang, dann zeigte er wieder das übliche matte Glühen. Das hatte er schon ein paar Mal gemacht, aber bisher war Hawke nicht schlau daraus geworden. Die Momente waren immer zu kurz, um es zu untersuchen und bisher hatte Hawke keinen anderen Magier getroffen, um mit ihm darüber zu sprechen. Aber die meisten anderen Magier, die es wagten, mit Stäben herumzulaufen, gehörten zur Armee. Für jeden anderen war es eine Einladung für Ärger.
Zeit, dass er sich etwas umsah. Und herausfand, warum diese Stadt den Plünderern und Flüchtlingen überlassen worden war.
Es war einmal ein Park gewesen. Einst sorgsam angelegte Wege wurden von Unkraut und Gras überwuchert. Die Beete verwilderten und überall fand er die Hinterlassenschaften anderer Flüchtlinge. Und mehr. Ein zerfetztes Zelt, in dem eine zusammengekrümmte Leiche lag. Zu klein… Ein paar Schritte von dem Zelt entfernt entdeckte er den nächsten Körper. Hawke vermutete, die Frau war ebenso lange tot wie das Kind. Schnell wandte er sich ab. Er wollte nicht darüber nachdenken, was geschehen war. Da sah er schon die nächsten Leichen. “Ehrlich, wieso macht man sich in diesem Land nicht wenigstens die Mühe, die Leichen zu verbrennen?”, murmelte er und war froh, dass die Leichen schon alt genug waren, um nicht mehr zu sehr zu stinken. Aber er hatte schon zu oft Leichen wieder aufstehen sehen, um sich hier lange aufzuhalten. Trotzdem kehrte er noch nicht um, stattdessen ging er weiter. Die Magie begann wieder zu brennen und Hawke wirbelte herum. Eine Warnung?
Aber da war nichts. Stirnrunzelnd ging er ein paar Schritte zurück und das Feuer in seinen Adern erlosch wieder.
“Was soll der Scheiß?”, murmelte er an niemand bestimmten gewandt. Worauf reagierte er so stark? Bisher war das Brennen nur gekommen, wenn sie in einen Kampf geraten waren. Oder ein Riss in der Nähe war. Aber hier war eindeutig keiner. Zum Glück. Warum dann… irgendetwas ergab hier überhaupt keinen Sinn. Die Risse taten einem nicht den Gefallen, einfach wieder zu verschwinden.
So abgelenkt bemerkte er den Schatten nicht einmal, der plötzlich auf ihn losging. In einer rein instinktiven Reaktion griff Hawke nach seinem Stab und wehrte ihn ab. Der Kristall strahlte heller auf, als Hawke versuchte, eine Barriere zu beschwören. Auch das geschah unbewusst, dass das nicht mehr so einfach war, merkte er, als die Barriere für sage und schreibe drei Sekunden hielt und beim ersten Kontakt mit dem Schatten zusammenbrach. “Verdammte Scheiße…” Aveline würde ihm etwas erzählen, wenn er hier lebend rauskam. Schnell drehte er seinen Stab um und stieß dem Schatten die Klinge in den Leib. Zwar kreischte das Monster, tat ihm aber nicht den Gefallen, direkt zu sterben. Es wäre auch zu schön gewesen.
Umso verblüffter war Hawke, als der Schatten plötzlich in zwei Teile gespalten wurde. Was bei einem… Ding das nicht einmal einen richtigen Körper hatte, eine starke Leistung war. Aber wer, bei Andrastes Unterhose, benutzte bitte noch ein Schwert?
Es war ein ziemlich groß geratener Elf, der ihn misstrauisch ansah. Hübsche grüne Augen waren das erste, was Hawke auffiel. Neben dem Rest der ziemlich auffälligen Erscheinung. “Ihr solltet nicht hier sein.”
“Das Gefühl bekomme ich auch.” Hawke stützte sich auf seinen Stab, der von dem Elfen noch skeptischer begutachtet wurde. “Was ist hier passiert?”
“Ein Riss.”
“Ich sehe keinen.” Aber er spürte die Energie immer noch.
Die Augen des Elfen verengten sich drohend, aber für so etwas war Hawke schon aus Prinzip unempfänglich. Sein Instinkt sprang an und der Schatten der allen Ernstes noch nicht tot war, ging in Flammen auf. Flammen, die normalerweise schnell erloschen, jetzt aber erst noch heller lodern wollten. Sofort verfestigte Hawke seine Kontrolle über die Magie, die hier noch instabiler zu wabern schien, als ohnehin schon. Weil hier ein Riss gewesen war? Es brannte, als würden die Flammen seinen Körper verzehren, aber Hawke war sich ziemlich sicher, dass das nicht passierte. Jedenfalls hoffte er es.
Jemand schrie. Hoffentlich nicht er, das würde ihm für den Rest seines Lebens vorgehalten werden. Dann hatte er das Feuer unter Kontrolle und es erlosch. Erschöpft sank er auf die Knie. Das war etwas zu knapp gewesen.
“Ihr seid ein Magier.” Dankbar klang der Elf nicht. Eher im Gegenteil.
“Ein einfaches ‘danke’ genügt.”
“Ich würde sagen, wir sind quitt.”
Hawke kämpfte sich wieder auf die Füße und sah an dem Elfen vorbei. “Machen wir das später aus, ja? Da sind nämlich noch ein paar, die Ärger suchen.” Er ließ seinem Gegenüber keine Zeit, sich zu vergewissern, sondern stieß ihn in Richtung des nächsten halbtoten Baums und rannte zum nächsten, um Deckung zu suchen. Keine Sekunde zu früh, die ersten Schüsse peitschten durch den Morgen.